Imkerei in Sachsen-Anhalt

Honigbiene auf gelber Blüte

Die Imkerei hat in Sachsen-Anhalt große Bedeutung. Honigbienen liefern Honig, Zusätze für Heilmittel aber auch Bestandteile für die Kosmetik. Noch bedeutsamer ist ihre Rolle für die Landwirtschaft sowie den Obst- und Gartenbau. Durch ihre Bestäubungsleistung sichern Bienen die Erträge vieler Kultur- und Nutzpflanzen. Gleichzeitig helfen sie die Vielfalt in der Natur zu erhalten.

DATEN ...

  • 1.604 im Imkerverband Sachsen-Anhalt e.V. und Backfastverband Sachsen-Anhalt-Thüringen e.V. organisierte Imker und Imkerinnen halten rund 11.412 Bienenvölker auf einer Fläche von 20.449,54  Quadratkilometern
  • die Bienenvölkerdichte beträgt in Sachsen-Anhalt etwa 0,5 Bienenvölker pro Quadratkilometer
  • der Honigertrag je Bienenvolk und Jahr liegt in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2014 bei 35,1 Kilogramm
  • 2014 wurden nach Angaben des Deutschen Imkerbundes von den Imkern des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt e.V. in Sachsen-Anhalt 435,9 Tonnen Honig erzeugt
  • der Pro-Kopf-Verbrauch an Honig beträgt derzeit etwa 1,0 Kilogramm
  • der Honig der Imker Sachsen-Anhalts nimmt einen Anteil von 19 Prozent des Verbrauchs der 2,3 Millionen Einwohner unseres Landes ein. Jedes fünfte in Sachsen-Anhalt verzehrte Glas Honig stammt aus dem eigenen Land.

... FAKTEN

  • Ca. 80 Prozent der Kulturpflanzen und ein großer Teil der Wildpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Im Obst- und Gartenbau wird der Bestäubungsanteil durch die Bienen auf  90 Prozent geschätzt.
  • Der Nutzen für die Sicherung der Ernten und die Erhaltung der Wildflora und des Artenreichtums durch die Bestäubungsleistung der Bienen wird auf ein Vielfaches des Honigertrages geschätzt.
  • Seit Jahren ist die Bienenhaltung und somit auch die Bestäubungsleistung sowie die Honigproduktion in Sachsen-Anhalt rückläufig.
  • Die Imkerei in Sachsen-Anhalt wird weitgehend im Nebenerwerb und als interessante Freizeitbeschäftigung betrieben.

Fördermaßnahmen ...

Für die Förderung von Imkern hält das Land Sachsen-Anhalt eine Reihe verschiedener direkter und indirekter Fördermaßnahmen vor.

Direkte Fördermaßnahmen für Imker sind:

  1. "EU-Honig-Förderung" nach der Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 des Rates vom 22. Oktober 2007 über eine gemeinsame Organisation der Agrarmärkte und mit Sondervorschriften für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse (Verordnung über die einheitliche GMO)
  2. Gewährung von Zuwendungen im Rahmen der einzelbetrieblichen Förderung-Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP, Teil A)
  3. Zusammenschlüsse von Imkern (mindestens 5) können gemäß der Landesrichtlinie zur Marktstrukturverbesserung und Innovationsförderung Zuwendungen zu Organisationsaufwendungen des Zusammenschlusses erhalten.
  4. Förderung von Direktvermarktern

Von Bedeutung ist als indirekte Fördermaßnahme für Imker das Blühstreifenprogramm Sachsen-Anhalts, das sicherstellen soll, das während der gesamten Vegetationsperiode blühende Pflanzen zu finden sind.