Bioenergie - Das Universaltalent

Biomasse besteht aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz,  pflanzlichen und tierischen Abfällen. Daraus können Wärme, elektrische Energie und Kraftstoffe erzeugt werden. Die Bioenergie ist damit sehr vielseitig.

Abhängig von der Art der Biomasse können unterschiedliche Verfahren zur Energiegewinnung  angewendet werden, wie zum Beispiel die Vergärung bei der Erzeugung Biogas oder die Umesterung bei Biodiesel.

Im Jahr 2015 belegte die Bioenergie mit einem Anteil von 25 Prozent und einer Stromerzeugung  von  3,2 Milliarden Kilowattstunden auf Platz 2 der Rangliste des Landes. Der Anteil am Gesamtstromverbrauch beträgt 13 Prozent.

Biogasanlagen – die Anforderungen sind gestiegen

Die erste Biomasseanlage Sachsen-Anhalts wurde im Jahr 1996 an das Stromnetz angebunden. Erst ab dem Jahr 2005 gewann diese Art der Stromerzeugung eine größere Bedeutung. Im Jahr 2017 wurde die erste thermische Abfallbehandlungsanlage in Betrieb genommen.  Derzeit speisen 61 Biogasanlagen 74 Millionen Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz ein. Im Jahr 2015 waren es schon 405 Anlagen mit einer Leistung von 1,4 Milliarden Kilowattstunden. Es gibt in Sachsen-Anhalt 32 Anlagen, die Biogas direkt ins Erdgasnetz einspeisen.

Die Anforderungen des Stromhandels an Biogasanlagen sind im Laufe der Jahre gestiegen. Moderne Anlagen müssen flexibel entsprechend der Nachfrage der Verbraucher Strom liefern können. Dies erreicht man durch den Bau von Biogasspeichern vor Ort und mehreren Gasmotoren, die bei Bedarf per Fernsteuerung kurzfristig an- bzw. abgeschaltet werden können.

Zukunft der Bioenergie

Nach der Energiestudie des Jahres 2012 wird sich das technische Potential für Biomasse in Sachsen-Anhalt nicht weiter erhöhen. Die Anzahl der Biogasanlagen wird in Zukunft wahrscheinlich eher abnehmen, insbesondere kleine Anlagen ohne flexible Liefermöglichkeit. Ein weiterer Grund sind die steigenden Anforderungen an die Umweltverträglichkeit. Daneben steht die Biomasseerzeugung zur Energiegewinnung in Konkurrenz mit dem sehr günstigen Strom aus Windkraft. Viele Ackerstandorte stehen auch in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. Die Zukunft der Bioenergie liegt in der sogenannten Kaskadennutzung. Dabei wird derselbe Rohstoff zunächst stofflich und später energetisch genutzt. So könnte Biomasse effizienter genutzt werden ohne dass es eine Konkurrenz zwischen den verarbeitenden Branchen gibt.

Grafik über die Entwicklung der Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen-Anhalt 2015
Grafik über die Entwicklung der Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen-Anhalt 2015
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Referat Energiewende, Energietechnologie, Energieeffizienz
Dr. Martin Stötzer

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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