Windenergie in Sachsen-Anhalt

Leitfaden zum Artenschutz an Windenergieanlagen

Deckblatt des Leitfadens Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt
Deckblatt des Leitfadens Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt

Der Ausbau der Windenergie hat Auswirkungen auf heimische Tierarten. Insbesondere der Vogelschlag durch Windenergieanlagen rückte mit den ersten Windparks in ein besonderes Blickfeld. Wenig später wurden die negativen Auswirkungen auch für Fledermäuse offenbar.

Der Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt (pdf 3 MB) soll den Artenschutz bei der regenerativen Energiegewinnung aus Windkraft verbessern und die Tierverluste durch Windkraftanlagen verringern. Er legt den Rahmen für artenschutzbezogene Untersuchungen im Vorfeld der Genehmigungserteilung von Windenergieanlagen für Sachsen-Anhalt einheitlich fest. Das dient der Rechtssicherheit für die Windkraftbetreiber und dem Artenschutz.

Der Leitfaden wurde unter mehrfacher Beteiligung der Naturschutz- und Windenergieverbände entwickelt. Er enthält für durch Windenergieanlagen gefährdete Vogel- und Fledermausarten Empfehlungen zu Prüfradien und Erfassungsmethoden.

Der Rotmilan ist durch Windräder besonders gefährdet. Sachsen-Anhalt trägt eine besondere Verantwortung für seinen Schutz, denn acht Prozent der Rotmilane weltweit brüten hier. Im Leitfaden werden für den Rotmilan Flächen ausgewiesen, in denen die Brutvorkommen eine besonders hohe Dichte erreichen. Diese Dichtezentren sollen von Windparks freigehalten werden und die darin befindliche Windenergieanlagen nach und nach aus diesen Gebieten herausgenommen werden.

Im Jahr 2007 veröffentlichte die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten erstmals Empfehlungen für Abstände, die Windkraftanlagen zu den Brutstätten gefährdeter Vögel haben sollten. 2015 wurde die Landesregierung vom Landtag beauftragt, das Spannungsfeld zwischen dem Ausbau der Windenergie und dem Artenschutz durch einen Leitfaden für die Planungs- und Genehmigungspraxis aufzulösen.

Windenergie - Spitzenstellung in Deutschland

In Sachsen-Anhalt waren Ende 2016 insgesamt 2804 Windenergie-Anlagen mit einer installierten Leistung von 4914 Megawatt am Netz. Damit belegt Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Brandenburg im bundesweiten Vergleich den vierten Platz bei der kumulierten Windleistung an Land. Mit 116 neu errichteten Windkraftanlagen und einer durchschnittlichen Anlagengröße von 2784 kW im Jahr 2016 setzt Sachsen-Anhalt den Zubautrend fort und liegt damit im Mittelfeld des Länderrankings.

Im Jahr 2015 wurden in Sachsen-Anhalt fast 54 Prozent der Bruttostromerzeugung, das entspricht 56 Prozent der Nettostromerzeugung, aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bei der Erzeugung des regenerativen Stroms dominiert die Windkraft in Sachsen-Anhalt mit einem Anteil von über 60 Prozent. Dies entspricht einer Windenergieeinspeisung von fast 7800 Gigawattstunden im Jahr 2015.

Grafik über den Zubau von Windenergieanlagen von 2001 bis 2016
Grafik über den Zubau von Windenergieanlagen von 2001 bis 2016

Vorranggebiete für Windkraftanlagen

Nach dem Baugesetz des Landes Sachsen-Anhalt sind Windkraftanlagen bevorzugte Vorhaben im Außenbereich, soweit keine öffentlichen Belange entgegenstehen. Ziel der Raumordnung und Landesplanung in Sachsen-Anhalt ist es, den Bau von Windkraftanlagen räumlich zu steuern. Der Landesentwicklungsplan 2010 legt hierzu fest, dass in den Regionalen Entwicklungsplänen Vorranggebiete mit der Wirkung von Eignungsgebieten oder Eignungsgebiete für die Errichtung von Windkraftanlagen auszuweisen sind.

Nur ein Prozent der Landesfläche sind Vorrang- oder Eignungsgebiete für Windkraftanlagen. Außerhalb der Eignungsgebiete nehmen Altanlagen nur ein Prozent der Landesfläche ein.

Alles bleibt neu - Repowering

Nach etwa 20 Jahren Dauerbetrieb muss eine Windkraftanlage überholt werden. Mit neuer Technik kann die Gesamtleistung einer Windkraftanlage und ganzer Windparks vervielfacht werden. Die Raumordnung und Landesplanung Sachsen-Anhalt verfolgt im Zuge des Repowering das Ziel, für Streuanlagen, die außerhalb der Vorrang- und Eignungsgebiete errichtet wurden, Verbesserungen örtlicher Problemlagen und Verringerungen der Anzahl der Windkraftanlagen zu erreichen. Konkrete Regelungen trifft dazu der Landesentwicklungsplan 2010 sowie die einschlägigen Rechtsnormen auf Landesebene, unter anderem das Landesentwicklungsgesetz.

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Referat Energiewende, Energietechnologie, Energieeffizienz
Dr. Martin Stötzer

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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