Geflügelpest

Aktuelle Lage: Hühner und Enten dürfen landesweit wieder ins Freie

In Sachsen-Anhalt wird die Stallpflicht für Geflügel nahezu gänzlich aufgehoben.

Bereits Mitte März wurde die Stallpflicht in Sachsen-Anhalt gelockert. Am 20. März 2017 hatte das  Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie per Erlass die risikoorientierte Aufhebung des Aufstallungsgebotes angeordnet. Damit waren die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Die Behörden dort hatten daraufhin Risikobewertungen durchgeführt, um Areale festzulegen, in denen die Aufstallung des dort gehaltenen Geflügels aufrecht erhalten blieb, beispielsweise innerhalb einer 10 km Zone um EU-Wildvogelrastgebiete.

Nun gilt die Stallpflicht nur noch in Restriktionszonen, die aufgrund der Feststellung von Geflügelpest eingerichtet werden müssen.

Die Stallpflicht wurde Ende November vergangenen Jahres landesweit ausgesprochen, um eine mögliche Ausbreitung des hochpathogenen Geflügelpest-Erregers zu verhindern.

Trotz der Aufhebung der amtlichen Maßnahmen sind Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter weiterhin aufgerufen, die Bestände durch Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen zu schützen. Dazu gehören unter anderem ein kontrollierter Besucherverkehr und die Unterbindung der Möglichkeit für Wildvögel an Tränke und Futter des Hausgeflügels zu kommen. Bei Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung ist das zuständige Veterinäramt unverzüglich zu informieren.

Infektionsquelle kontaminiertes Material

FLI
Grafik

Bei den bisher in Deutschland verzeichneten Ausbrüchen geht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in den meisten Fällen von einem direkten oder indirekten Eintrag über kontaminiertes Material (Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände) als wahrscheinlichste Infektionsquelle aus.

Die Geflügelpest richtet nicht nur bei den erkrankten Tieren selbst großen Schaden an. Verheerend sind auch die großen wirtschaftlichen Folgen aufgrund von Handelssperren, Sperren um den Seuchenherd und schwerwiegenden Problemen im Absatz von Tieren und ihren Produkten auf dem Markt.

Aufstallung

Manuel Pape
Legehennen von Mark Zwuschen

Für das gesamte Land Sachsen-Anhalt galt seit dem 26. November 2016 ein Aufstallungsgebot, um den   Kontakt zu Wildvögeln zu verhindern.

Es bestand die Möglichkeit, die Tiere unter einer Schutzvorrichtung zu halten, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen musste.

In begründeten Einzelfällen war es möglich bei den Veterinärämtern der Landkreise und kreisfreien Städte Ausnahmen von der Aufstallung zu beantragen, wenn eine Aufstallung wegen der bestehenden Haltungsverhältnisse nicht möglich war, sichergestellt war, dass der Kontakt zu Wildvögeln auf andere Weise wirksam unterbunden wurde, und sonstige Belange der Tierseuchenbekämpfung nicht entgegenstanden.

Biosicherheit und weiteres Vorgehen

Manuel Pape
Legehennen von Mark Zwuschen

Durch den Erlass der "Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen“ wurden Biosicherheitsmaßnahmen auch für Geflügelbestände mit bis zu 1000 Stück Geflügel angeordnet. Um eine epidemiologische Untersuchung zur aktuelle Lage vorzunehmen, werden derzeit in den Bundesländern die Daten von betroffenen Geflügelhaltungen gesammelt und analysiert. Für Deutschland zeichnet sich ein erhöhtes Einschleppungsrisiko für Regionen ab, die sowohl als klassisches Risikogebiet gelten als auch eine hohe Geflügeldichte aufweisen. 

Erst wenn einige Wochen kein neuer Fall in Sachsen-Anhalt auftritt, wird die nach § 13 Absatz 1 Geflügelpest-Verordnung vorgesehene Risikobewertung entsprechend angepasst. Die Aufstallungsverpflichtung würde dann erst außerhalb ausgewiesener Risikogebiete und erst zu einem späteren Zeitpunkt komplett aufgehoben werden.

 

 

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Fachbereich 4
Veterinärmedizin
Dr. Wolfang Gaede

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