Menu
menu

Direktzahlungen ab 2015

Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen

Ziel der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2014 bis 2020 ist es, die Landwirtschaft in Europa ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Die von der EU bereitgestellten Fördermittel im Rahmen der Direktzahlungen werden stärker an Umweltverpflichtungen geknüpft. Dahinter steht das Prinzip: "öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen".

Seit 2015 gibt es in Deutschland vier Bausteine im Bereich der Direktzahlungen:

Basisprämie

Die Basisprämie war im Jahr 2015 regional unterschiedlich und wurde über mehrere Jahre auf einen bundeseinheitlichen Wert für Zahlungsansprüche je Hektar angeglichen. Im Jahr 2019 beträgt dieser Wert nunmehr 175,95 Euro pro Hektar.

Zum Seitenanfang

Umverteilungsprämie

Die Umverteilungsprämie, die 2014 eingeführt wurde, sieht einen Zuschlag für kleine und mittlere Betriebe vor. Das bedeutet, alle Betriebe erhalten für die ersten 30 Hektar etwa 50 Euro pro Hektar und für weitere 16 Hektar etwa 30 Euro pro Hektar.

Damit hatte sich Deutschland gegen die vorgesehene Kappung der Zahlungen für sehr große Betriebe ausgesprochen.

Zum Seitenanfang

Junglandwirte

Für Junglandwirte bis 40 Jahre gibt es innerhalb von fünf Jahren ab dem Jahr der Erstniederlassung für maximal fünf Jahre und 90 Hektar Landwirtschaftsfläche eine Zusatzprämie von etwa 44 Euro pro Hektar.

Zum Seitenanfang

Greening

Für konkrete Umweltleistungen der Landwirtschaft, das Greening, werden rund 87 Euro pro Hektar zusätzlich gewährt. Diese Umweltleistungen sind Pflichtaufgaben, die zwingend zum Erhalt der Direktzahlungsprämien eingehalten werden müssen. Folgende Maßnahmen müssen erbracht werden:

  • Erhaltung von Dauergrünland,
  • Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen (Anbaudiversifizierung) und
  • Bereitstellung "ökologischer Vorrangflächen" auf fünf Prozent des Ackerlandes, zum Beispiel Stilllegung, Pufferstreifen, Hecken oder Baumreihen.

Darüber hinaus bestand 2015 die Möglichkeit, sich als Kleinerzeuger anzumelden. Diese erhalten Direktzahlungen bis zu einer Höhe von maximal 1.250 Euro in einem vereinfachten Verfahren. Der Einstieg ist jedoch jetzt nicht mehr möglich.

Zum Seitenanfang

Übergangszeitraum bis zur nächsten Förderperiode

Mit dem zweiten Gesetz zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes (DirektZahlDurchfG) wurde die Umschichtung von der ersten Säule in die zweite auf 6 Prozent angehoben. Deshalb wird sich das Volumen für die Direktzahlungen für das Jahr 2020 geringfügig verringern, dafür stehen im EU-Haushaltsjahr 2021 entsprechend mehr Mittel für die ländliche Entwicklung zur Verfügung.

Es zeichnet sich derzeit ab, dass es mindestens ein Übergangsjahr geben wird. Erste Übergangsregelungen für 2021 sind auf EU-Ebene in Vorbereitung. Derzeit sind durch die Übergangsregelungen keine Veränderungen für die Antragssteller zu erwarten. Mit dem in Kraft treten wird im ersten Halbjahr 2020 gerechnet.

Zum Seitenanfang

Nächste Förderperiode - Ausblick

Über die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der nächsten Förderperiode wird bereits seit Juni 2018 diskutiert.

Die Vorschläge der EU-Kommission für die GAP in der nächsten Förderperiode beinhalten unter anderem die Weiterentwicklung des Systems der Direktzahlungen und eine stärkere Fokussierung auf die Zielerreichung sowie mehr Verantwortung für die Mitgliedsstaaten bei der Planung und Umsetzung. Die Mitgliedstaaten sollen ihre Interventionen, mit denen sie die EU-spezifischen Ziele verwirklichen wollen, in einem GAP-Strategieplan darlegen. Die GAP-Strategiepläne kombinieren die meisten GAP-Stützungsinstrumente, die aus Mitteln des Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) (einschließlich der sektoralen Programme, die bisher im Rahmen der Gemeinsamen Marktorganisation-Verordnung aufgestellt wurden) und des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert werden. Somit  sollen die Mitgliedstaaten eine einheitliche, kohärente Interventionsstrategie je Mitgliedstaat entwickeln. In den GAP-Strategieplänen bestimmen die Mitgliedstaaten anhand gemeinsam festgelegter Ergebnisindikatoren die Zielwerte, die sie in dem Programmplanungszeitraum erreichen möchten. Die Mitgliedstaaten und die Kommission überwachen die Fortschritte und bewerten die Wirksamkeit der Interventionen anhand jährlicher Berichte.

Mit einer Verabschiedung des Legislativpakets wird frühestens im 2. Halbjahr 2020 gerechnet. Daran schließt sich die Überführung in nationales Recht an. Die Ausgestaltung der GAP in Deutschland wird dann erst feststehen.

Zum Seitenanfang

Referat Beihilfemaßnahmen im InVeKoS

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg 

Telefon: +49 391 567- 0
E-Mail: Poststelle(at)mule.sachsen-anhalt.de