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Fischerei in Sachsen-Anhalt

Neuberufung der Mitglieder des Fischereibeirats

Mit Auslaufen der gegenwärtigen Berufungsperiode werden hiermit die jeweiligen Interessengruppen gebeten, einen Vorschlag für die Neubesetzung des Fischereibeirats abzugeben.

Gemäß § 49 Fischereigesetz des Landes Sachsen-Anhalt ist zur Beratung in wichtigen fischereilichen Fragen ein Fischereibeirat bei der oberen Fischereibehörde zu bilden. Der Fischereibeirat ist vor allen wesentlichen Entscheidungen von allgemeiner Bedeutung zu hören. Gemäß § 10 der Verordnung zur Durchführung des Fischereigesetzes besteht der Fischereibeirat aus elf Mitgliedern, und zwar:

  • zwei Vertretern der Fischereiberechtigten,
  • einem Vertreter der Fischzüchter und Teichwirte,
  • einem Vertreter der Berufsfischer,
  • zwei Vertretern der Angler,
  • einem Vertreter der Landwirtschaft,
  • einem Vertreter der Forstwirtschaft,
  • einem Vertreter der Wasserwirtschaft,
  • einem Vertreter der Fischereiwissenschaft und
  • einem Vertreter der vom Land anerkannten Naturschutzvereinigungen, die nicht bereits ein weiteres Mitglied stellen. 

Jedes Mitglied soll einen Stellvertreter erhalten. Diese werden vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie auf Vorschlag der Interessengruppen auf die Dauer von fünf Jahren berufen.Die Vorschläge sind bis zum 31.10.2020 per Email (VzAL5(at)mule.sachsen-anhalt.de) oder per Briefpost beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt (Leipziger Straße 58, 39112 Magdeburg) einzureichen. 

Die Fischerei in Sachsen-Anhalt

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Anteil der Wasserfläche von rund 2 Prozent mit einer Größe von 43.300 Hektar in Sachsen-Anhalt relativ gering. Dennoch sind mit 23 weit verzweigten Fließgewässersystemen sehr gute natürliche Voraussetzungen für das Vorkommen einer artenreichen Fischfauna gegeben.

Der überwiegende Teil der Fließgewässer zählt zu den Flachlandflüssen der norddeutschen Tiefenebene. Der bedeutendste Fluss Sachsen-Anhalts mit einer Länge von 303 km ist die Elbe. Zu ihren wichtigsten deutschen Zuflüssen zählen Schwarze Elster, Mulde, Saale und Havel. Ursprünglich (vor 1850) beherbergte die Elbe neben unvorstellbaren Mengen an stabilen Beständen von Hecht, Blei oder Barbe auch Wanderfische (z.B. Aal, Lachs, Stör), die flussaufwärts zu ihren Laichplätzen zogen. Die Liste der Gefährdungsfaktoren ist lang. Durch Industrieabwässer, Begradigungen, Flussbetträumungen, Bau von Stauanlagen und Talsperren, Schifffahrt und freizeitliche Nutzung wurden die Fischbestände in allen Gewässern gravierend verändert.

Mehr als die Hälfte der heimischen Fischarten sind gefährdet. Umso mehr freute im Oktober 1998 die Nachricht über die Rückkehr der ersten Lachse in die Nebenflüsse der Elbe in der Sächsischen Schweiz. Durch eine Reihe von Schutzmaßnahmen und eine seit 1990 verbesserte Gewässergüte kann derzeit auch in Sachsen-Anhalt ein dynamischer "Aufwärtstrend" in der Fischpopulation verzeichnet werden. So hat sich die Zahl der nachgewiesenen heimischen Arten von 40 im Jahr 1997 auf aktuell 45 erhöht. Fünf Arten, die 1997 noch ausgestorben bzw. verschollen waren, konnten zwischenzeitlich wieder nachgewiesen werden. Das sind Meerneunauge, Meerforelle, Lachs, Flunder und Nase. 

Aus fischereiökologischer Sicht besitzt Sachsen-Anhalt überregionale Bedeutung. Gegenwärtig werden 44 Prozent (19.000 Hektar) der Gesamtwasserfläche (rund 43.300 Hektar) fischereilich genutzt, davon rund 6.500 ha im fischereilichen Haupterwerb. Der größere Rest befindet sich in Pacht bzw. in Eigentum von Anglern bzw. Anglervereinen. Als Wirtschaftsfaktor hat die Binnenfischerei in Sachsen-Anhalt ausschließlich regionale Bedeutung, vor allem im Harzgebiet, dem Fläming und in der Altmark. Als Erholungs- und Tourismusfaktor entwickeln sich außerdem zunehmend Angelgewässer in allen Landesteilen. Der bedeutendste Produktionszweig der Binnenfischerei ist gegenwärtig die Forellenproduktion mit 10 Haupterwerbsbetrieben. Außerdem gibt es aktuell 13 Haupterwerbsbetriebe, die sich mit Fluss- und Seenfischerei befassen. Die wichtigsten Fischarten für die gewerbliche Fischerei im Land sind Kleine Maräne, Aal, Zander, Hecht und Karpfen.

In Sachsen-Anhalt gibt es rund 60.000 Fischereischeinbesitzer. Der VDSF-Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V. (VDSF) vertritt rund 2.000 Mitglieder. Die überwiegende Anzahl der organisierten Angler in Sachsen-Anhalt (etwa 45.000) wird durch den Landesanglerverband im DAV vertreten.

Weitere Informationen zur Fischerei in Sachsen-Anhalt und in Deutschland mit Ansprechpartnern aus Bund und Ländern finden Sie unter http://www.portal-fischerei.de und unter http://www.fischinfo.de.

Dokumente

Fischartenatlas Teil 1 (Die Fischarten) und Teil 2 (Die Fischgewässer)