Verordnung zur Änderung fischereirechtlicher Verordnungen in Kraft getreten

Am 16. März 2013 ist die Verordnung zur Änderung fischereirechtlicher Verordnungen in Kraft getreten, die Interessierten den Zugang zum Angeln erleichtert, den Fischartenschutz stärkt und die fischereirechtlichen Verordnungen an die aktuellen Gegebenheiten anpasst.

Was hat sich konkret geändert?

Änderung der Verordnung zur Durchführung des Fischereigesetzes (DVO-FischG)

Die wesentlichsten Änderungen sind:

  • Wohnsitzprinzip (Paragraph 6)
    Klarstellung, dass das für den Fischereischein geltende Wohnsitzprinzip auch für die Anerkennung von in anderen Bundesländern abgelegten Fischerprüfungen anzuwenden ist.
  • Fischereiabgabe (Paragraph 7)
    Die Fischereiabgabe für den Fischereischein und den Friedfischfischereischein wird auf 6 Euro erhöht.
  • Berufung der Mitglieder des Fischereibeirates (Paragraph 10)
    Die Mitglieder des Fischereibeirats werden künftig für die Dauer von fünf Jahren berufen.

Änderung der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt (FischO LSA)

Die wesentlichsten Änderungen sind:

  • Einführung der Definition Hegene (Paragraph 1)
    Es wird eine Definition der sog. Hegene eingeführt, die zum Friedfischfang verwendet werden darf (vgl. dazu § 1a neu im Folgenden).
  • Erleichterung des Einstiegs in das Angeln - Friedfischfang (Paragraph 1a)
    Angler können ab September 2013 einen Friedfischfischereischein in Sachsen-Anhalt erwerben. Der Umfang des Friedfischfanges, die Beschaffenheit einer Friedfischangel und die erlaubten und unerlaubten Köder werden in den Absätzen 2 und 3 des Paragraphen 1a genau definiert.
  • Änderungen bei Fangverboten (Paragraph 2), Schonzeiten (Paragraph 3) und Mindestmaße (Paragraph 4)
    Schonzeit und Mindestmaß beim Wels und Fangverbot bei der Zährte werden aufgehoben. Für Lachs und Meerforelle gilt ab sofort ein generelles Fangverbot. Für den Aal wird das Mindestmaß auf 50 cm erhöht.
  • Anlandungsverpflichtung (Paragraph 7)
    Invasive nicht heimische Arten gelten als eine der Hauptursachen für den Verlust heimischer Arten und die Bedrohung der Artenvielfalt. Um einer weiteren unerwünschten Verbreitung dieser Arten entgegenzuwirken gilt jetzt eine Anlandungsverpflichtung.
  • Umsetzung der EU-Aalverordnungen (Paragraph 20a)
    Um den Schutz des Aalbestandes sicher zu stellen sowie die Möglichkeiten seiner nachhaltigen Nutzung zu erhalten und zu verbessern.
  • Einbringen nicht heimischer Fischnährtiere in Gewässer (Paragraph 23)
    Obere Fischereibehörde ist jetzt, im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde und der oberen Wasserbehörde befugt, Ausnahmen von dem Verbot des Einbringens nicht heimischer Fischnährtiere in Gewässer zuzulassen. (Delegierung der Aufgabe von oberster auf obere Behörde)
  • Ordnungswidrigkeiten (Paragraph 25)
    Anpassungen bei den Ordnungswidrigkeitentatbeständen hinsichtlich der Verbote und Beschränkungen beim Friedfischfang sowie der neu aufgenommenen Vorschriften zur Aalfischerei

Änderung der Fischerprüfungsordnung (FischPrüfO)

Die wesentlichsten Änderungen sind:

  • Ausbilder dürfen künftig auch prüfen (Paragraph 2)
    Die Einschränkung, dass als Mitglied des Prüfungsausschusses nicht berufen werden darf, wer gegen Entgelt bei der Ausbildung der Prüflinge mitgewirkt hat, entfällt.
  • Prüfungstermine bestimmen Landkreise und kreisfreie Städte ab jetzt selbst (Paragraph 3)
    Die bisherige Beschränkung auf zwei von der obersten Fischereibehörde landeseinheitlich festgesetzte Prüfungstermine pro Jahr entfällt.
  • Auswahl der Prüfungsfragen bestimmen Landkreise und kreisfreie Städte ab jetzt selbst (Paragraph 7)
    Die Landkreise und kreisfreien Städte bestimmen die Auswahl der Prüfungsfragen aus dem Katalog der Prüfungsfragen, der von der oberen Fischereibehörde geführt wird, selbst.
  • Die mündliche Prüfung wird um das Fachgebiet Rechtskunde erweitert (Paragraph 8)
    Der Prüfling soll künftig nachweisen, dass er für die Fischerei wesentliche rechtliche Bestimmungen (z. B. Mindestmaße, Schonzeiten, Fangverbote) kennt.
  • Das Alter ist einziger Unterschied bei Jugend- und Friedfischfischerprüfung (Paragraph 14)
    Bei der Jugendfischerprüfung sind die mündlichen Fragen auch dem Alter der Prüflinge anzupassen.
  • Abnahme der Jugend- und Friedfischfischerprüfung in Verantwortung der Angelverbände bzw. der Angelvereine (Paragraph 14a)
    Die Prüfungen erfolgen ab September 2013 unabhängig von der Fischerprüfung bei den Fischereibehörden in Eigenregie von Anglervereinen. Berechtigt zur Durchführung der Jugend- und Friedfriedfischerprüfung sind diejenigen Anglervereine, denen die obere Fischereibehörde die Durchführung von Lehrgängen zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung übertragen hat. 
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