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Ökologischer Landbau - umweltschonend und qualitätsbewusst

Ökolandbau in Sachsen-Anhalt

Der ökologische Landbau ist eine umweltschonende Form der Landbewirtschaftung.

Zu den Grundsätzen der ökologischen Wirtschaftsweise gehören insbesondere:

  • ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf (die Tierhaltung ist mit der zur Verfügung stehenden Fläche gekoppelt),
  • eine natürliche Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt (es werden eigene Wirtschaftsdünger genutzt, Zwischenfrüchte und Feldfutter - insbesondere Hülsenfrüchte - werden angebaut und es gibt weite und abwechslungsreiche Fruchtfolgen),
  • eine tiergerechte Haltung (arteigene Bedürfnisse der Tiere werden bestmöglich berücksichtigt, es wird artgemäß gefüttert, für die Tiere gibt es Einstreu und Auslauf, die Lebendtransportzeiten sind kurz),
  • Ressourcenschutz (durch Verzicht auf chemisch-künstliche Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Mineraldünger werden Wasser, Luft und Boden geschont),
  • keine gentechnisch veränderten Kulturpflanzen und Tiere, in Folge keine Erzeugnisse mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen.

Bislang werden rund 108.000 Hektar Fläche ökologisch bewirtschaftet, das sind 9,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

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Entwicklung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt

Seit Anfang der neunziger Jahre entscheiden sich immer mehr Betriebe, auf die Erzeugung, die Verarbeitung und den Handel von Öko-Produkten umzusteigen. Regional.Bio.Lecker liegt ganz im Trend. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Ökolandbau mittelfristig auf 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu erweitern.

Der Ökolandbau in Sachsen-Anhalt ist weiter gewachsen. In den Jahren 2017 bis 2020 ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche um rund 47.000 ha gestiegen. Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt im Jahr 2020 ca. 108.000 ha ökologisch bewirtschaftet. Das sind rund 3.000 ha mehr als im Vorjahr. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes umfasst derzeit 9,4 %. Die durchschnittliche Flächenausstattung je Betrieb beträgt in Sachsen-Anhalt rund 173 ha.

Zum 31.12.2020 waren insgesamt 881 Öko-Unternehmen gemeldet. Davon sind

  • 628 landwirtschaftliche Betriebe (Erzeugerbetriebe),
  • 208 Verarbeitungsunternehmen,
  • sieben Unternehmen, die Futtermittel, Mischfuttermittel und Futtermittelausgangserzeugnisse aufbereiten sowie
  • 38 Handelsunternehmen in der Ökobranche.

Der Anteil ökologisch wirtschaftender Unternehmen an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Unternehmen des Landes beträgt 15,1 %.

Die Zahlen zur Entwicklung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt verdeutlichen, dass mit den vom Land geschaffenen Maßnahmen und Rahmenbedingungen Ökolandbau wirtschaftlich ist und gleichzeitig die Böden geschont und die heimische Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleiben. Zusätzlich werden zur Stärkung des Ökolandbaus die dringend benötigten Fachkräfte seit 2019 wieder im Land ausgebildet. In der Ökofachschule Salzwedel wird der Ökolandbau gelehrt.

Einen Überblick zur Entwicklung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt bietet die Koordinierungsstelle ökologische Produktion.

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Zahlen zur Entwicklung des ökologischen Anbaus in Sachsen-Anhalt

Entwicklung ökologischer Anbau
Sachsen-Anhalt201520162017201820192020
Ökofläche in ha57.03460.96773.04693.973105.642108.684
Vergleich zum Vorjahr+3.933+12.079+20.927+11.669+3.042
Ökofläche in % LN4,95,2 6,28,09,19,4
Vergleich zum Vorjahr+0,3+1,0+1,8+1,1+0,3
Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe387407463566621628
Vergleich zum Vorjahr+20+56+103+55+7
Anteil landwirtschaftlicher Betriebe in %99,5111314,715,1
Vergleich zum Vorjahr+0,5+1,5+2+1,7+0,4

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Flächenausstattung ökologisch wirtschaftender Betriebe

Flächenausstattung ökologisch wirtschaftender Betriebe in Sachsen-Anhalt im Jahr 2020 (Quelle: LLG Bernburg)
landwirtschaftlich genutzte Fläche in haAnzahl Betriebe
unter 557
5 bis unter 1029
10 bis unter 100263
100 bis unter 20094
200 bis unter 500133
über 50052
Gesamt628

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Umstellung auf ökologischen Landbau

Wenn eine Umstellung des landwirtschaftlichen Unternehmens auf ökologischen Landbau in Betracht gezogen wird, ist es ratsam sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Herausforderungen bei der Umstellung und den praktischen Ökolandbau zu informieren. Es ist empfehlenswert, das Gespräch mit einem erfahrenen Ökoberater zu suchen, um gemeinsam zu prüfen, ob eine Umstellung grundsätzlich möglich ist, welche Maßnahmen getroffen werden müssen und welche Auswirkungen diese auf den Betrieb haben werden. Ist die Entscheidung zur Umstellung gefallen, sollte ein Umstellungsplan für mindestens drei Jahre aufgestellt und ein Kontrollvertrag mit einer privaten, staatlich zugelassenen Kontrollstelle über die Verpflichtung zur Einhaltung der Regeln des Ökolandbaus eingegangen werden. Im Hinblick auf einzuhaltende Rahmenbedingungen und Vermarktungsabsichten sollte abgewogen werden, ob der Betrieb als EU-Ökobetrieb oder als Mitglied in einem Anbauverband wirtschaften soll. Detaillierte Informationen zur Umstellung auf ökologischen Landbau sind auf der Seite der Koordinierungsstelle ökologische Produktion abrufbar.

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Ökoaktionsplan Sachsen-Anhalt

Um den Ökolandbau in Sachsen-Anhalt zu stärken, hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt (MULE) gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt (LLG), den Bio-Verbänden, dem Bauernverband, dem Bauernbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft einen Öko-Aktionsplan mit Umsetzungskonzept und Fahrplan 2018 bis 2021 und darüber hinaus entwickelt.

2018 wurde ein zeitlich befristeter Kompetenzkreis unter Leitung des Fachreferates im MULE eingerichtet. Dieser begleitet das Umsetzungskonzept. Die Bearbeitung der im Umsetzungskonzept formulierten Aufgaben erfolgt in vier Arbeitsgruppen (AG):

  • AG 1 "Förderung, Beratung, Agrar-Umwelt-Klimaschutz-Maßnahmen (AUKM)"
  • AG 2 "Umsetzung der Öko-Verordnung"
  • AG 3 "Marketing, Vermarktung, Verbraucheraufklärung"
  • AG 4 "Vernetzung der Forschung (Versuchswesen) und Bildung".

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Fördermöglichkeiten für den ökologischen Anbau in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt gewährt Betrieben mit landwirtschaftlich genutzten Flächen im Land Zuwendungen zur Förderung ökologischer Anbauverfahren. Diese Förderung wird in Form einer Flächenprämie bei der Umstellung eines Betriebes auf ökologischen Landbau und bei der Beibehaltung dieser Bewirtschaftungsform nach Abschluss des jeweiligen Förderjahres ausgezahlt. Der Antrag auf Förderung ist rechtzeitig und vollständig bei dem zuständigen ALFF zu stellen.

Die Antragsunterlagen dazu sind auf den Seiten zum Elektronischen Agrarantrag zu finden.  

Außerdem können die ökologisch wirtschaftenden Betriebe die Möglichkeiten der einzelbetrieblichen Förderung für landwirtschaftliche Betriebe nutzen.

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Förderung der Haltung von Legehennen in mobilen Hühnerställen

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich für Eier aus der ökologischen Freilandhaltung, vor allem dann, wenn die Produkte aus der Region kommen. Eine Chance für Öko-Betriebe, in diesen Markt einzusteigen, bieten mobile Hühnerställe.

Diese besonders artgemäße und umweltschonende Haltungsform für Hühner ist ein großer Gewinn für das Tierwohl in der Eierproduktion. Über das Agrarinvestitionsprogramm (AFP) ist eine Förderung der mobilen Hühnerhaltung möglich. Alle Informationen dazu gibt es im Flyer "Haltung von Legehennen in mobilen Hühnerställen".

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Das Öko-Kontrollverfahren

Zuständige Behörde für den Vollzug der Öko-Verordnungen in Sachsen-Anhalt ist die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG). Von hier aus nimmt die Koordinierungsstelle ökologische Produktion die grundlegenden Aufgaben des Ökolandbaus landesweit wahr.

Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben für die Unternehmen wird in Sachsen-Anhalt durch 16 zugelassene private Kontrollstellen geprüft. Eine Kontrollstelle davon (Grünstempel EU-Ökoprüfstelle) hat ihren Sitz im Land.

Übersicht zu den in Sachsen-Anhalt tätigen Kontrollstellen (pdf)

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Rechtliche Grundlagen des Ökolandbaus

Die Grundlage für den zertifizierten Ökolandbau ist die Verordnung (EG) Nr. 834/2007 vom 28. Juni 2007 (in der jeweils geltenden Fassung). Die Durchführungsvorschriften zu dieser sogenannten Öko-Basis-Verordnung regelt die Verordnung 889/2008 (in der jeweils geltenden Fassung).

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Förderverein Biohöfegemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V.

Mit der Biohöfegemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V. gibt es einen Förderverein für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der Verein arbeitet im Interesse aller Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter unabhängig von deren Verbandszugehörigkeit. Mitglied der Biohöfegemeinschaft sind unter anderem Unternehmen aller in Sachsen-Anhalt tätigen Ökoverbände.

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Pflanzliche Erzeugung, Bio- und Gentechnik, Garten- und Weinbau, Ökologischer Landbau, Imkerei

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Herr Heinz Jürgen Lamott 
Telefon:  +49 391 567-1752
E-Mail: poststelle(at)mule.sachsen-anhalt.de