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Sommertour 2019 vom 01. bis zum 5. Juli 2019

Ministerin Dalbert wandert am Grünen Band

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert wandert entlang des Grünen Bandes. Sie trifft sowohl auf bedeutende historische Erinnerungsorte als auch auf eine einzigartige Natur. Begleitet wird sie von Persönlichkeiten aus der Region und Menschen, die sich seit Jahren für das Grüne Band einsetzen. Die einzelnen Stationen der Sommertour sind in der Tabelle unten zusammengestellt.

Der Start war am Montag, 01. Juli 2019, der dreieckige Grenzstein am Großen Ehrenberg, „Drei-Länder-Stein“ genannt, wo die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen; die Kreise Goslar (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt) und Nordhausen (Thüringen) und die beiden Naturparks Harz Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vom Naturpark Südharz aufeinandertreffen. Zu Zeiten der deutschen Teilung kennzeichnete der Stein die Grenzen der BRD und der DDR.

Bei perfekten Wetter ging es vom Drei-Länder-Stein aus den alten Kolonnenweg entlang. Benno Schmidt alias Brockenbenno, Frau Anett Drache und Herr Frank Weiner vom Harzklub sowie der Wanderführer Friedemann Schwarz und Dr. Klaus George vom Regionalverband Harz e.V. waren mit dabei.

Tag 1: Drei-Länder-Eck

Tag 1: Drei-Länder-Eck

Tag 1: Drei-Länder-Eck

Tag 1: Drei-Länder-Eck

Tag 2 der Sommertour 2019

Tag 2 der Sommertour Grünes Band Sachsen-Anhalt ging auf den Brocken im Nationalpark Harz - die Ausstellung im Brockenhaus erinnert an das militärische Sperrgebiet und der Brockengarten lädt auf eine Reise durch eine alpine Botanik ein. Wanderführer Friedemann Schwarz und Dr. Klaus George vom Regionalverband Harz e.V. waren mit dabei.

Der Nationalpark Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein. Mehr als 7.200 Tier- und Pflanzenarten finden hier eine geschützte Zuflucht.

 

 

Tag 2: Brocken

Tag 2: Brocken

Tag 2: Brocken

Tag 2: Brocken

Tag 3 der Sommertour 2019

Station 1: In Zusammenhang mit dem Ausbau der Grenzsicherungsanlagen der ehemaligen  DDR wurde 1975 am Fallsteinweg in Richtung Hornburg, circa 250 m hinter dem Grenzzaun, ein acht Meter hoher Führungsturm mit Befehlsstelle für diensthabende Offiziere der Grenztruppen der NVA errichtet; südöstlich des Turmes befindet sich eine Kfz-Mulde als ehemals getarnter Unterstand; nach der Entwidmung 1989 wurde der Turm 1995 mittels Spenden gesichert und in-stand gesetzt. Als Objekt der Grenzsicherung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen der BRD und der DDR zählt der Grenzturm Rhoden zu den Zeugnissen und Mahnmalen der deutschen Teilung von 1961 bis 1989. Aktuell wird der Turm als Museums- und Besichtigungsturm genutzt und gilt als Mahnmal der deutschen Teilung.

Station 2: Die ehemalige Grenzanlage Mattierzoll wurde weitgehend rekonstruiert. Es wurde ein Infopunkt errichtet. Bei den Relikten der Grenzanlagen, die dort zu sehen sind, handelt es sich um originales Material, aber nicht um den genauen historischen Ort und Aufbau der DDR-Grenzsperranlagen, sondern um eine verdichtete Rekonstruktion.

 

 

Tag 3: Nordharz

Tag 3: Nordharz

Tag 3: Nordharz

Tag 3: Nordharz

Tag 4 der Sommertour 2019

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert ist auf ihrer Sommertour entlang Grünen Bandes heute in der Börde und im Biosphärenreservat Drömling unterwegs. Begleitet wir sie heute Vormittag unter anderem von der Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch, und vom Innenminister, Holger Stahlknecht. Am Nachmittag wandert sie entlang des Grenzlehrpfades im Drömling.

historischer Ort:

In Harbke findet man den an die Ortschaft angrenzenden ehemaligen Braunkohletagebau, der als Kohlepfeiler direkt an bzw. auf der innerdeutschen Grenze lag, daher auch Grenzkohlepfeiler genannt. Davon ist, abgesehen vom Tagebauloch, wo jetzt der Lappwaldsee entsteht, nichts mehr zu erkennen. Zwischen Harbke und Sommersdorf gibt es am Fluss Wirpke eine Erinnerungssäule aus Rohren, mit denen der Flusslauf bis 1989 "gesichert" war, um Fluchten zu verhindern. Auf der Säule gibt es Informationen zum Grenzregime der DDR und einigen Fluchtfällen.

Die Führungsstelle bei Jahrstedt steht nicht unter Denkmalschutz. Der sich in der Nähe der Führungsstelle befindliche Grenzlehrpfad zeigt eine chronologische Rekonstruktion der DDR-Grenzsperranlagen von den 1950ern bis in die 1980er Jahre; allerdings handelt es sich hier größtenteils nicht um originales Material. Der Fokus lag hier nicht auf einer historisch exakten Wiederherstellung der alten Grenzsperranlagen, sondern um das Zeigen der verschiedenen Ausbaustufen.

Grenzlehrpfad zwischen Böckwitz-Zicherie und Jahrstedt: Der Grenzlehrpfad wurde durch den Museumsverein Böckwitz, die ABS-Gesellschaft Drömling, den Altmarkkreis Salzwedel und zum Teil als LEADER-Projekt entwickelt, umgesetzt und betreut. Er umfasst verschiedene Stationen zwischen dem durch die Grenze geteilten Doppeldorf Böckwitz-Zicherie und Jahrstedt.


Naturschönheiten:
Die Wanderung führt am Nachmittag durch die Offenlandschaft des landwirtschaftlich geprägten nordwestlichen Drömlings im Übergang zu den Hochflächen. Entlang des kleinen Baches Teiderneitze befinden sich hier Grünlandflächen, die überwiegend extensiv durch Mutterkühe und Pferde beweidet bzw. gemäht werden. Zum Teil sind noch Moordammkulturen vorhanden, die von den ehemals vorhandenen Niedermoorflächen zeugen. Diese sind jedoch bis heute fast voll-ständig zu Humusgleyen und Gleyen degradiert, so dass auch Ackernutzung stattfinden kann. Zwischen den Grünland- und Ackerflächen sind kleine Feldgehölze vorhanden, die oft aus Eichenmischwäldern bestehen. Zusätzlich gliedern Baumreihen und Hecken sowie Staudenfluren entlang der Wege und Gewässer die Landschaft, so dass ein kleinräumiges Mosaik mit vielen Grenzlinien und hoher Biodiversität entstanden ist. Hier vorkommende besonders geschützte Arten gem. Anhang I der Vogelschutzrichtlinie sind Wespenbussard, Rotmilan, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Ortolan und Heidelerche.

 

 

Tag 4: Tagebaugebiet in der Börde und der Drömling

Tag 4: Tagebaugebiet in der Börde und der Drömling

Tag 4: Tagebaugebiet in der Börde und der Drömling

Tag 4: Tagebaugebiet in der Börde und der Drömling

Tag 5 der Sommertour 2019

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert beendet heute ihre Wanderung entlang des Grünen Bandes. Zum Abschluss läuft sie im Norden Sachsen-Anhalts im Projektgebiet des BUND. Begleitet wird sie auch hier von Persönlichkeiten aus der Region und Menschen, die sich seit Jahren für das Grüne Band einsetzen.

historischer Ort:

Der ehemalige Grenzturm bei Dahrendorf gehört zu einem der letzten Zeugen der deutsch-deutschen Grenze. Der Betonturm bei Dahrendorf ist als Teil der ehemaligen Grenzanlagen ein historisches Denkmal, da von den insgesamt einst 434 Türmen an der 1393 Kilometer langen innerdeutschen Grenze heute nur noch wenige stehen. Unmittelbar am einstigen Todesstreifen gelegen, war er bis 1989 Teil der umfangreichen Sperranlagen und diente der Überwachung des Grenzabschnittes nordwestlich von Salzwedel.

Der Turm wurde nach der Wende trotz schlechtem Zustand nicht abgerissen, da der damalige Bürgermeister den Turm als Erinnerungsmahnmal erhalten wollte. Aufgrund seiner Lage auf ei-nem Kamm hat man sowohl nach Ost als auch West eine gute Sicht. Zu DDR-Zeiten war der Turm wie viele andere am Grünen Band als Führungsstelle für Grenzsoldaten in Betrieb.

Wüstung Groß Grabenstedt: In den 1950iger Jahren war Groß Grabenstedt noch ein lebendiges Dorf. Es gab eine Schule, eine Gastwirtschaft und 12 Wohnhäuser, davon 7 Hofstellen. Sogar ein Lehrlingswohnheim und einen so genannten Maschinenstützpunkt (MAS) gab es hier.

Ein tragisches Kapitel in der Geschichte der DDR betrifft die Dörfer, die für die Grenze, den so-genannten Todesstreifen, weichen mussten. Sie wurden geschleift, also abgerissen und wegpla-niert. Eines dieser Dörfer in der Altmark war Groß Grabenstedt. Gleich hinter dem Ort verlief die DDR-Grenze.
Die Kirche wurde Ende der 1970iger Jahre nach langem Verfall dem Erdboden gleichgemacht. Ihre Glocken werden nun in der Osterwohler Kirche aufbewahrt.

Ein paar alte Leute durften noch bis zu Ihrem Tod dort bleiben. Familie Juschus verließ erst 1979 Groß Grabenstedt. Die letzte Bewohnerin verließ das Dorf im Jahr 1986. Nur Fundamentreste oder einzelne Stallanlagen zeugen heute noch von dem 1375 zum ersten Mal erwähn-ten Dorf.


Naturschönheit:

BUND-Projektgebiet: Die Modellregion umfasst verschiedene Naturräume zwischen dem ehe-maligen Grenzfluss Elbe im Norden, dem Arendsee im Südosten und der Dumme-Niederung im Südwesten. Drei der Rahmen des E+E-Vorhabens „Bestandsaufnahme Grünes Band“ ausgewiesenen Schwerpunktgebiete für den Naturschutz befinden sich in der Modellregion Elbe-Salzwedel, zum Beispiel das bundesweit bedeutende Gebiet Harper Mühlenbach bis Feuchtgrünland bei Salzwedel.

Harper Mühlenbach
Einst war der Harper Mühlenbach Grenzgewässer zwischen Ost- und Westdeutschland. 25 Jahre später bilden alte Kolonnenwege und einstige Sperrgebiete das heutige Grüne Band. Der Harper Mühlenbach ist bis heute noch sehr naturnah erhalten. Typisch ist der stark mäandrierende Ver-lauf. Seltene Tiere und Pflanzen finden hier wichtige Rückzugsräume. Durch die Jahrzehnte lange Abgeschiedenheit sind bachbegleitende Erlen-Eschenwälder entlang des Fließgewässers entstanden. Dieser Biotoptyp hat europaweit eine besondere Bedeutung; da er im Rahmen der FFH (Flora-Fauna-Habitatrichtlinie) als besonders schützenswert gilt. Im Frühling blühen Buschwindröschen und Schlüsselblumen. Blütenreiche Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und Seggenrieder bilden wichtige Pufferzonen zwischen dem Bach und den benachbarten, intensiv genutzten Flächen.

Als typische Bachbewohner kommen am Harper Mühlenbach der Fischotter, der Eisvogel und früher sogar die Wasseramsel vor. Seltene Fische wie Bachforelle und Bachneunauge belegen die gute Wasserqualität. Die Larven verschiedener Libellen und Eintags-, Stein- und Köcherfliegen verstecken sich am Bachgrund. Aufgrund des sehr sauberen, klaren Wassers besteht die Hoffnung, dass sich auch die bundesweit vom Aussterben bedrohte Kleine Bachmuschel wieder im Harper Mühlenbach ansiedelt. Sie kommt aktuell noch in einigen Nebengewässern vor.

Tag 5: Altmark

Tag 5: Altmark

Tag 5: Altmark

Tag 5: Altmark

Stationen der Sommertour 2019 von Umweltministerin Dalbert am Grünen Band Sachsen-Anhalt

Montag, 01. Juli 2019: Drei-Länder-Eck

10:00
Uhr
Eröffnung der Sommertour 2019 am Treffpunkt der Schutzhütte am Jägerstein am Drei-Länder-Eck ((Koordinaten 51.640759. 10.701647); Bitte das Auto am Waldparkplatz abstellen (Koordinaten 51.639446, 10.701432)
Die sich anschließende Wanderung über 3 Kilometer startet am Dreiländerstein und führt entlang des Harzer Grenzweges
12:00
Uhr
Imbiss und Gespräch mit der Ministerin im Hotel Harzhaus

Dienstag, 02. Juli 2019: Harz/Brocken

15:00
Uhr
Treffen mit Benno Schmidt alias Brocken-Benno, Botschafter des Grünen Bandes Sachsen-Anhalt und dem Zeitzeugen Klaus Schubert Albrecht am Brockenhaus (Koordinaten: 51°47‘57‘‘N, 10°36‘56‘‘O)
16:30
Uhr
Wanderung auf dem 1,5 km langen Rundweg um den Brockengipfel gemeinsam mit Brocken-Benno und Andreas Pusch, Leiter der Nationalparkverwaltung Harz 
17:15
Uhr
Besichtigung des Brockengartens mit fachkundigen Erläuterungen zur Historie und Artenausstattung des alpinen botanischen Gartens
18:30
Uhr
Fahrt vom Brocken nach Schierke mit der Brockenbahn
19:30
Uhr
Einkehr beim Brockenbauer Thielecke in Tanne mit der Möglichkeit zum Gespräch mit der Ministerin

Mittwoch, 03. Juli 2019: Nordharz

10:00
Uhr
Treffpunkt am Wendeplatz Kolonnenweg (Koordinaten: 52.012563; 10.634125)
10:30
Uhr
Besichtigung des Wachtturmes Rhoden (Koordinaten: 52.010711, 10.636755) und anschließender Wanderung entlang des Kolonnen-Weges mit den Ortsbürgermeistern von  Rhoden, Rohrsheim und Veltheim
12:00
Uhr
Imbiss im Café Brennessel, Hauptstraße 9, 38855 Aue-Fallstein (Koordinaten: 52.037160, 10.747148)
13:00Besichtigung des hauseigenen Gartens
13:45
Uhr
Besuch der rekonstruierten Grenz-Gedenkstätte Mattierzoll-Hessen und Vorstellung der Renaturierungsmaßnahme Deersheimer Aue (Mattierzoll-Hessen, Koordinaten: 52.044801, 10.763371)
15:00
Uhr
Treffen des Schäfers und Flächenbewirtschafters der SUNK Herrn Weihe, der einen Einblick in seinen Alltag gibt - Herdenumtrieb mit Hütehunden, Landschaftspflege und Verkostung von hausgemachtem Käse gehören u.a. dazu (Koordinaten: 52.055644, 10.898093)
16:00 UHrTreffen mit Imker Kretschmar, der einen Einblick in seine Wanderimkerei gibt (Koordinaten: 52.055644, 10.898093)
18:00 UhrMöglichkeit zum Gespräch mit der Ministerin im Casa Culina, Östernstraße 1, 38836 Rohrsheim

Donnerstag, 04. Juli 2019: Tagebaugebiet in der Börde und der Drömling

10:00
Uhr
Treffen mit Werner Müller, Bürgermeister von Harbke am Rathaus Harbke, Halberstädter Str. 16, 39365 Harbke
10:15
Uhr
Führung am Grenzpfeiler Harbke
11:45
Uhr
Imbiss im Orangerie Café, Parkstraße 1A, 39365 Harbke
12:15
Uhr
Fahrt nach Jahrstedt
13:35
Uhr

Besichtigung des Grenzturms Jahrstedt, Treffpunkt am Parkplatz Grenzturm Jahrstedt (Pointx: 631862, 682712; Pointy: 5824833, 87701)

14:30
Uhr
Die anschließende Wanderung führt entlang des grünen Bandes
16:30
Uhr
Fahrt nach Kusey
17:30 UhrEinkehr in der Gaststätte "Brauner Hirsch", Klötzer Straße 4, 38486 Kusey mit der Möglichkeit zum Gespräch mit der Ministerin
19:00
Uhr
Multivisionsshow "Abenteuer Grünes Band - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" mit Mario Goldstein im Saal der Gaststätte "Brauner Hirsch"; Eintritt frei, um Anmeldung unter gruenesbandlsa(at)mule.sachsen-anhalt.de wird gebeten

Freitag, 05. Juli 2019: Altmark, Projektgebiet des BUND

10:00
Uhr
Wanderung über 2 Kilometer zum ehemaligen Grenzturm Dahrendorf mit Vertreter*innen des BUND und dem Eigentürmer des Grenzturmes. Die Wanderung beginnt beim Grenzturm. (Koordinaten Grenzturm: N 52.845987 E 10.874251)
11:15
Uhr
Besuch der geschleiften Ortschaft (Wüstung) Groß Grabenstedt direkt am Grünen Band am Harper Mühlenbach gemeinsam mit der Zeitzeugin Frau Juschus; Treffpunkt: Infotafel Grünes Band am Ortseingang Groß Grabenstedt

13:00
Uhr

Einkehr in die Herberge am kleinen Weingarten in Dahrendorf, Dahrendorf Nr. 22, 39413 Dähre/ OT Dahrendorf mit der Möglichkeit zum Gespräch mit der Ministerin

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 01
E-Mail: Poststelle(at)mule.sachsen-anhalt.de