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DLG-Feldtage 2000 vom 20. bis 22. Juni in der Bördegemeinde Rottmersleben

Agrar- und Umweltminister Keller:
Schutz natürlicher Ressourcen ist keine Frage des Ermessens

03.05.2000, Magdeburg – 116

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pressemitteilung Nr.: 116/00

 

Magdeburg, den 3. Mai 2000

 

 

DLG-Feldtage 2000 vom 20. bis 22. Juni in der Bördegemeinde Rottmersleben

 

Agrar- und Umweltminister Keller:

Schutz natürlicher Ressourcen ist keine Frage des Ermessens

 

"Die Nutzung natürlicher Ressourcen wirft immer die Frage nach ihrer Erhaltung, nach dem Verhältnis von Nutzung und Schutz und damit auch die Frage nach den Aufgaben der Landwirtschaft in unserer Gesellschaft auf. Dies ist keine Frage des Ermessens, sondern es geht darum, der Erhaltung der Naturlandschaft Rechnung zu tragen." Das erklärte der Minister für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt, Konrad Keller, heute im Rahmen einer Pressekonferenz zur Vorbereitung der DLG-Feldtage 2000 in Rottmersleben.

 

Die Gesellschaft habe die Pflicht, die Naturlandschaft sowohl im besiedelten als auch im unbesiedelten Bereich so zu behandeln, dass die Leistung und Funktionsfähigkeit von Natur und Umwelt, die Nutzungsfähigkeit von Boden, Wasser, Luft und Klima, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Vielfalt und Eigenart der Landschaft nachhaltig gesichert bleiben. "Eine vernünftige Balance zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen zu schaffen, ist deshalb eine entscheidende Seite unserer Agrarpolitik", betonte Keller.

 

Wenn man sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die Frage nach den Aufgaben der Landwirtschaft in einer Industrie- und Dienstleitungsgesellschaft stelle, müsse man feststellen, dass sie sich grundlegend gewandelt hätten. Habe in der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts die Versorgung mit Nahrungsmitteln die wesentliche Rolle gespielt, so sei das Aufgabenspektrum der Landwirtschaft insbesondere in Mitteleuropa gewachsen und multifunktional geworden.

 

"Neben der Versorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen in ausreichender Quantität und hoher Qualität ist es nunmehr insbesondere auch Aufgabe der Landwirtschaft, die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft, sowie die Kulturlandschaft zu erhalten, zu sichern und zu verbessern. Dazu fordern die Verbraucher immer stärker nachhaltige und umweltverträgliche Produktionsweisen sowie gesunde und unbedenkliche Nahrungsmittel."

 

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In die Diskussion über eine den gestiegenen Ansprüchen der Gesellschaft genügende Landwirtschaft sei in den letzten Jahren verstärkt der Begriff der "Nachhaltigkeit" eingebracht und als ein neues Leitbild die "nachhaltige Landwirtschaft" postuliert worden.

 

"Die Nachhaltige Entwicklung ist im ureigensten Interesse der Landwirtschaft. Sie ist als wichtigster Flächennutzer auf den Boden als Produktionsgrundlage angewiesen und muss daher schon von vornherein nach dem Prinzip verfahren, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Erfüllung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden."

 

Im Gegensatz zu der in der öffentlichen Diskussion landläufig verbreiteten Auffassung könnten hierbei neben dem ökologischen Landbau auch Produktionsverfahren des "konventionellen" Landbaus nachhaltig sein, hob der Minister hervor.

 

In den letzten Jahren seien verstärkt Verfahren der nachhaltigen Pflanzenproduktion entwickelt worden. Ein vielversprechender Ansatz sei hierbei der "integrierte Pflanzenbau", der im Wesentlichen die pflanzliche Erzeugung unter ausgewogener Beachtung ökologischer und ökonomischer Erfordernisse beschreibe. Im integrierten Pflanzenbau werde darüber hinaus die Umwelt nicht nur als reines Produktionsmittel gesehen, sondern anerkannt, dass u.a. auch der Schutz von Tier- und Pflanzenarten eine allgemeine ethische Verpflichtung darstelle.

 

"Der integrierte Pflanzenbau ist daher neben dem ökologischen Landbau geeignet, die Ansprüche des Natur- und Umweltschutzes hinsichtlich der Minimierung der stofflichen Belastung von Boden, Wasser und Luft zu erfüllen, als auch den Forderungen nach größerer biologischer Vielfalt und Artenschutz nachzukommen. Gleichzeitig werden in diesem System die berechtigten Belange der Landwirtschaft hinsichtlich der ökonomischen Tragfähigkeit berücksichtigt", unterstrich Agrarminister Keller.

 

In Bezug auf die kommenden DLG-Feldtage machte der Minister in diesem Zusammenhang deutlich, dass neue Erkenntnisse und Informationen auch publik gemacht werden müssen. "Theoretische Grundlagen sind eine Angelegenheit, aber die eigene Anschauung für die Umsetzung in die Praxis ist ebenso wichtig. Die DLG-Feldtage 2000 sind insofern ein willkommenes und aus meiner Sicht unverzichtbares Schaufenster auch für die Entwicklungen nachhaltiger Produktionsweisen."

 

Hier könne sich auch die breite öffentlichkeit vor Ort von den beachtlichen Entwicklungen im Pflanzenbau überzeugen. Dies könne zu einem besseren Verständnis und zur Aufklärung in der öffentlichen Diskussion über die Landwirtschaft beitragen und ungerechtfertigten oder pauschalen Kritiken den Wind aus den Segeln nehmen.

 

 

 

 

 

 

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