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Fortbildungsveranstaltung "Ausstieg aus dem Schwanzkupieren beim Schwein - Möglichkeiten und Wege"

Dr. König diskutiert mit Prof. Dr. Blaha
Dr. König in Diskussion mit Prof. Dr. Blaha

Der Tierschutzbeauftragte des Landes und die Arbeitsgruppe "Ausstieg aus dem routinemäßigen Schwanzkupieren beim Schwein" haben am 09. November 2017 zu einer Fortbildungsveranstaltung in die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau nach Bernburg/Strenzfeld eingeladen. Über 100 Teilnehmer dokumentierten das große Interesse am Thema der Veranstaltung "Ausstieg aus dem Schwanzkupieren beim Schwein - Möglichkeiten und Wege".

Nach der Einführung in das Themengebiet gab Frau Dr. Sabine Dippel (FLI Celle) einen Überblick über die vielfältigen Ursachen der Verhaltensstörung Schwanzbeißen. Prof. Dr. Thomas Blaha (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz) referierte anschließend über die mögliche Prävention von Schwanzbeißen und gab Empfehlungen zum Kupierverzicht. Deutlich wurde in diesen beiden Vorträgen, dass ein Kupierverzicht nur schrittweise und nach umfangreicheren Vorbereitungen zur Optimierung der Haltungsbedingungen möglich ist. Andernfalls sind die Schweine nicht in der Lage, sich an wenig tiergerechte Haltungsbedingungen ausreichend anzupassen - ein überbordender Stresslevel äußert sich im Schwanzbeißen.

Die Tiersignaltrainerin Mirjam Lechner aus Herrieden schilderte sehr anschaulich und einprägsam, an welchen Tiersignalen ein schlechter Zustand und erhöhter "Frust" der Tiere erkennbar sind und woran man bevorstehendes Schwanzbeißen erahnen kann.

Im praxisorientierten Nachmittagsteil der Veranstaltung stellte der Tierschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts Dr. Marco König die bisherige Tätigkeit der Arbeitsgruppe "Ausstieg aus dem routinemäßigen Schwanzkupieren beim Schwein" und seiner Modellbetriebe vor. Dr. Manfred Weber (LLG ZTT Iden) berichtete über die Ergebnisse der ersten fünf Durchgänge mit unkupierten Schweinen in Iden und machte die Probleme in der Praxis, insbesondere beim Auftreten nicht vorhersehbarer Ereignisse, deutlich. Die Praxisberichte wurden abgerundet durch den Vortrag von Melanie Große Vorspohl (TP Alkersleben), die das Thüringer Beratungs- und Managementsystem "Caudophagie" vorstellte.

Fazit der Veranstaltung: Kupierverzicht unter konventionellen Haltungsbedingungen ist komplex und schwierig. Unvorbereiteter Kupierverzicht erzeugt erhebliche Leiden und Schäden durch Schwanzbeißverletzungen. Der Weg ist langwierig und muss mit einer grundlegenden Verbesserung von Haltungsbedingungen und Gesundheitszustand der Schweine einhergehen.

Tierschutzpreis 2018: Jetzt bewerben!

Schwein aus dem Deckstall Iden

Anlässlich des Welttierschutztages am  4. Oktober startet der Wettbewerb für die Vergabe des Tierschutzpreises für das Jahr  2018. In diesem Jahr steht die artgerechte Nutztierhaltung im Mittelpunkt. Das Thema lautet: „Beispielhafte Maßnahmen zur Schaffung unterschiedlicher Funktionsbereiche in der Haltung von Rindern, Schweinen oder Geflügel, in denen auch artgemäße Beschäftigung der Tiere möglich ist“.

Bewerben können sich Nutztierhaltende aus Sachsen-Anhalt. Bewerbungsformulare finden Sie nachfolgend oder können unter tierschutz(at)mule.sachsen-anhalt.de per Email angefordert werden.
Bewerbungsschluss ist der 31. März 2018.

Formulare:

>>> Neue Förderrunde der Initiative Tierwohl

Die erste Förderperiode 2015 bis 2018 der Initiative Tierwohl ist vorbei. Für die Neuauflage 2018 bis 2020 läuft die Bewerbungsfrist bis 26. September 2017.

Die Initiative Tierwohl - ein Branchenbündnis aus bisher ca. 3.400 Schweinehaltungs- und Geflügelmastbetrieben, 134 Schlachtunternehmen und 10 Handelsketten - hat 267 Millionen Schweinen, Hähnchen und Puten zu verbesserten Haltungsbedingungen verholfen. Und die beteiligten Tierhalter bekommen ihren dafür benötigten Aufwand zumindest teilweise erstattet - mit Geld, das die teilnehmenden Lebensmittelketten pro verkauftes Kilogramm Fleisch oder Fleischprodukt in einen Fond einzahlen.

Trotz aller berechtigter Kritik am Vorgehen der Initiative - die Förderkriterien sind relativ niedrig, am gekauften Produkt selbst ist die Teilnahme des Erzeugers an der Initiative nicht ersichtlich - der Ansatz scheint richtig, den Aufwand der Tierhalter für gesellschaftliche Forderungen nach mehr Tierwohl zu honorieren.

An der ersten Förderperiode der Initiative waren auch 30 Schweinehalter und 30 Geflügelmäster aus Sachsen-Anhalt beteiligt, obwohl die Gelder im Fond nicht für alle Interessenten ausreichten. Die Initiatoren haben hier nachgebessert - der Handel zahlt mehr Geld in den Fond, das Niveau der Tierhaltungskriterien wurde angehoben.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch mehr Tierhalter aus Sachsen-Anhalt beteiligen. Nähere Informationen über eine beabsichtigte Beteiligung erhalten Interessenten beim Landeskontrollverband Sachsen-Anhalt oder unter Telefon 0345-52 149 370.

>>> Thema Schweinehaltung im Landtag

In der Debatte des Landtages vom 04.05.2017 zum Antrag "Tiergerechte Schweinehaltung umsetzen - glückliche Schweine erfordern politische Taten" (Drs. 7/1300) wurde gefordert, die Stellungnahme des Landestierschutzbeirates zum Thema "Verbot des Kastenstandes in der Sauenhaltung" sowohl im Deck- als auch im Abferkelbereich von Sauenhaltungen grundsätzlich umzusetzen. Dafür sollen entsprechende Initiativen auf Bundes- und Landesebene ergriffen und/oder unterstützt werden. Der Landtag hat zu diesem Antrag und einem Alternativantrag beraten. Beide Anträge wurden abgelehnt.

>>> Übertragung der Zuständigkeit für den Erlass von Katzenschutzverordnungen nach § 13b Tierschutzgesetz

Zum wiederholten Male wird gegenwärtig in Sachsen-Anhalt die Übertragung der Zuständigkeit für den Erlass von Katzenschutzverordnungen nach Paragraf 13b Tierschutzgesetz geprüft. Nach Paragraf 13b Tierschutzgesetz sind die Landesregierungen ermächtigt, beim Vorliegen bestimmter nachzuweisender Bedingungen spezielle Gebiete zu Katzenschutzgebieten zu erklären. In diesen sollen zur Verminderung der Anzahl freilebender Katzen Maßnahmen angewiesen werden.

Die Zuständigkeit soll nunmehr auf die Landkreise/kreisfreien Städte übertragen werden. Ein entsprechender Gesetzesvorstoß war 2016 vom Landtag abgelehnt worden.

>>> Tierbetreuung in der Urlaubszeit

Die Urlaubszeit naht - für Menschen meist die schönste Zeit des Jahres, für die von ihnen gehaltenen Tiere oft Wochen der Umstellung und Entbehrung. Auch bei Abwesenheit der Tierhalter muss die bedarfsgerechte Versorgung und Pflege der Tiere sichergestellt sein. Neben Tierheimen und Tierpensionen in der Umgebung gehört auch die "Nachbarschaftshilfe" zu probaten Hilfen in diesem Zusammenhang.

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt seit vielen Jahren mit der Aktion "Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier", indem sie Tierfreunde zusammenbringen, die sich im Wechsel um ihre Tiere kümmern. Über die Urlaubs-Hotline des Deutschen Tierschutzbundes (Telefon: 0228-60496-27) können reisegewillte Tierhalter erfahren, welcher Tierschutzverein aus der eigenen Region sich an der Aktion beteiligt. Die örtlichen Tierschutzvereine vermitteln dann die Kontakte zu den anderen Tierfreunden.

Übersicht Tierheime und Tierpensionen in Sachsen-Anhalt (PDF, nicht barrierefrei)

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Kontakt Info
Tierschutzbeauftragter
Dr. Marco König

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Anschrift
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg
Telefon
Telefon: 0391/567-1844