„Brocken Benno“ wird Botschafter für das Grüne Band

Grünes Band als historischen Erinnerungsort und Paradies der Artenvielfalt sichern und touristisch entwickeln

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert überreicht die Ernennungsurkunde an Benno Schmidt zum Botschafter für das Grüne Band in Sachsen-Anhalt

Benneckenstein (Harz). Alle im Land kennen ihn: Benno Schmidt, der Mann, der seit mehr als 28 Jahren den Brocken mehrmals in der Woche erwandert. Am heutigen Tage zählt „Brocken-Benno“ 8571 Brockenaufstiege. Vor wenigen Wochen hat der Harzklub-Wanderführer den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff verliehen bekommen.

Mit seiner Geschichte untrennbar verknüpft sind die deutsche Teilung und die Grenzöffnung 1989. Er gehörte zu den Wanderern, die am 3. Dezember 1989 die Zugänglichkeit des Brockens zurück gewannen. Zuvor war der Brocken jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet und konnte nicht erwandert werden. Deshalb freut sich Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert besonders, dass Benno Schmidt sich bereit erklärt hat, Botschafter des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt zu sein. Zur Ernennung heute in Benneckenstein sagte sie:

„Brocken Benno und das Grüne Band - das gehört zusammen. Unmittelbar unterhalb des Brockens verlief die innerdeutsche Grenze, den Menschen war es nicht möglich, auf den Gipfel zu steigen. Heute stellt der Brocken ein Touristenmagnet für Wandernde aus nah und fern dar. Wir wollen diesen und viele andere Erinnerungsorte entlang der ehemaligen Grenze sichern und erhalten. Es ist unsere Aufgabe, die historische Erinnerung in all ihren Facetten an unsere Enkelkinder weiterzugeben. Auch Benno Schmidt wird mit seiner Biografie und seinem großen Erfahrungsschatz dazu beitragen.“

Seiner Initiative ist die Ausweisung des Wanderweges „Harzer Grenzweg“ zu verdanken. Wandernde können die ehemalige Teilungslinie entlang gehen, die Deutschland und auch an dieser Stelle auch den Harz durchschnitt.

Es ist das erklärte Ziel der Landesregierung, das Grüne Band, den Streifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts als nationales Naturmonument auszuweisen. Es ist an vielen Stellen entlang dieses Streifens ein Biotopverbund entstanden, den es zu schützen gilt. Die dafür erforderlichen Vorbereitungen laufen gerade an. Dalbert erklärte:

„Das Grüne Band ist eine Folge der deutschen Teilung. Es stellt daher zwei Seiten derselben Medaille dar: Am Grünen Band wird die Erinnerung wachgehalten und gleichzeitig finden wir eine einzigartige Natur vor, ein Paradies der Artenvielfalt. Es ist jetzt unsere Aufgabe, beides zu erhalten, zu sichern und erlebbar zu machen. Für dieses Vorhaben wollen wir die Menschen in der Region gewinnen.“

 

 

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