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Entscheidende Themen der Agrarministerkonferenz: Artenvielfalt, Risikovorsorge, Tiertransporte

Landwirtschaftsministerin Dalbert bewertet Beschlüsse der Agrarministerkonferenz (AMK)

Magdeburg. Auf der Herbstkonferenz der Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder in Mainz wurden wieder zahlreiche Beschlüsse gefasst. Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert bewertet die Themen Artenvielfalt in der Agrarlandschaft, Tiertransporte in Drittstaaten und Risikovorsorge in der Landwirtschaft wie folgt:

Artenvielfalt in der Agrarlandschaft

Dalbert: „Umweltschutz in unserer Kulturlandschaft geht nur gemeinsam mit unseren Landwirtin-nen und Landwirten. Doch gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es öffentliches Geld nur für die Erfüllung öffentlicher Aufgaben geben sollte. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass in Zukunft auf 10 Prozent der Fläche eines landwirtschaftlichen Betriebes, der Direktzahlungen der EU erhält, der Schutz der Artenvielfalt im Vordergrund steht. Der Bund soll sich in den Verhand-lungen mit der EU für die Agrarförderung am 2021 für eine solche Regel einsetzen. Leider hat es für diese konkrete Forderung keine Mehrheit gegeben. Ich bedauere das. “

Risikovorsorge in der Landwirtschaft

Dalbert: Die Klimakrise macht unseren Landwirtinnen und Landwirten enorm zu schaffen. Hitze, Dürre, Starkregen, Überschwemmungen, Hagel –gegen diese Risiken müssen die Betriebe vor-sorgen, um langfristig bestehen zu können. Der Bund hat nun endlich einen Bericht vorgelegt, der die Risikovorsorgemöglichkeiten aufzeigt. Ich bin überzeugt davon, dass eine Mehrgefahrenversicherung das beste Instrument ist, mit dem sich Landwirtinnen und Landwirte schützen können. Nur gibt es bisher kaum Angebote am Markt, die gegen witterungsbedingte Risiken absichern. Deshalb muss der Bund liefern und einen konkreten Vorschlag für Prämienzuschüsse für Versicherungen vorlegen. Für mich ist zudem entscheidend, dass klar wird, wie hoch die Selbst-behalte sein werden und welche Risiken überhaupt förderfähig sind.“

Tiertransporte in Drittstaaten

Dalbert: „Tiertransporte über weite Strecken bedeuten enorm viel Stress für die Tiere. Deshalb unterliegen Transporte innerhalb und außerhalb der EU strengen Regeln und das Wohl der Tiere steht im Vordergrund. Leider wissen wir nicht, ob es bei Transporten außerhalb der EU Versorgungsstationen gibt, in der die Tiere sich ausruhen und mit Nahrung und Wasser versorgt werden können. Deshalb haben wir den Bund aufgefordert, eine Liste mit den wichtigsten Daten für Transportrouten und Versorgungsstationen zusammenzustellen. Das ist dringend nötig, damit unsere Behörden in den Landkreisen eine Grundlage haben, um im Sinne des Tierwohls über den Transport entscheiden zu können. In Sachsen-Anhalt sind die Veterinärämter aufgefordert, die Regelungen zur Genehmigung von Tiertransporten streng auszulegen.“