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Herdenschutz: Land fördert zu 100 Prozent und bietet umfassende Beratung an

Antragstellung ab sofort möglich - kostenfreie Schulungen zum Zaunbau

Magdeburg. Ab sofort wird das diesjährige Antragsverfahren für den Herdenschutz in Sachsen-Anhalt eröffnet. Weidetierhalter bekommen für den Schutz ihrer Tiere eine finanzielle Förderung von 100 Prozent. Darüber hinaus bietet das Land kostenfreie Schulungen zum effektiven Zaunbau und eine individuelle Beratung für besonders gefährdete Weidetierhalter durch fachlich versierte Vereine und Verbände an.

Dazu erklärt Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert heute: Herdenschutz ist Wolfsschutz. Wir haben eine besondere Verantwortung für den Wolf. Er ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt. Wir sind froh, dass sich der Einsatz lohnt: Die Population wächst. Gleichzeitig müssen wir unsere Weidetiere vor Wolfsübergriffen schützen. Je effektiver wir sie schützen, desto besser wird es uns gelingen mit dem Wolf in unserer Kulturlandschaft zu leben. Deshalb fördern wir die Investitionen zum Schutz vor Schäden durch den Wolf weiterhin zu 100 Prozent und bieten ab diesem Jahr eine noch umfassendere Beratung an. Wolfsschutz und Weidetierhaltung – das passt zusammen.“ 

Seit dem Jahr 2013 erhalten Tierhalter in Sachsen-Anhalt Fördermittel für den Kauf von mobilen Elektrozäunen und Zubehör wie zum Beispiel Weidezaun- und Spannungsmessgeräte, seit dem vergangenen Jahr ist beträgt der Fördersatz 100 Prozent. Die Mindesthöhe der Zuwendung beträgt 500 Euro. Die maximale Förderhöhe beträgt 30.000 Euro pro Jahr.

Neu ist, dass ab dem diesem Jahr die Beratung erweitert wird. Durch das Wolfskompetenzzentrum und die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) in Iden werden gemeinsame Schulungen über wolfsabweisende Zäunung angeboten. Diese Schulung wird für alle Weidetierhalter ausdrücklich empfohlen und ist kostenlos. Die Teilnahmebestätigung ist eine Fördervoraussetzung. Weidetierhalter, die entsprechende Kenntnisse zum Zaunbau im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung bereits erworben haben, sind davon ausgenommen. Sie legen einen entsprechenden Qualifikationsnachweis vor. Der Außerdem wird das Land Honorarverträge mit Vereinen oder Verbänden für gezielte und individuelle Beratungen besonders gefährdeter Weidetierhalter abschließen.

In Zukunft werden weitere Maßnahmen wie zum Bespiel laufende Betriebsausgaben für wolfsabweisende Zäune und für zertifizierte Herdenschutzhunde (wie Futter, Steuer, Versicherung, Impfungen) gefördert werden können. Die Finanzierung wird durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt erfolgen.

Die Antragsunterlagen sind bei der Bewilligungsbehörde, dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt, Kühnauer Straße 161, 06846 Dessau-Roßlau (Tel.: 0340 6506 0, E- Mail: poststellede(at)alff.mule.sachsen-anhalt.de) erhältlich oder können im Internet unter https://alff.sachsen-anhalt.de/alff-anhalt/landwirtschaft/herdenschutz-vor-dem-wolf/ abgerufen werden.

Die Schulungstermine werden auf der Website der LLG in Iden veröffentlicht: https://llg.sachsen-anhalt.de/themen/tierhaltung-und-tierzucht/aus-und-fortbildung/ .

Weitere Informationen rund um den Wolf und den Herdenschutz sowie der aktuelle Monitoringbericht für den Wolf in Sachsen-Anhalt befinden sich online auf den Seiten des Wolfskompetenzzentrums Iden: https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/das-wolfskompetenzzentrum-wzi/.