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Vorsicht beim Kauf von Bienen-Kunstschwärmen: Paketbienen können Krankheiten einschleppen

Magdeburg. Nachdem bundesweit tote Kunst-Bienenschwärme unbekannter Herkunft aufgetaucht sind, warnt Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert vor dem Kauf solcher Bienenschwärme: „Liebe Imkerinnen und Imker und jene, die es werden wollen: Kaufen Sie keine Kunstschwärme bei Händlern im Internet. Die Herkunft der Schwärme sollte klar, transparent und regional sein.“

Die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten sei bei sogenannten „Importbienen“ oder auch „Paketbienen“ sehr groß, so die Ministerin weiter. „Mit Kunstschwärmen unbekannter Herkunft besteht die Gefahr, dass der ‚Kleine Beutenkäfer‘ von Italien nach Deutschland eingeschleppt wird“, warnt die Ministerin.

Sie verweist zudem auf die Möglichkeiten der Beratung und Information: „Mit dem Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf beteiligt sich das Land Sachsen-Anhalt an der deutschlandweiten Forschung rund um die Bienen. An das Institut können sich Ratsuchende jederzeit wenden. Auch der Imkerverband Sachsen-Anhalt hat zahlreiche Informationsangebote. Bitte nutzen Sie diese und wenden Sie sich an die regionalen Imkervereine bei Ihnen vor Ort.“

Interessierte Menschen, die mit der Imkerei beginnen wollen, können eine Förderung beantragen: „Wir fördern die Anschaffung von bis zu fünf Bienenvölkern mit bis zu 400 Euro“, sagte die Ministerin und fügt hinzu: „Wir freuen uns über jeden, der mit der Imkerei beginnen und damit seinen ganz persönlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten möchte.“

Hintergrund
Der Deutsche Imkerbund hat schon Anfang des Jahres vor Bienenimporten gewarnt. Dennoch sind viele hundert Kunstschwärme von Händlern nach Deutschland importiert und an Imker in ganz Deutschland verteilt worden. Grundsätzlich birgt jeder Import von Kunstschwärmen die Gefahr des Einschleppens neuer Krankheiten oder der Einschleppung virulenterer, für die hiesigen Bienen gefährlicherer Genotypen von hier schon vorhandenen Krankheitserregern und Varroamilben. Mehr Informationen beispielsweise zum Kleinen Beutekäfer und anderen Krankheiten gibt es beim Friedrich-Loeffler-Institut oder beim Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V..

Sachsen-Anhalt fördert die Anschaffung von Bienenvölkern für Neueinsteiger mit 80 Euro Zuwendung je Bienenvolk und 20 Euro Zuwendung je Königin für insgesamt bis zu fünf Bienenvölker in den ersten 5 Jahren der Imkerei. Die Förderung ist sehr erfolgreich: Im Imkereijahr 2017/2018 wurden insgesamt 66 Bienenvölker beantragt. Mehr Informationen gibt es hier: https://mule.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/imkerei/eu-bienenfoerderung-in-sachsen-anhalt/.