„Lebensräume für unsere heimischen Arten deutlich verbessert“ #sofortistsofort – Dalbert auf Sommertour zum Umweltsofortprogramm im Landkreis Harz

verbesserter Fledermausschutz am Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode

„Auf ihrer Sommertour unter dem Motto „sofort ist sofort“ hat sich Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert heute zahlreiche Projekte des Umweltsofortprogramms im Landkreis Harz angeschaut.

Fledermäuse: Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode

Am Vormittag ging es zu den Fledermäusen im Natura-2000-Gebiet „Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode“. Ministerin Dalbert sagte: „Ich freue mich zu sehen, wie der Lebensraum der scheuen Tiere durch bauliche Maßnahmen verbessert wurde. Fledermäuse werden durch die nun großen und gegen Fressfeinde wie den Waschbär geschützten Einlässe in die besser belüfteten Stollensysteme gelockt, um sich zu paaren und zu überwintern. Auch sind die Stolleneingänge nun so angelegt, dass Feuersalamander, Erdkröten und Blindschleichen nicht mehr in Gefahr sind, in die Tiefe abzustürzen.“

Orchideen und Goldener Scheckenfalter: Wiesenpflege im Harz

Am Nachmittag machte sich die Ministerin zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Harz ein Bild von den nunmehr mit spezieller Technik und zum Teil per Hand gepflegten Bergwiesen. „Mit diesen doch kleinen aber aufwendigen Pflegemaßnahmen geben wir den Orchideen und dem Goldenen Scheckenfalter einen idealen Lebensraum, um sich zu entfalten“, sagte sie vor Ort.

Ökologische Sanierung am Schmerlenbach

Anschließend ging es mit dem Unterhaltungsverband Ilse-Holtemme ans frische Nass, den Schmerlenbach in Heimburg. Hier wurde der natürliche Zustand des Gewässers durch die ökologische Sanierung des Durchlasses wiederhergestellt. „Die Bachforelle als Leitfischart im Einzugsgebiet des Goldbachs hat nun einen zusätzlichen Rückzugsraum bekommen. Die Fauna kann sich besser entwickeln, Eintags- und Steinfliegen fühlen sich wieder wohl. Der Schmerlenbach ist nun wieder ein idealer Lebensraum für unsere heimischen Arten geworden“, zeigte sich die Ministerin begeistert.

 

Sommerfest in Ilsenburg und verbesserter Lebensraum am Schlossparkteich und Zainthüttenteich

Der Höhepunkt des Tages wird ab 17.00 Uhr das Sommerfest für Bürgerinnen und Bürger in Ilsenburg sein. Auch hier dreht sich alles um das Umweltsofortprogramm. Zusammen mit der Ministerin, Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke und dem Unterhaltungsverband Ilse-Holtemme können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Exkursion begeben. Am Schlossparkteich und am Zainthüttenteich wird gezeigt, wie der Feuersalamander, die Bachforelle oder Libellen nun wieder einen Lebensraum vorfinden können, in dem sie sich wohlfühlen.


Hintergrund:
Unter www.sofortistsofort.de finden Sie alle Informationen rund um das Umweltsofortprogramm. In unserer Broschüre „Umweltsofortprogramm“ finden Sie Bilder und Daten jeder einzelnen der 139 Projekte.

Bilder des heutigen Sommertourtages stellen wir auf Anfrage bereit.

Auf der Homepage des Ministeriums gibt es mehr Informationen zu den Stationen der Sommertour. Videos gibt es bei YouTube. Live-Videos gibt es täglich bei Facebook.

Unter dem Hashtag #sofortistsofort können Sie bei Instagram, Twitter und Facebook viele Eindrücke und Bilder von Maßnahmen des Umweltsofortprogramms finden.


Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode (Projekte 034 bis 037):

Maßnahmen am Eierbergschacht: Der alte Schachtkopf wurde um- und überbaut. Rustikale und sichere Zugänge für Fledermäuse wurden hergestellt. Es wurde ebenerdig vergittert, die ökologische Falle für Fledermäuse (Beutegreifer) beseitigt, die Absturzgefahr 20 m in die Tiefe für Lurche und Kriechtiere entfernt.

Maßnahmen am Heinrichschacht: Ein ebenerdiger Schachtkopf wurde beseitigt. Der alte Schachtkopf wurde um- und überbaut und Zugänge für Fledermäuse wurden hergestellt. Es wurde ebenerdig vergittert, die ökologische Falle für Fledermäuse (Beutegreifer) beseitigt, die Absturzgefahr 50 Meter in die Tiefe für Lurche und Kriechtiere entfernt.

Maßnahmen an der Grube Überhau 108: Der Zugang für Fledermäuse in das Felsquartier wurde wieder hergestellt.

Maßnahmen am Herrmannschacht: Ein ebenerdiger Schachtkopf wurde beseitigt. Der historische Schachtkopf wurde gesichert. Ein Einflugbauwerk für Fledermäuse wurde errichtet. Damit wurde der Platz an dem sich Beutegreifer wie Waschbär, Rotfuchs, Steinmarder, Wild- und Hauskatze einfinden (ökologische Falle), beseitigt. Gleichzeitig wurde die Absturzstelle für z.B. Feuersalamander, Erdkröten, Blindschleichen in den 70 Meter tiefen Schacht entfernt.
Die Kosten dieser Maßnahmen betrugen insgesamt 540.000 Euro.


Orchideen und Goldener Scheckenfalter: Wiesenpflege im Harz (Projekte 053, 057, 062)

Im Rahmen des USP erfolgte die Pflege von artenreichem Grünland im Mittelgebirge und Harzvorland.

Magerrasen und Bergwiesen Mühlberg (Projekt Nr. 053)
Bei der Projektfläche „Mühlberg“ (12 Wiesen) in der Gemarkung Stiege handelt es sich um eine Fläche von 1,5 ha, die mit Kleintechnik und per Hand gemäht worden ist. Es sind Magerrasen und Bergwiesen im NSG/FFH-Gebiet. Sie müssen regelmäßig genutzt werden, um artenreich zu bleiben. Vorkommende Arten sind zum Beispiel: Arnika, Weichhaariger Pippau, Ährige Teufelskralle, Wald-Storchschnabel, Kleiner Klappertopf. Kosten dieser Maßnahme: 16.926 Euro.

Orchideenwiese am Kleinen Stein Hasselfelde (Projekt Nr. 057)
Bei der Orchideenwiese handelt es sich um eine Fläche von 0,49 ha, die mit Spezialtechnik (Mahd mit Kreiselmähwerk am Allradschlepper) gemäht worden ist. Kosten dieser Maßnahme: 4.337 Euro.

Semmelwiese (Projekt Nr. 062)
Bei der Semmelwiese in der Gemarkung Stiege handelt es sich um eine Fläche von 0,60 ha, die mit Spezialtechnik (Mahd mit Kreiselmähwerk am Allradschlepper) gemäht worden ist. Es profitiert der streng geschützte Goldene Scheckenfalter. Kosten dieser Maßnahme: 1.771 Euro


Ökologische Sanierung am Schmerlenbach (Projekte Nr. 081 und Nr. 084)

Es wurde der vorhandenen Durchlasses entnommen und eine Furt angelegt. Ein weiterer Durchlass wurde saniert, um einen fast natürlichen Zustandes des Gewässers herzustellen. Es profitieren die Quell-Erbsenmuschel, der Feuersalamander, Eintags- und Steinfliegenfauna. Zudem wurde zusätzlichen Rückzugsraums für die Leitfischart (Bachforelle) im Einzugsgebiet des Goldbachs gewonnen. Kosten der beiden Maßnahmen: 90.539 Euro.

Ilsenburg: verbesserter Lebensraum am Schlossparkteich und Zainthüttenteich (Projekte Nr. 124 und 071)

Der oberhalb der Kloster- und Schlossanlage Ilsenburg gelegene Schlossparkteich wird vom Mönchsgraben durchflossen. Durch einen hohen Eintrag von organischem Material aus dem umgebenden Park und dem unmittelbar angrenzenden Wald war eine erhebliche Faulschlammbildung im Schlossparkteich zu verzeichnen. Durch die Schlammentnahme wurde die Wassertiefe von weniger als einem Meter deutlich erhöht, was die Erwärmung und damit die Sauerstoffzehrung vermindert. Auch das unerwünschte Wachstum von Algen und anderen Wasserpflanzen wird dadurch reduziert. Ein Geröllfang sowie ein Grobrechen im Zulaufbereich beugen erneuter Verschlammung vor. An verschiedenen Uferbereichen sind die abgerutschten, ursprünglich der Uferbefestigung dienenden Natursteine wieder entsprechend platziert. Das im weiteren Ablaufbereich vorhandene Steilgerinne wird mit dem dort befindlichen Natursteinmaterial wieder in Form einer Steinpackung gegen fortschreitende Erosion gesichert. Es profitiert der Feuersalamander, denn der Teich dient als Laichgewässer. Kosten der Maßnahme: 76.383 Euro.

Das Gewässer der Ilse durchläuft die Stadt Ilsenburg mit der Besonderheit, dass viele Nebenarme, Abschläge und ein Teichsystem existent sind. Der Zainthüttenteich war stark verschlammt und zeigte ein vermehrtes Algen- und Pflanzenwachstum. Durch die Ablagerungen von Feinsedimenten an der Teichsohle hatte sich eine starke Schlammschicht gebildet. Durch die Entnahme des Schlamms wurde die Wassertiefe erhöht, höhere Wassermengen können jetzt im Teich gespeichert werden. Somit führt diese Renaturierungsmaßnahme auch zu einer verbesserten Hochwasserschutzfunktion als Nebeneffekt. Parallel zur Entschlammung wurde das Auslaufbauwerk mit angrenzender Stützwand saniert und mit einem den Vorschriften entsprechenden Geländer versehen. Es profitieren Bachforelle, Aal, Giebel, Schleie, Libellen. Kosten der Maßnahme: 369.042 Euro.


Zur Bedeutung von Gewässerrenaturierung für die Gewässerqualität und den Erhalt der Artenvielfalt stehen umfangreiche Informationen auf unseren Seiten zur Gewässerrahmenrichtlinie bereit.

 

 

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Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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