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Afrikanische Schweinepest: Die Lage ist ernst

Ministerin Dalbert: „Das größte Risiko ist der Mensch“

Wildschwein im Wald

Magdeburg. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen. Brandenburg hat bereits 70 positive Fälle verteilt auf zwei Hotspots jeweils sehr nahe der polnischen Grenze. Nach Auswertung des ersten Fundes liegt der Einschleppungszeitpunkt der Tierseuche bei Mitte Juli 2020. Auf polnischer Seite finden sich die letzten Funde im Vergleich zu Brandenburg deutlich weiter südlich bzw. östlicher. Ein direkter Zusammenhang zu den polnischen Fällen ist daher weiterhin nur Vermutung. Unsachgemäß entsorgte virushaltige Schweinefleischerzeugnisse kommen zumindest auch als Ursache des Ausbruchs in Frage.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert: „Für Sachsen-Anhalt ändert sich die Risikobewertung derzeit nicht. Weiterhin ist das größte Risiko für die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest der Faktor Mensch. Auch wenn die Lage ernst ist, Sachsen-Anhalt ist gut vorbereitet. Die Informationskampagnen und das finanzielle Anreizsystem für das Auffinden, Melden und Beproben von verendeten, krankheitsauffällig erlegten sowie verunfallten Wildschweinen laufen weiter. Die Abfallbehälter entlang der Autobahnen werden regelmäßig entleert.“

Zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest gibt es seit dem Jahr 2011 ein Monitoring beim Schwarzwild, mit dem tot aufgefundene Tiere beprobt werden. Sachsen-Anhalt zahlt dafür seit 2018 eine Prämie von 50 Euro an die Jagdausübungsberechtigten für das Auffinden und Beproben von verendeten Wildschweinen.

Sachsen-Anhalt steht mit Brandenburg nicht nur auf Arbeitsebene in engen Kontakt. Weiterhin hat Sachsen-Anhalt eine ASP-Sachverständigengruppe einberufen, die regelmäßig tagt. Es wurden 30 mobile Container – mit 1.100 Liter Fassungsvermögen – zur Kadaverzwischenlagerung von verendeten Wildschweinen im Seuchenfall angeschafft. Des Weiteren finden regelmäßig Tierseuchenbekämpfungsübungen – unter anderem mit benachbarten Bundesländern – statt.

Zudem arbeitet das Landwirtschaftsministerium eng mit den landwirtschaftlichen Verbänden zusammen. Die tierhaltenden Betriebe wurden zur strengen Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen nach der Schweinehaltungshygieneverordnung aufgefordert, um das Eintragen eines ASP-Erregers in einen Hausschweinebestand zu verhindern. Gleichzeitig wurden die Betriebe gebeten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus von ASP betroffenen Ländern in landwirtschaftlichen Betrieben dahingehend zu belehren, dass keine Schweinefleisch- und Wildschweinefleischerzeugnisse aus diesen Ländern mitgebracht werden sollten.

Die Information der Einreisenden erfolgt auch in Sachsen-Anhalt durch Plakatierungsaktionen an Autobahnen und Fernverkehrsstraßen. Mit dem Verkehrsministerium wurde verabredet, die Müllbehälter entlang der großen Verkehrsstraßen in Sachsen-Anhalt vor Wildschweinen zu sichern und regelmäßig zu leeren.

Hintergrund:

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft. Für Menschen und andere Haus- und Nutztiere ist sie nicht gefährlich. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. In Rohwurstwaren ist das Virus sehr lange haltbar, so dass ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen kann, um die Seuche einzuschleppen. Besonders effizient ist die Übertragung über Schweiß (Blut). Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion. Daher ist auch die Hygiene bei der Jagd besonders wichtig.

Es gibt in Sachsen-Anhalt 1.290.381 Schweine in 2.829 Beständen (Stand 15.10.2020, gemeldete Bestands- und Tierzahlen der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt).

Mehr Informationen zur ASP auf der Website des Ministeriums: https://mule.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/veterinaerwesen/afrikanische-schweinepest/

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de