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Chemiepark Bitterfeld: Gemeinsame Anstrengungen sichern Traditionsstandort/LAF, MDSE und Chemiepark bewältigen die Grundwasserprobleme im Ökologischen Großprojekt in Bitterfeld-Wolfen

Bitterfeld. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert macht sich heute in Bitterfeld vor Ort ein Bild vom Stand der Altlastensanierung. „Ich bin beeindruckt, wie hier alle Akteure seit Jahrzehnten zusammenarbeiten, um diesen traditionsreichen Chemiestandort trotz der ökologischen Probleme vor allem im Grundwasserbereich zu sichern und fortzuentwickeln.“

Den Schwerpunkt des Ökologischen Großprojektes (ÖGP) bilden die Maßnahmen zur Sicherung und Sanierung des Grundwasserschadens. Eine vollständige Dekontamination ist aus technisch-organisatorischen und finanziellen Gründen in überschaubaren Zeiträumen nicht möglich. Die Sicherungs-/Sanierungsmaßnahmen verfolgen deshalb zwei Zielstellungen: Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Grundwasserschadens und der damit verbundenen Gefährdung für Grund- und Oberflächenwasser sowie die Verhinderung von Gefahren für öffentliche Schutzgüter durch ansteigendes kontaminiertes Grundwasser in oberflächennahe Bereiche. Mit über 50 Brunnen wurden bisher mehr als 35 Mio. m³ Grundwasser gehoben und gereinigt.

„Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich um einen hochinteressanten Standort, der Mensch und Material (z. B. die Pumpen) vor anspruchsvolle Aufgaben stellt. Es wurde hier vor Ort ein eigenständiges, maßgeschneidertes Konzept gefunden, um mit den Grundwasserverschmutzungen und Auswirkungen der vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Unternehmen im Chemiepark und Teilen der Stadt Bitterfeld-Wolfen umzugehen. Der Prozess ist längst nicht abgeschlossen. Und leider ist man bei der Altlastensanierung vor Überraschungen niemals sicher. Doch ich bin überzeugt, dass die jahrelange Zusammenarbeit der Projektpartner dazu führt, dass für jedes auftretende Problem eine adäquate Lösung gefunden wird.“

Hintergrund:

Das Ökologische Großprojekt (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen umfasst die gesamte zusammenhängende Werksfläche einschließlich aller Altdeponien des Chemiestandortes. Durch die Produktion von einer Vielzahl umweltrelevanter Produkte auf dem Betriebsstandort über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren ist der Chemiepark geprägt durch einen umfangreichen und komplexen Grundwasserschaden im Bereich des heute aktiven Industriestandortes in der Nähe von Siedlungsgebieten und Oberflächengewässern.

Mit über 100 Mio. m³ kontaminiertem Grundwasser gehört Bitterfeld-Wolfen zu den größten Grundwasserschadensfällen in Deutschland und dem Ausland. Die Hebung und Ableitung des kontaminierten Grundwassers mit allen dazugehörenden Nebenleistungen sowie die Behandlung des gehobenen Wassers sind als Jahreskosten langfristig mit ca. 11 bis 12 Mio. €/a veranschlagt. Bezüglich der Gesamtkosten im Projekt Bitterfeld-Wolfen ist unter Berücksichtigung der erforderlichen administrativen Aufwendungen in den kommenden Jahren von ca. 15 Mio. €/a Gesamtrefinanzierungsaufwand für den Standort auszugehen. Bisher sind in das ÖGP insgesamt ca. 350 Mio. € aus dem Sondervermögen Altlastensanierung Sachsen-Anhalt geflossen.

Zur Sicherung des Chemieparks, der Ansiedler und von Neuansiedlungen vor den Folgen des Grundwasserwiederanstieges haben die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) und die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH (CPG) daher 2007 gemeinsam mit dem Bergbausanierer LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) die Durchführung und gemeinsame Finanzierung des Projektes Chemieparksicherung vereinbart. Seit 2008 wurde im Projekt Chemieparksicherung eine umfassende Betroffenheitsermittlung für Gebäude und Infrastruktur durchgeführt. Eine ingenieurtechnische Grundlagenermittlung ergab, dass eine übergreifende Grundwasserabsenkung für den gesamten Chemiepark nicht praktikabel ist und somit vielfach lokale Lösungen erforderlich sind. Seit 2010 wurden daher 23 einzelne Gebäude und Anlagen der Ansiedler und der CPG durch nachträgliche Abdichtung, durch Kellerverfüllungen oder durch dauerhafte Grundwasserabsenkungen mittels Brunnen oder Drainagen gesichert.

Auch für die von der Goitzsche beeinflussten Teile der Stadt Bitterfeld-Wolfen werden baulich und hydraulisch vor den Folgen des bergbaubedingten Grundwasserwiederanstiegs seit Jahren gesichert.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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39112 Magdeburg

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