Menu
menu

Umweltministerin Dalbert übergab bundesweite Auszeichnung an Landeshauptstadt Magdeburg

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist von der Agentur für Erneuerbare Energien zur Energie-Kommune des Monats Mai ernannt worden. Gestern zeichnete Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert gemeinsam mit der Präsidentin des Landesverbandes Erneuerbare Energie Sachsen-Anhalt, Julia Brandt, und dem Geschäftsführer der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA), Marko Mühlstein, die Ottostadt offiziell aus.

Hierfür wurden Schilder und Urkunden an den Beigeordneten für Umwelt, Personal und Allgemeine Verwaltung der Landeshauptstadt Magdeburg, Holger Platz, den Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH, Peter Lackner und den Vorstand der Energiegenossenschaft Helionat eG, Jörg Dahlke, übergeben.

Hintergrund zur Auszeichnung der Landeshauptstadt Magdeburg als "Energie-Kommune"
Magdeburg will bis 2050 bis zu 95 Prozent der eigenen Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 einsparen. Dafür wurde 2017 ein Masterplankonzept für die Stadt verabschiedet. In den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr wurden im Masterplankonzept Strategien vorgestellt, die - unter Rückgriff auf verschiedene Entwicklungsszenarien - Magdeburg langfristig helfen sollen, Verbräuche zu reduzieren und Energie effizienter zu nutzen. Neben Emissionseinsparungen soll deshalb ebenso der Endenergieverbrauch der Stadt bis zur Mitte des Jahrhunderts halbiert werden. Zwischen 1990 und 2014 konnte der Endenergieverbrauch kommunaler Gebäude sowie der Magdeburger Privathaushalte bereits um respektive 53 Prozent und 64 Prozent gesenkt werden. Die Maßnahmen des Masterplankonzeptes sollen zwischen 2015 und 2050 Einsparungen von weiteren 33 Prozent bei Privathaushalten im gesamten Stadtgebiet möglich machen. Außerdem soll der Anteil der in der Landeshauptstadt produzierten Erneuerbaren Energien von fünf Prozent auf knapp 25 Prozent verfünffacht werden.

Über ein Biomasseheizkraftwerk in Magdeburg-Rothensee versorgt die Stadt bereits lokale Unternehmen mit erneuerbarer Wärme. Am gleichen Standort wurde bis 2010 bereits ein Windpark entwickelt, der heute eine Gesamtleistung von 15 Megawatt für die Stadt bereitstellt. So konnte die Stadtverwaltung im Jahr 2020 bereits mit 60 Prozent Ökostrom beliefert werden.

Die Energiewende findet in Magdeburg jedoch nicht nur auf kommunaler Ebene statt. Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben 2009 die Energiegenossenschaft Helionat eG mit Sitz in Magdeburg gegründet, die im gesamten Bundesland bereits zahlreiche Photovoltaik (PV)-Dachanlagen und eine PV-Freiflächenanlage in Magdeburg installieren konnte. In ganz Sachsen-Anhalt produziert die Genossenschaft bereits jährlich 1,3 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom. In Magdeburg hat die Genossenschaft 2016 einen Solarpark umgesetzt, der jährlich bis zu 670 Tonnen CO2 einspart. Diese Anlage soll ein Vorbild für viele weitere in der Zukunft sein.

Die zweite Säule des Masterplankonzeptes ist die Reduzierung des städtischen Endenergieverbrauches. Zentral koordiniert vom Eigenbetrieb kommunales Gebäudemanagement werden beispielsweise die Vorgaben des Förderprogramms STARK III, das mithilfe von EU-Fördergeldern energetische Sanierungsmaßnahmen von Schulen und Kindertageseinrichtungen finanziert, angeleitet und überwacht. Die Mindestvoraussetzungen für eine Förderung unterschreiten die bundesdeutschen Richtwerte bereits um 25 Prozent. Durch eine strenge Umsetzung durch den Eigenbetrieb konnten diese Werte bei den meisten Gebäuden sogar noch unterschritten werden. So konnte Magdeburg den Wärmeverbrauch kommunaler Gebäude zwischen 2005 und 2019 bereits um 60.000.000 Kilowattstunden (kWh) senken.

Der Trend zur Verbrauchsminimierung betrifft aber nicht nur Altbauten. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft setzt auch im Neubau auf möglichst energieeffiziente Bauweisen. Bis Ende 2022 soll am Marderweg im Süden der Stadt ein Pilotprojekt umgesetzt werden: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft will mit dem Neubau von acht energieautarken, familienfreundlichen Reihenhäusern neue Maßstäbe in Sachen Klimaschutz und Wohnkomfort für Magdeburg setzten. Auf Basis von Ökostrom und solarer Eigenproduktion sollen die Gebäude zu 100 Prozent CO2-frei betrieben werden können.

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de