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Waldumbau in der Klimakrise: Wo hat welche Baumartenkombination Zukunft?

Umweltministerium veröffentlicht Entscheidungshilfen zur klimaangepassten Baumartenwahl auf wissenschaftlicher Grundlage

Magdeburg. In Sachsen-Anhalt sind die Auswirkungen der Klimakrise sichtbar. Seit 2018 haben Stürme, Trockenheit und darauf folgend Schadinsekten – wie Borkenkäferarten – Kahlflächen von etwa 25.000 Hektar verursacht. Die Blößen müssen nun aufgeforstet werden. Doch welche Baumarten sind unter Berücksichtigung des Klimawandels für welchen Standort geeignet?

Um diese Frage zu beantworten, hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie das Merkblatt „Entscheidungshilfen zur klimaangepassten Baumartenwahl im Land Sachsen-Anhalt“ herausgegeben. Die Inhalte fußen auf dem aktuellen Forschungsstand der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

Zur Veröffentlichung sagte Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert: „Wenn man aufforsten muss, dann trifft man eine sehr weitreichende Entscheidung für mehrere Generationen. Welche Baumarten halten der Klimakrise stand? Werden meine Enkelkinder etwas von diesem Wald haben? Das Merkblatt hilft dabei diese Fragen zu beantworten. Es bietet wertvolle Informationen zur Waldverjüngung und zum Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern. Alle Empfehlungen geben den aktuellen Forschungsstand wieder und sind allgemeinverständlich aufbereitet. Waldbesitzende können das Merkblatt für sich nutzen. Ich lege diese Empfehlungen allen ans Herz. Nutzen Sie die aktuell zur Verfügung stehenden Informationen zur Standortswasserbilanz, zur Bodenbeschaffenheit und zu den empfohlenen Baumarten.“ 

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt private und kommunale Waldbesitzende auch finanziell mit Förderprogrammen bei der Beseitigung von Waldschäden und dem Aufbau klimastabiler Mischwälder. Aktuell stehen rund 20 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. 

Eine Verbesserung des Waldzustandes erhöht die Abwehrfunktion des Waldökosystems gegenüber biotischen und abiotischen Schaderregern. Deshalb wird in der forstlichen Förderung das Merkblatt verbindlich angewendet. 

Das Merkblatt steht zum Download zur Verfügung: https://lsaurl.de/pikP

Hintergrund

Der Wald ist wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt zu erhalten. Insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion). Des Weiteren ist der Wald zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung muss nachhaltig gesichert werden. Das sind zentrale Aufgaben und Rechtsverpflichtungen für alle Behörden und Waldbesitzende. 

Das Tätigwerden im Rahmen der Wiederaufforstung setzt ein waldbauliches Konzept voraus. Wiederaufforstung bedeutet in der Forstwirtschaft das Anpflanzen von Bäumen oder die Aussaat von Samen mit dem Ziel einer Bewaldung, oft als Wiederherstellung einer früheren, durch Nutzungsmaßnahmen oder Schadereignisse verschwundenen Bewaldung. Wiederaufforstung und Naturverjüngung sind wesentliche Kerngedanken der forstlichen Nachhaltigkeit. Die verschiedenen Aufforstungstechniken sind Gegenstand der forstwissenschaftlichen Waldbau-lehre. Die in Sachsen-Anhalt von der Arbeitsgruppe Waldbau, unter der wissenschaftlichen Begleitung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt erarbeiteten Merkblätter zu Pflanzenzahlen, zur Verjüngungsplanung und zur künstlichen Bestandsbegründung geben detaillierte Informationen über Maßnahmen zur Wiederaufforstung. 

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567- 1950
E-Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de