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Willingmann: Offene Fragen zu Nord Stream 2 schnell klären, Ausbau Erneuerbarer Energien konsequenter vorantreiben

Energieministertreffen in Berlin

Photovoltaikanlage auf Flugplatzgelände in Zerbst

Weltweit steigende Energiepreise belasten zunehmend Unternehmen und Haushalte. "Der rasante Anstieg der Großhandelspreise für Erdgas sowie die steigenden Kosten für Strom sind besorgniserregend", erklärte Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann im Vorfeld des Treffens der Energieminister der Länder und des Bundes am Montag in Berlin. "Bund und Länder müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, um den stetigen Anstieg der Energiepreise zu bremsen. Ein konkreter Ansatz besteht aus meiner Sicht darin, noch offene Fragen der Betriebsgenehmigung für die Gaspipeline ‚Nord Stream 2‘ zügig zu klären. Die alsbaldige Aufnahme der Gasversorgung über die inzwischen fertig gestellte neue Pipeline könnte die Marktlage insbesondere im Winter entspannen."

Bund und Länder müssten allerdings auch den Ausbau Erneuerbarer Energien konsequenter vorantreiben, betonte Willingmann. "Der Bedarf an grünem Strom wird in den kommenden Jahren stark steigen. Wir müssen insoweit die Hängepartie beim Ausbau der Wind- und Solarkraft endlich überwinden. Dazu gehört für mich auch eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Ich hoffe daher auf eine schnelle Regierungsbildung auf Bundesebene, denn Bund und Länder können die energiepolitischen Herausforderungen nur gemeinsam erfolgreich bewältigen."

Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien nimmt Sachsen-Anhalt eine Spitzenstellung in Deutschland ein: mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms wird bereits aus erneuerbaren Energien gewonnen. Darüber hinaus hat sich die Branche zu einem der wichtigsten Arbeitgeber des Landes entwickelt mit mehr als 24.000 Arbeitsplätzen. "Ein beschleunigter Ausbau stärkt nicht nur unsere Klimabilanz, er ist der Schlüssel für die erfolgreiche Entwicklung unserer Wirtschaft in den kommenden Jahren", betonte Willingmann. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Wasserstoff-Strategie des Landes: "Wir haben uns das Ziel gesetzt, Sachsen-Anhalt zu einer führenden Modellregion für grünen Wasserstoff zu entwickeln. Grüner Wasserstoff könnte in der Zukunft insbesondere in energieintensiven Branchen zum Einsatz kommen. Freilich benötigen wir auch hierfür große Mengen Stroms aus erneuerbaren Energiequellen."

In Sachsen-Anhalt werde vor allem das Repowering im Fokus stehen, kündigte Willingmann an. So sollen alte Windkraftanlagen durch leistungsfähigere Modelle ersetzt werden. Zudem will sich der Minister dafür einsetzen, dass die Bevölkerung stärker am Ertrag der Anlagen beteiligt wird. "Wir werden die Energiewende nur mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung und Akzeptanz erfolgreich gestalten können", so Willingmann. "Deshalb müssen wir sicherstellen, dass Energie bezahlbar bleibt, Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden."

Hintergrund: Strombedarf steigt bis 2030 stark an

Nachdem die Bundesregierung bislang von einem nur moderat steigenden Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 von ca. 580 Terrawattstunden (TWh) ausging (im Vergleich: 2020: ca. 550 TWh Stromverbrauch), hat das Bundeswirtschaftsministerium im Juli 2021 eine erste Neuschätzung auf Basis der ersten Ergebnisse einer bei der Prognos AG in Auftrag gegebenen Studie veröffentlicht. Demnach ist mit einem Strombedarf von 645 – 665 TWh in 2030 zu rechnen. Die Prognose des zukünftigen Strombedarfs spielt insbesondere eine Rolle für die Ausschreibungsmengen beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Je nach Szenario braucht Deutschland zwischen 435 und 554 TWh Strom (netto) aus Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft, um das deutsche Klimaziel 2030 zu erreichen. Das entspricht knapp einer Verdopplung gegenüber dem Jahr 2020 (243 TWh).

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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