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Nationaler Aktionsplan Kupierverzicht

Zur Haltung kupierter Schweine ist seit 1. Juli 2019 eine Tierhaltererklärung erforderlich!

Veranlassung

Das routinemäßige Kupieren von Schweineschwänzen zur Verhinderung von Schwanzbeißen ist durch EU-Recht bereits seit 1991 verboten. Der Eingriff ist nur im Einzelfall zulässig, wenn er für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerlässlich ist. Dies muss dem jeweils zuständigen Landkreis/kreisfreie Stadt auf Verlangen glaubhaft dargelegt werden.

Gemäß der Richtlinie 2008/120/EG darf der Eingriff nur dann vorgenommen werden,

  • wenn Bissverletzungen an den Schwänzen und Ohren von Schweinen nachweisbar sind,
  • obwohl im Vorfeld bereits andere Maßnahmen durchgeführt wurden, um Schwanzbeißen und andere Verhaltensstörungen zu vermeiden.

Bei einem Audit der EU im Jahr 2018 in Deutschland wurde festgestellt, dass in Deutschland wie auch in vielen anderen Mitgliedsstaaten flächendeckend gegen diese Vorschriften verstoßen wird. Deutschland und die betroffenen Mitgliedsstaaten wurden daher verpflichtet, einen Aktionsplan vorzulegen, mit dem sichergestellt wird, dass die Vorschriften künftig eingehalten werden.

Der nationale Aktionsplan für Deutschland wurde im September 2018 von der Agrarministerkonferenz beschlossen. Zentrale Vorgabe des Planes ist die sogenannte Tierhaltererklärung, mit der der Tierhalter nachweisen kann, dass er aufgrund der Bedingungen in seinem Betrieb derzeit nicht auf das Kupieren verzichten kann. Damit wird für den Tierhalter Rechtssicherheit geschaffen, unter welchen Bedingungen das Kupieren gegenwärtig noch zulässig ist. Der Aktionsplan sieht ein schrittweises Vorgehen bis zu einem Verzicht auf das Kupieren vor.

Aktionsplan

Der Aktionsplan betrifft alle Produktionsstufen. Das heißt Ferkelerzeuger, Aufzüchter und Mäster sind gleichermaßen erfasst. Ein Betrieb mit mehreren Produktionsstufen muss den Aktionsplan für jede Stufe getrennt umsetzen.

Der Aktionsplan bietet zwei Optionen für den Tierhalter an:

  • Option 1 für Tierhalter, die weiterhin kupierte Tiere halten und
  • Option 2 für Tierhalter, die mit der Haltung unkupierter Tiere beginnen.

Nähere Erläuterungen zu den zwei Optionen und den damit verbundenen Maßnahmen finden sich im Erlass des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie und in Anlage 1 (Ablaufplan) und Anlage 5 (Handreichung zur Umsetzung).

Hinweis: Die unkupierten Tiere sind dauerhaft zu kennzeichnen, zum Beispiel über ein andersfarbiges Teilstück der Ohrmarke. Beim Landeskontrollverband Sachsen-Anhalt e.V. können hierfür amtliche Ohrmarken bezogen werden.

Zeitplan

Die Tierhaltererklärung ist seit dem 01. Juli 2019 erforderlich.

Die Tierhaltererklärung muss jährlich neu ausgestellt werden. Hierfür ist die Risikoanalyse jährlich zu wiederholen. Schwanz- und Ohrverletzungen müssen mindestens zweimal jährlich erhoben werden.

Ab Mitte 2021 muss der zuständigen Behörde ein schriftlicher Maßnahmenplan vorgelegt werden, sofern weiterhin gemäß Option 1 des Aktionsplans kupierte Tiere gehalten werden.

Veterinärwesen, Tierschutz, Tierarznei- und Futtermittel

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567-01
E-Mail: tierschutz-st(at)mule.sachsen-anhalt.de