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Projekt Katzenkastration

Katzenschutz verbessern - Tierleid verringern

Steigende Populationen von freilebenden Hauskatzen verursachen vielgestaltige Probleme bezüglich des Tierschutzes, der menschlichen Gesundheit (Zoonosen), der Gefahrenabwehr und der Auswirkung auf Wildtiere (z.B. das Fangen von Singvögeln). Eine freilebende Katzenpopulation wird von ihrer Umgebung beeinflusst. Die Population wächst exponentiell und führt zu einer lokalen Erhöhung der Dichte. Dies führt dazu, dass das Gleichgewicht der Umgebungsparameter für die Tiere nicht mehr in geeigneter Weise gehalten werden kann. Dadurch können sich Infektionskrankheiten besser und schneller verbreiten. Rangkämpfe finden statt und durch das Herumstreunen der Kater kann es häufiger zu Unfällen kommen. Die beschriebene Situation geht für die Tiere im Ergebnis oft mit erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden einher. Ab wann dieses Ungleichgewicht entsteht, kann jedoch nicht genau definiert werden.

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Kastration zur Eindämmung der Überpopulation freilebender Katzen

Um den Schmerzen, Leiden und Schäden entgegenzuwirken bestehen im § 13 b des Tierschutzgesetzes (TierSchG) rechtliche Vorgaben für die Ergreifung von Gegenmaßnahmen. Diese Maßnahmen können das Verbieten bzw. Beschränken des freien Auslaufs für fortpflanzungsfähige Katzen, die Kastrationspflicht sowie die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen mit freiem Auslauf sein. Die Ermächtigung für die Gemeinden, notwendige Maßnahmen zu erlassen, wurde durch das Gesetz zur Übertragung der Ermächtigung zur Festlegung von bestimmten Gebieten zum Schutz freilebender Katzen vom 27.11.2019 (GVBI. LSA Nr. 31/2019 vom 04.12.2019) in Sachsen-Anhalt geschaffen. Parallel dazu hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt (MULE) ein Pilotprojekt über Untersuchungen zur Nachhaltigkeit der Kastration als Maßnahme zur Eindämmung der Überpopulation bei freilebenden Katzen ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war zu prüfen, ob ein auf der Kastration basierendes Maßnahmenpaket ausreichend sei, um eine Überpopulation von freilebenden Katzen einzudämmen. Die gesammelten Erfahrungen sollen als Hilfestellung für die ermächtigten Behörden bei dem Erlass von Rechtsverordnungen nach § 13 b TierSchG dienen.

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Durchführung des Katzenkastrationsprojektes von 2017 bis 2019

Das Projekt wurde 2017 bis 2019 in Zusammenarbeit des MULE, dem Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) und den Tierschutzvereinen "Wolmirstedt und Umgebung e.V." und "Bündnis für Tiere e.V." durchgeführt. Es wurde ein "integriertes Katzenkastrationssystem" mit den drei Säulen Kastration, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit erstellt. Das MULE war als Auftraggeber für die Koordination des Projektes, die Verwaltung des Projektbudgets (Förderung durch MULE) und für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Den Tierschutzvereinen oblag die Organisation der Kastrationen und der Datenerfassung. Die Aufgaben des LAV lagen in der fachlichen Begleitung des Projektes und Auswertung der vorliegenden Daten. Die Dokumentation wurde im Erfassungssystem vorgenommen. Neben einer kontinuierlichen Datenerhebung war auch Ziel, den Tierschutzvereinen ein zukunftsfähiges Erfassungssystem für ihre weitere Arbeit an die Hand zu geben.

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Ergebnisse aus dem Katzenkastrationsprojekt

Die Ergebnisse dieser Studie werden nach Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Amtstierärztlicher Dienst" auf dieser Webseite bekanntgegeben.

Für allgemeine Fragen wurden FAQs zur Kastration von Katzen erarbeitet. Weiterhin wurden ein Erfassungssystem, eine Anleitung zur Nutzung des Erfassungssystems, ein Muster für die Einzeltiererfassung und ein Poster erstellt.

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