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News

Unterstützung der Kastration und Kennzeichnung von Streunerkatzen geht weiter

Ministerium stellt auch in diesem Jahr 100.000 EURO zur Kastration von herrenlosen Katzen zur Verfügung

Nachdem im vergangenen Jahr das Projekt zur Unterstützung von Tierschutzvereinen bei der Kastration und Kennzeichnung von herrenlosen freilebenden Katzen sehr erfolgreich angelaufen ist, wird es in diesem Jahr fortgesetzt.

Mit 50.000 Euro wurden seit September 2020 insgesamt 21 Tierschutzvereine dabei unterstützt, 720 Streunerkatzen - 275 männliche und 445 weibliche - unfruchtbar zu machen und damit deren ungeregelte Vermehrung zu verhindern. In diesem Jahr stehen in den zwei geplanten Kastrationszeiträumen im Frühjahr und im Herbst wieder jeweils 50.000 EURO zur Verfügung.

Tierschutzvereine können in zwei Kastrationszeiträumen ab 1. Februar 2021 und 1. September 2021 die teilweise Übernahme der entstehenden Kosten für die Kastrationen freilebender herrenloser Katzen beantragen.

Anträge hierfür sind wie auch im vergangenen Jahr an den Landesverband Sachsen-Anhalts im Deutschen Tierschutzbund zu stellen. Weiterhin gilt wie zuvor: Kosten für die Kastration und Kennzeichnung der Katzen können bis in Höhe von 100 Euro für eine weibliche Katze und 50 Euro für eine männliche Katze übernommen werden - maximal bis zu 4.000 Euro im Jahr pro Tierschutzverein.

Ein Tipp an beteiligte Tierschutzvereine: Bitte die Anträge auf Unterstützung durch Kostenübernahme unmittelbar stellen - möglicherweise auch mehrere Anträge über den jeweiligen Kastrationszeitraum. Unterstützung kann nur solange gewährt werden wie Mittel verfügbar sind.

Nähere Informationen erhalten die Vereine beim Deutschen Tierschutzbund e.V., Landesverband Sachsen-Anhalt, info(at)landestierschutz-lsa.de , Tel.: 0391 252 8762, Mobil: 0170 900 1315.

Das Merkblatt und die Antragsformulare finden Sie weiter unten.

Nähere Ausführungen zur Durchführung des Projektes des MULE mit praktischen Untersuchungen zur Nachhaltigkeit von Katzenkastrationen von 2017 bis 2019 finden Sie hier.

Die Pressemitteilung zur Informationskampagne des Landes: "Kastration von Katzen ist Tierschutz" finden Sie hier.

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Sachsen-Anhalt fördert Drohnen zur Kitzrettung

Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik hat sich bei der Rehkitzsuche etabliert. Das Verfahren bietet Landwirtinnen und Landwirten sowie Jagdausübungsberechtigten die Möglichkeit, effektiv ihrer tierschutzrechtlichen Verantwortung gegenüber den Wildtieren nachzukommen. Mit Unterstützung dieser Technik ist es möglich, Helferinnen und Helfer direkt zum Tier zu lotsen.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert: „Drohnen sind sehr kostenintensiv. Deshalb stellen wir Fördermittel aus der Jagdabgabe zur Anschaffung von ferngesteuerten Multicoptern zur Verfügung.“ Jährlich stehen dadurch rund 300.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Die Zuwendungen erfolgen als Projektförderung für einzelne abgegrenzte Vorhaben in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Der erste positive Bewilligungsbescheid erging kürzlich, ein weiterer Antrag befindet sich derzeit in Bearbeitung. „Die Verhinderung von Mähopfern dient dem Tier- und Artenschutz auf landwirtschaftlichen Flächen in Sachsen-Anhalt“, so die Ministerin.

In Sachsen-Anhalt sind mittlerweile mehrere ehrenamtliche Vereine tätig, die sich der Aufgabe der Rehkitzrettung widmen. Nachdem insbesondere der Tierschutzverein Gera e. V. (info(at)rehkitzretter-gera.de) und der Kitzrettung Unstruttal e. V. (www.kitzrettung-unstruttal.de) den südlichen Teil des Landes abdecken, sind im Norden die Vereine Wildtierretter Sachsen-Anhalt e. V. und der Bundesverband Copter Piloten (leo(at)airfotoservice.de) aktiv.

Diese Vereine verfügen über Drohnen mit Wärmebildkamera, sind aber darüber hinaus auf Helfer zum Aufnehmen und Betreuen aufgefundener Wildtiere angewiesen. Wer die Vereine als Helfer unterstützen möchte, kann direkt mit den Vereinen oder mit den Tierschutzbeauftragten (tierschutzbeauftragter(at)sachsen-anhalt.de) in Verbindung treten.“ Auf der Homepage www.kitzrettung-hilfe.de besteht die Möglichkeit, sich als Helferin sowie Helfer und auch als hilfesuchender Landwirtschaftsbetrieb registrieren zu lassen.

Anträge auf Förderungen zum Erwerb von Drohnen sind an das Landesverwaltungsamt, Ernst-Kamieth-Straße 2, 06112 Halle (Saale) zu richten. Weiterführende Informationen und das Antragsformular sind auf dieser Internetseite eingestellt.

Warum ist der Einsatz von Drohnen bei der Tierrettung so wichtig?

Ende April beginnt die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von Rehkitzen, Junghasen und gefährdeten Wiesenbrütern. Das fällt genau in die Zeit des ersten Grünlandschnitts. Bis zu einem gewissen Alter haben Rehkitze und Junghasen keinen Fluchtreflex. Deshalb ist die Gefahr groß, vom Mähwerk erfasst und verstümmelt oder sogar getötet zu werden. In Deutschland sterben schätzungsweise 100.000 Kitze jährlich durch die Mahd.

Daher ist die Zusammenarbeit von Landwirtinnen und Landwirten sowie Jägerinnen und Jägern zum Schutz der Tiere von großer Bedeutung. Der Landwirt hat besondere Pflichten, bevor er mit der Mahd beginnt. Kommt er diesen nicht nach, macht er sich strafbar. Insoweit legt § 17 des Tierschutzgesetzes fest: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“

Bereits einen Tag vor der Mahd sollten unbedingt Vergrämungsmethoden wie das Aufhängen von Plastiktüten eingesetzt werden. Um ganz sicher zu gehen, dass sich kein Jungwild zur Zeit des Mähens in der Wiese befindet, können die Flächen mit einem ausgebildeten Vorstehhund oder mit menschlichen Helfern abgesucht werden. Das Absuchen der Grasflächen vor der Mahd erfordert einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand. Hinzu kommt, dass nicht alle Rehkitze aus Bodensicht entdeckt und vor dem Mähwerk gerettet werden. Und so hat sich der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik im Bereich der Rehkitzsuche etabliert.

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Umgang mit Tieren während der Corona-Krise

Auch mit der Siebten Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt vom 30. Juni 2020 sind weiterhin Beschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus angewiesen worden.

Hunde müssen ausgeführt werden

Tiere können und müssen auch weiterhin versorgt, betreut und bei Bedarf bewegt werden. Dies ist auch solange ohne Gefährdung möglich, wie Kontakte zwischen Mensch und Tier nicht mit zwischenmenschlichen Kontaktaufnahmen verbunden sind. Hunde können weiter ausgeführt werden, solange Menschen dabei nicht miteinander in Kontakt treten. Quarantänemaßnahmen für Tiere sind nach bisherigen Kenntnissen nicht notwendig und entbehrlich. Waschen, Schamponieren oder gar Desinfizieren von Haustieren als Vorsichtsmaßnahme sind nicht notwendig und schaden möglicherweise der Gesundheit der Tiere mehr. Allerdings dürfen Hundebesitzer, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, ihre Wohnung nicht verlassen, auch nicht um ihren Hund auszuführen. Hier müssen geeignete Personen außerhalb des Haushaltes - Nachbarn oder Freunde - gebeten werden, das Ausführen der Tiere zu übernehmen".

Ehrenamtliche Hilfe in Tierheimen möglich

Auch Tierheime könnten weiterhin ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Tiere ausführen lassen, wenn dies nach exakten zeitlichen und personellen Absprachen durch Einzelpersonen durchführbar ist und Kontakte der Menschen untereinander und zum Tierheimpersonal den üblichen Vorsichtsmaßnahmen (Abstand halten!) folgen.

Pferde bewegen

Pferde müssen selbstverständlich versorgt, bewegt und bei Bedarf geritten werden. Ein Kontakt zwischen Menschen ist dafür nicht zwingend notwendig und natürlich auszuschließen. Die Betreiber von Pferdepensionen müssen entscheiden, ob die Besitzer der Pferde oder andere Tierpfleger zur Sicherstellung der Versorgung und Bewegung der Pferde benötigt werden. Ähnlich wie in Tierheimen sollten im Bedarfsfall Anwesenheitszeiten vorgegeben werden, um die Anzahl von Menschen im Stall zu begrenzen und deren Kontakt untereinander zu vermeiden.

Grundversorgung von Nutztiere sicherstellen

Nutztierhalter sollten genau eruieren, welches Personal für die Grundversorgung ihrer Tiere notwendig ist. Wie in anderen Unternehmen auch sollten nach Möglichkeit Vertretungspersonen für den Fall bereitstehen, dass Stallpersonal aufgrund von Infektionsgeschehen erkrankt oder sich in Quarantäne befindet.

Tiere spielen keine Rolle für die Verbreitung des Corona-Virus

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Robert-Koch-Institutes (RKI) und des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) gibt es keine Hinweise darauf, dass Haus- und Nutztiere eine Infektionsquelle von SARS-CoV-2 für Menschen sein können. Nach momentanem Wissensstand spielen Tiere für die Verbreitung des Corona-Virus keine Rolle - weder als Wirt noch als Übertragungsmedium. Von bisher bei Tieren bekannten Corona-Viren - etwa den Erregern der Bauchfellentzündung (FIP) bei Katzen oder von Durchfallerkrankungen (PED) bei Schweinen - ist das jetzige SARS-CoV-2 klar zu differenzieren. 

Um einen Überblick über Vorkommen und Ausbreitung von Corona bei Haustieren zu erlangen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Meldepflicht für Haustiere eingeführt, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums.

Kontakte zwischen Menschen reduzieren und Hygieneregeln beachten

Nach jetzigen Wissensstand ist es zur Vermeidung der Virusausbreitung nicht wichtig, die Kontakte zwischen Menschen und Tieren zu reduzieren, aber unbedingt die Kontakte zwischen Menschen. Beim Umgang mit Tieren sollten jedoch selbstverständlich immer generelle Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um das Risiko der Übertragung auch anderer potentieller Krankheitserreger zu reduzieren. Maßnahmen wie Händewaschen und -desinfizieren nach dem Kontakt mit Tieren, Verhindern des Ableckens von Gesicht und Händen durch Haustiere, Sauberhalten von Liegeplätzen und Fressnäpfen von Tieren sollten selbstverständlich sein.

Die Kenntnisse um die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus sind komplex und sehr dynamisch und unterliegen zum Teil kurzfristig Änderungen. Dies kann auch die Erkenntnisse bezüglich der Rolle von Tieren im Infektionsgeschehen betreffen. Insofern ist jede Tierhalterin und jeder Tierhalter angehalten, sich ständig über die diesbezüglich neuesten Sachverhalte zu informieren.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Tierhaltung während der aktuellen Corona-Pandemie (FAQ).

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Tierschutz in den Medien

Der Tierschutzgedanke wird in der Gesellschaft immer präsenter. In den Medien werden immer öfter Berichte zu Missständen oder Tierschutzproblemen,  aber auch Darstellungen guter Tierhaltungen gezeigt.

Im Folgenden findet man Beiträge oder Ausschnitte aus solchen Fernsehberichten ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Tiergerechter Umgang mit Rindern - Eine Schulungsveranstaltung für Stallpersonal

Am 27. Februar 2020 trafen sich in der Aderstedter Scheune (Bernburg) Rinderhalter aus Sachsen-Anhalt, um sich zum Thema "Tiergerechter Umgang mit Rindern - Eine Schulung für Stallpersonal" zu informieren.

Die Schulung zum verantwortungsbewussten und tiergerechten Umgang mit Rindern durch das betreuende Stallpersonal wurde vom Tierschutzbeauftragten des Landes und dem Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt veranstaltet. Das Interesse der tierhaltenden Betriebe an der Thematik war so stark, dass die Veranstaltung komplett ausgebucht war.

Dr. Miriam Linder vom Landesamt für Verbraucherschutz und der Tierschutzbeauftragte Dr. Marco König konnten unisono konstatieren: "Es ist höchst erfreulich, auf welches Interesse der tiergerechte Umgang mit unseren Nutztieren bei den Landwirten des Landes stößt. Das zeigt einmal mehr den Stellenwert der Tierschutz-Thematik."

Eine Folgeveranstaltung zum Thema wird bereits geplant.

Karen Wichmann von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ging einführend zum Thema "Sicherer und tiergerechter Umgang mit Rindern" auf die physiologischen Bedürfnisse von Rindern ein. Frau Wichmann erklärte den Zuhörern u.a. die Wahrnehmung von Rindern und begründete so typische Verhaltensweisen dieser Tiere. Die Schulungsteilnehmer lernten wie bestimmte Situationen eingeschätzt oder vermieden werden können.

Der Vortrag von Dr. Miriam Linder vom Landesamt für Verbraucherschutz informierte darüber, wie mit kranken und verletzten Tieren zu verfahren ist. Grundsätzlich muss dabei sichergestellt werden, dass verletzten oder kranken Rindern unnötige Leiden erspart bleiben. So muss jeder Tierhalter bei kranken Tieren entscheiden, ob eine Behandlung sinnvoll ist oder ob das Tier von seinen Schmerzen erlöst werden soll. Auch die Transportfähigkeit von Rindern wurde anhand anschaulicher Fotos thematisiert. So dürfen Rinder nicht zum Schlachthof transportiert werden, wenn sie krank oder verletzt sind.

Prof. Dr. Kerstin Müller von der Klinik für Klauentiere der Freien Universität Berlin behandelte im Referat "Die lahme Kuh - frühzeitig erkennen, fachgerecht behandeln und ganz vermeiden" einen Themenkomplex von Erkrankungen, die in Rinderställen leider häufig anzutreffen sind. Die Schulungsteilnehmer bekamen anschaulich erläutert, welche Bedeutung die Klauengesundheit für das einzelne Rind hat. Rinder mit Klauenerkrankungen haben in der Regel Schmerzen. Dies ist nicht nur für das fehlende Wohlbefinden der Tiere von Bedeutung, sondern auch mit schlechterer Futteraufnahme und folglich einer schlechteren Leistungsfähigkeit verbunden. Dem Problem kann der Landwirt durch eine gute Stallhygiene, durch häufige Klauenbäder und durch eine regelmäßige "Pediküre" der Klauen begegnen.

Die Teilnehmer der Schulung können unter dieser E-Mail-Adresse die Vorträge der Referenten anfordern.

Die Pressemitteilung als pdf-Dokument finden Sie hier.

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Tierschutzbericht 2019

Der Tierschutzbericht 2019 berichtet über die Situation des Tierschutzes in Sachsen-Anhalt in den Jahren 2017 und 2018. Er wurde am 10. Dezember 2019 durch den Tierschutzbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt dem Kabinett und Medienvertretern vorgestellt und veröffentlicht. Nähere Informationen finden Sie hier.

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Kükentöten - Wirtschaftliches Interesse kein vernünftiger Grund

Der Tierschutzbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt begrüßt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zum Kükentöten. Danach ist das wirtschaftliche Desinteresse der Geflügelwirtschaft an der Aufzucht und Haltung männlicher Hühner der Legerassen kein vernünftiger Grund, diese zu töten.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

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Informationsveranstaltung zum Aktionsplan Kupierverzicht beim Schwein

Am 16. und 17. Mai 2019 fanden in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Informationsveranstaltungen zum Einstieg in den Kupierverzicht beim Schwein statt. Über 100 Tierhalter und Tierärzte informierten sich zum Nationalen Aktionsplan Kupierverzicht.

Nach einer Darstellung von Ursachen und Gründen des Schwanzbeißens bei Ferkeln und jungen Schweinen durch Rudolf Wiedmann, Berater aus Tübingen, stellte der Tierschutzbeauftragte Dr. Marco König den eigentlichen "Aktionsplan zur Einhaltung der Rechtsvorschriften in Bezug auf das Schwänzekupieren beim Schwein" vor. Im Anschluss daran wurden drei verschiedene Varianten einer Risikoanalyse vorgestellt, die ab 1. Juli 2019 jeder Schweinehalter in seinem Betrieb durchführen muss. Zum einen erklärte Dr. Eckhard Meyer von Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die sächsische Checkliste zur Vermeidung von Verhaltensstörungen (Schwanzbeißen). Dr. Marco König präsentierte danach das Schwanz-Beiß-Interventionsprogramm (SchwIP) des Friedrich-Löffler-Institutes als eine andere Art einer Risikoanalyse. Schließlich stellte Dr. Manfred Weber vom Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden die Risikoanalyse vor, die Bestandteil des bundesweit abgestimmten Aktionsplanes Deutschlands ist. Welche Art der Risikoanalyse von sachsen-anhaltischen Schweinehaltern angewendet wird, bleibt deren Entscheidung überlassen.
Abschließend erläuterte Dr. Sandra Wehmeier-Graf, Tierärztin am Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, die verschiedenen Alternativen der Tierhaltererklärung.
Auch wenn nicht alle Nachfragen vollumfänglich zu klären waren, sollte jeder Schweinehalter darüber informiert sein, was nun bis zum Stichtag 1. Juli 2019 umzusetzen ist.

Unter www.ringelschwanz.info finden Sie weitere Informationen zum Verzicht auf das Schwanzkupieren, so auch zur Fütterung, zum Tränkwasser oder zum Stallklima. Dort werden auch Möglichkeiten einer artgerechten Beschäftigung oder Notfallhilfemöglichkeiten beim Auftreten von Schwanzbeißen vorgestellt. Von dieser Homepage können alle wichtigen Dokumente heruntergeladen werden.

Hintergrundinformationen zum Aktionsplan

Derzeit werden in Deutschland und auch in vielen weiteren Mitgliedstatten der EU die Schwänze der meisten Schweine, die konventionell gehalten werden, routinemäßig kupiert. Seit 1991 ist allerdings dieses routinemäßige Amputieren zur Verhinderung von Schwanzbeißen verboten.

2018 wurden in Deutschland und bei fünf weiteren EU-Mitgliedstaaten Audits durchgeführt, bei dem festgestellt werde, dass die von Deutschland bereits ergriffenen Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie 2008/120/EG nicht ausreichend sind. Als Folge wurde ein Aktionsplan gefordert, in dem Maßnahmen verbindlich festgelegt werden, um das Schwanzbeißen zu verhindern und somit das Kupieren der Schwänze unnötig zu machen.

Der Nationale Aktionsplan für Deutschland wurde im September 2018 von der Agrarministerkonferenz beschlossen. Das Ziel ist der schrittweise Einstieg in den Kupierverzicht. Zentrale Vorgabe des Planes ist die sogenannte Tierhaltererklärung, mit der der Tierhalter ab 1. Juli 2019 nachzuweisen hat, dass er aufgrund der Rahmenbedingungen in seinem Betrieb derzeit nicht auf das Kupieren verzichten kann. Die Tierhaltererklärung setzt die Dokumentation von Schwanz- bzw. Ohrverletzungen, die Durchführung einer Risikoanalyse und die Umsetzung der sich daraus ergebenden Optimierungsmaßnahmen voraus.

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Expertennetzwerk fordert EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen

Anlässlich des Europatages am 9. Mai bekräftigen der Tierschutzbeauftragte des Landes und das Expertennetzwerk "Kennzeichnung und Registrierung (K&R)" ihre Forderung nach einer einheitlichen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen in der Europäischen Union.

Schätzungen zufolge gibt es in Europa etwa 80 Millionen Haushalte, in denen mindestens ein Haustier lebt. Zu der Verantwortung, die Menschen damit für Millionen von Tieren übernehmen, zählt für die Experten des Netzwerks "K&R" neben der tiermedizinischen Grundversorgung und der artgerechten Tierhaltung auch der Schutz des Tieres durch die Kennzeichnung mittels eines Transponders und die anschließende Registrierung in einem Haustierregister.

Bereits seit 2010 fordern zahlreiche Tierschutzorganisationen, die Tierärzteschaft sowie das Europäische Parlament auf EU-Ebene eine Rückverfolgbarkeit nicht nur für landwirtschaftliche Nutztiere, sondern auch für Heimtiere. Das EU-Parlament hat zuletzt am 25. Februar 2016 mit fraktionsübergreifender Mehrheit für eine Entschließung gestimmt, in der von der EU-Kommission eine EU-weite Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen aus Gründen der Gesundheit von Menschen und Tieren gefordert wird. Doch obwohl das EU-Tiergesundheitsrecht eine solche Maßnahme ermöglicht, gibt es bis heute keine einheitliche EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Zwar haben die meisten europäischen Mitgliedstaaten eine solche Rechtspflicht eingeführt, deren Vollzug sowie die Ausgestaltung der Register sind jedoch länderspezifisch unterschiedlich und nicht kompatibel. In Deutschland gibt es bisher keine nationale Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht, sondern 16 unterschiedliche Landesregelungen.

"In Sachsen-Anhalt ist zwar eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für Hunde per Gesetz vorgeschrieben haben, allerdings ist eine solche Verpflichtung auch für Katzen notwendig. Die Kennzeichnung und Registrierung erlaubt eine schnelle Zuordnung von Tieren zur Besitzerin/zum Besitzer und wirkt damit auch gegen den zunehmenden illegalen Welpenhandel", erläutert der Tierschutzbeauftragte Dr. Marco König, der Sachsen-Anhalt im Netzwerk "K&R" vertritt.

"Erstrebenswert wäre natürlich eine in der gesamten EU einheitlich geregelte Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen, da damit endlich zahlreiche Tierschutzprobleme gelöst werden könnten", stimmen Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks "K&R" und Dr. Marco König überein. "Darüber hinaus ließe sich der Onlinehandel mit Tieren besser kontrollieren."

Das vor drei Jahren gegründete Netzwerk "K&R" - ein Arbeitskreis aus den Tierschutzbeauftragten der Bundesländer und Experten aus den Bereichen der Tiermedizin, der Transpondertechnologie, der Haustierregister und des Tierschutzes - fordert die Einführung einer Rechtspflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen in ganz Deutschland. Bislang ist Deutschland zusammen mit Finnland hierbei Schlusslicht in Europa wobei Gründe für die Ablehnung einer Regelung vor allem auf wirtschaftlichen Erwägungen beruhen.
Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit und den Mitgliedern des Netzwerks "K&R" sind auf der Internetseite www.heimtierverantwortung.net zu finden.

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Tierschutzbeauftragter besucht Modell- und Demonstrationsbetriebe

 

Der Landestierschutzbeauftragte Dr. Marco König besuchte zwei Putenmastbetriebe in Sachsen-Anhalt, die am Modellprojekt „Minimierung des Federpickens bei Mastputen“ teilgenommen haben. Die Tierproduktion GbR Klug/Braune in Finneland OT Kahlwinkel und die Landwirtschaftliche Putenmast GmbH Co.KG in Neuenhofe sind zwei der insgesamt fünf bundesweit beteiligten Betriebe, die das Federpicken bei Mastputen verringern wollen. Dafür wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Oktober  2016 ein Projekt gestartet, in dem in ausgewählten Praxisbetrieben wissenschaftliche Erkenntnisse überprüft wurden.

Federpicken ist eine Verhaltensstörung, die unter den heute üblichen Haltungsbedingungen in Putenhaltungsbetrieben vorkommt. Da Puten von Natur aus sehr neugierig sind, wird von ihnen alles untersucht und angepickt. Die sehr scharfen und spitzen Schnäbel können tiefgreifende Verletzungen verursachen, wenn dabei Artgenossen bepickt werden. Um die Schwere der Pickverletzungen zu mildern, werden üblicherweise die Schnabelspitzen der Puten kupiert. Die besuchten Betriebe haben mit ihrer Projektteilnahme gezeigt, dass sie an der Beendigung dieser unerwünschten Praxis interessiert sind und aktiv am Ausstieg vom Schnabelkupieren mitwirken wollen.

Durch die Untersuchungen in den Modellbetrieben wurde deutlich, dass Federpicken dauerhaft nur schwer verhindert werden kann. Auch Verringerung der Besatzdichten, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und verschiedene Aufenthaltsbereiche für die Tiere schafften keine sichere Abhilfe. Wichtig ist, dass beim spontanen Auftreten des Federpickens ein Verdunkeln der Ställe möglich ist, damit die Puten sich wieder beruhigen.

In einem Folgeprojekt wird untersucht werden müssen, welchen Einfluss das Licht, die genetische Festlegung des Pickverhaltens und weitere Haltungsbedingungen auf das Auslösen von Federpicken haben.

Weitere Informationen dazu sind einsehbar unter https://mud-tierschutz.de/  

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Übertragung der Zuständigkeit für den Erlass von Katzenschutzverordnungen nach § 13b Tierschutzgesetz

Tierschutzrechtlich haben die Gemeinden in Sachsen-Anhalt seit 5. Dezember 2019 die Ermächtigung, auf der Grundlage von § 13b Tierschutzgesetz Gebiete zum Schutz freilebender Katzen (Katzenschutzgebiete) festzulegen und für diese Gebiete Regelungen (Katzenschutz-Verordnungen) zu treffen.

Die Gemeinden Sachsen-Anhalts hatten bereits vorher die Möglichkeit Regelungen zu Katzen mit Freilauf nach dem allgemeinen Gefahrenabwehrrecht zu treffen, diese aber leider selten genutzt. Zudem verfügen die Gemeinden die notwendigen ortsspezifischen Kenntnisse. Nun können die Gemeinden Belange der Gefahrenabwehr und des Tierschutzes im Falle von Katzenüberpopulationen gegeneinander abwägen und ausgleichend regeln.

Hier finden Sie das Gesetz.

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Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Dr. Marco König

Telefon: +49 391 567-1844
E-Mail: tierschutzbeauftragter(at)mule.sachsen-anhalt.de