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News

Tierschutz in den Medien

Der Tierschutzgedanke wird in der Gesellschaft immer präsenter. In den Medien werden immer öfter Berichte zu Missständen oder Tierschutzproblemen,  aber auch Darstellungen guter Tierhaltungen gezeigt.

Im Folgenden findet man Beiträge oder Ausschnitte aus solchen Fernsehberichten ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Zeitdauer der Veröffentlichung stark von den Medienanbietern abhängig - es wird daher um Verständnis gebeten wenn einzelne Beiträge nur kurzzeitig sichtbar sind.

 Das Erste Plusminus Viel-Milch-viel-Tierleid

 Pro Sieben Galileo Schweinehaltung bei Herrn von Rundstedt

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 zdf 37 Grad Unser täglich Tier Hühnchen Massenproduktion

Urlaub und Heimtiere

Die schönste Zeit im Jahr ist da, die Urlaubszeit. Die Reise ist gebucht und oft stellt sich jetzt die Frage: Wohin mit unserem Haustier?

Je nach Ziel kann ein Hund in den Urlaub mitgenommen werden. Doch planen Sie den Urlaub mit Ihrem Hund gut! Fragen zu Einreisebedingungen oder Impfungen sollten im Vorfeld geklärt werden. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten. Legen Sie auch während der Reise regelmäßige Pausen zum Laufen, Trinken oder Fressen ein. Lassen Sie Ihren Hund niemals auch nur kurz während einer Pause im Auto. Die Temperaturen an einem sonnigen Tag können ganz schnell im Inneren eines Autos ansteigen, so dass es gefährlich für Ihren Hund werden kann.

Ist Ihr Haustier eine Katze, Kaninchen, Vögel oder Fische ist das Mitnehmen in das Reiseziel sicher nicht so gut geeignet. Sie fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten. Fragen Sie vertrauenswürdige Freunde oder Nachbarn. Oft kann die Tierversorgung als gegenseitiges Angebot erbracht werden. Doch die Versorgung des daheimgebliebenen Tieres sollte sich nicht nur auf das Füttern und die Reinigung der Toilette beschränken. Um einer Vereinsamung vorzubeugen, sollte sich der Pfleger auch mit dem tierischen Schützling beschäftigen. Kann das nicht gewährleistet werden, ist es besser, wenn Sie eine Tierpension in Ihrer Nähe finden, in der sich liebevoll um Ihr Haustier gekümmert werden kann.

Weitere Tipps und Hinweise finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Tierschutzbundes.

24.06.2019 Heiße Temperaturen in Deutschland Tierschutzbeauftragter appelliert an Tierhalter und Tierärzte die Hitze und Sonneneinstrahlung im Alltag zu berücksichtigen

Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff - seit mehreren Tagen herrschen Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius. Mitte der Woche sind Werte nahe der 40 Grad Celsius prognostiziert. Ähnliche Werte sind in den Monaten Juli und August zu erwarten.

Auch für Weidetiere (insbesondere Pferde, Rinder, Schafe und Schweine) bedeuten diese Witterungsverhältnisse eine enorme Belastung. Nicht selten stehen die Tiere auf großen Weideflächen ohne jeglichen Schutz vor der Sonne.

Der Tierschutzbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt appelliert daher an Tierhalter und (Amts-)Tierärzte darauf zu achten, dass allen Weidetieren neben Trinkwasser auch ausreichend groß dimensionierte und gut belüftete Schattenplätze zur Verfügung stehen.

Tiertransporte sollten bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius in die Nachtstunden verlegt werden. Transporte, die länger als acht Stunden dauern, sind bei Außentemperaturen über 30 Grad Celsius nicht zulässig!

Da die Transportfahrzeuge selten über eine ausreichende Klimatisierung verfügen, kommt es durch die enorme Hitzebelastung der Tiere in den Transportfahrzeugen zu schwersten tierschutzrechtlich relevanten Belastungen und erheblichen länger anhaltenden Leiden. Der Innenraum der Fahrzeuge heizt sich zum Teil deutlich über die Außentemperatur auf. Der Landestierschutzbeauftragte begrüßt daher in Sachsen-Anhalt das Inkrafttreten des Tiertransporterlasses.

Die Pressemitteilung sehen Sie hier.

13.06.2019 Kükentöten - Wirtschaftliches Interesse kein vernünftiger Grund

Der Tierschutzbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt begrüßt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zum Kükentöten. Danach ist das wirtschaftliche Desinteresse der Geflügelwirtschaft an der Aufzucht und Haltung männlicher Hühner der Legerassen kein vernünftiger Grund, diese zu töten.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

Informationsveranstaltung zum Aktionsplan Kupierverzicht beim Schwein

Am 16. und 17. Mai 2019 fanden in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Informationsveranstaltungen zum Einstieg in den Kupierverzicht beim Schwein statt. Über 100 Tierhalter und Tierärzte informierten sich zum Nationalen Aktionsplan Kupierverzicht.

Nach einer Darstellung von Ursachen und Gründen des Schwanzbeißens bei Ferkeln und jungen Schweinen durch Rudolf Wiedmann, Berater aus Tübingen, stellte der Tierschutzbeauftragte Dr. Marco König den eigentlichen "Aktionsplan zur Einhaltung der Rechtsvorschriften in Bezug auf das Schwänzekupieren beim Schwein" vor. Im Anschluss daran wurden drei verschiedene Varianten einer Risikoanalyse vorgestellt, die ab 1. Juli 2019 jeder Schweinehalter in seinem Betrieb durchführen muss. Zum einen erklärte Dr. Eckhard Meyer von Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die sächsische Checkliste zur Vermeidung von Verhaltensstörungen (Schwanzbeißen). Dr. Marco König präsentierte danach das Schwanz-Beiß-Interventionsprogramm (SchwIP) des Friedrich-Löffler-Institutes als eine andere Art einer Risikoanalyse. Schließlich stellte Dr. Manfred Weber vom Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden die Risikoanalyse vor, die Bestandteil des bundesweit abgestimmten Aktionsplanes Deutschlands ist. Welche Art der Risikoanalyse von sachsen-anhaltischen Schweinehaltern angewendet wird, bleibt deren Entscheidung überlassen.
Abschließend erläuterte Dr. Sandra Wehmeier-Graf, Tierärztin am Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, die verschiedenen Alternativen der Tierhaltererklärung.
Auch wenn nicht alle Nachfragen vollumfänglich zu klären waren, sollte jeder Schweinehalter darüber informiert sein, was nun bis zum Stichtag 1. Juli 2019 umzusetzen ist.

Den Vortrag des Landestierschutzbeauftragten finden Sie hier.

Unter www.ringelschwanz.info finden Sie weitere Informationen zum Verzicht auf das Schwanzkupieren, so auch zur Fütterung, zum Tränkwasser oder zum Stallklima. Dort werden auch Möglichkeiten einer artgerechten Beschäftigung oder Notfallhilfemöglichkeiten beim Auftreten von Schwanzbeißen vorgestellt. Von dieser Homepage können alle wichtigen Dokumente heruntergeladen werden.

Hintergrundinformationen zum Aktionsplan

Derzeit werden in Deutschland und auch in vielen weiteren Mitgliedstatten der EU die Schwänze der meisten Schweine, die konventionell gehalten werden, routinemäßig kupiert. Seit 1991 ist allerdings dieses routinemäßige Amputieren zur Verhinderung von Schwanzbeißen verboten.

2018 wurden in Deutschland und bei fünf weiteren EU-Mitgliedstaaten Audits durchgeführt, bei dem festgestellt werde, dass die von Deutschland bereits ergriffenen Maßnahmen zur Umsetzung der Richtlinie 2008/120/EG nicht ausreichend sind. Als Folge wurde ein Aktionsplan gefordert, in dem Maßnahmen verbindlich festgelegt werden, um das Schwanzbeißen zu verhindern und somit das Kupieren der Schwänze unnötig zu machen.

Der Nationale Aktionsplan für Deutschland wurde im September 2018 von der Agrarministerkonferenz beschlossen. Das Ziel ist der schrittweise Einstieg in den Kupierverzicht. Zentrale Vorgabe des Planes ist die sogenannte Tierhaltererklärung, mit der der Tierhalter ab 1. Juli 2019 nachzuweisen hat, dass er aufgrund der Rahmenbedingungen in seinem Betrieb derzeit nicht auf das Kupieren verzichten kann. Die Tierhaltererklärung setzt die Dokumentation von Schwanz- bzw. Ohrverletzungen, die Durchführung einer Risikoanalyse und die Umsetzung der sich daraus ergebenden Optimierungsmaßnahmen voraus.

Expertennetzwerk fordert EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen

 

Anlässlich des Europatages am 9. Mai bekräftigen der Tierschutzbeauftragte des Landes und das Expertennetzwerk "Kennzeichnung und Registrierung (K&R)" ihre Forderung nach einer einheitlichen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen in der Europäischen Union.

Schätzungen zufolge gibt es in Europa etwa 80 Millionen Haushalte, in denen mindestens ein Haustier lebt. Zu der Verantwortung, die Menschen damit für Millionen von Tieren übernehmen, zählt für die Experten des Netzwerks "K&R" neben der tiermedizinischen Grundversorgung und der artgerechten Tierhaltung auch der Schutz des Tieres durch die Kennzeichnung mittels eines Transponders und die anschließende Registrierung in einem Haustierregister.

Bereits seit 2010 fordern zahlreiche Tierschutzorganisationen, die Tierärzteschaft sowie das Europäische Parlament auf EU-Ebene eine Rückverfolgbarkeit nicht nur für landwirtschaftliche Nutztiere, sondern auch für Heimtiere. Das EU-Parlament hat zuletzt am 25. Februar 2016 mit fraktionsübergreifender Mehrheit für eine Entschließung gestimmt, in der von der EU-Kommission eine EU-weite Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen aus Gründen der Gesundheit von Menschen und Tieren gefordert wird. Doch obwohl das EU-Tiergesundheitsrecht eine solche Maßnahme ermöglicht, gibt es bis heute keine einheitliche EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. Zwar haben die meisten europäischen Mitgliedstaaten eine solche Rechtspflicht eingeführt, deren Vollzug sowie die Ausgestaltung der Register sind jedoch länderspezifisch unterschiedlich und nicht kompatibel. In Deutschland gibt es bisher keine nationale Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht, sondern 16 unterschiedliche Landesregelungen.

"In Sachsen-Anhalt ist zwar eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für Hunde per Gesetz vorgeschrieben haben, allerdings ist eine solche Verpflichtung auch für Katzen notwendig. Die Kennzeichnung und Registrierung erlaubt eine schnelle Zuordnung von Tieren zur Besitzerin/zum Besitzer und wirkt damit auch gegen den zunehmenden illegalen Welpenhandel", erläutert der Tierschutzbeauftragte Dr. Marco König, der Sachsen-Anhalt im Netzwerk "K&R" vertritt.

"Erstrebenswert wäre natürlich eine in der gesamten EU einheitlich geregelte Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen, da damit endlich zahlreiche Tierschutzprobleme gelöst werden könnten", stimmen Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks "K&R" und Dr. Marco König überein. "Darüber hinaus ließe sich der Onlinehandel mit Tieren besser kontrollieren."

Das vor drei Jahren gegründete Netzwerk "K&R" - ein Arbeitskreis aus den Tierschutzbeauftragten der Bundesländer und Experten aus den Bereichen der Tiermedizin, der Transpondertechnologie, der Haustierregister und des Tierschutzes - fordert die Einführung einer Rechtspflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen in ganz Deutschland. Bislang ist Deutschland zusammen mit Finnland hierbei Schlusslicht in Europa wobei Gründe für die Ablehnung einer Regelung vor allem auf wirtschaftlichen Erwägungen beruhen.
Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit und den Mitgliedern des Netzwerks "K&R" sind auf der Internetseite www.heimtierverantwortung.net zu finden.

Tierschutzbeauftragter besucht Modell- und Demonstrationsbetriebe

 

Der Landestierschutzbeauftragte Dr. Marco König besuchte zwei Putenmastbetriebe in Sachsen-Anhalt, die am Modellprojekt „Minimierung des Federpickens bei Mastputen“ teilgenommen haben. Die Tierproduktion GbR Klug/Braune in Finneland OT Kahlwinkel und die Landwirtschaftliche Putenmast GmbH Co.KG in Neuenhofe sind zwei der insgesamt fünf bundesweit beteiligten Betriebe, die das Federpicken bei Mastputen verringern wollen. Dafür wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Oktober  2016 ein Projekt gestartet, in dem in ausgewählten Praxisbetrieben wissenschaftliche Erkenntnisse überprüft wurden.

Federpicken ist eine Verhaltensstörung, die unter den heute üblichen Haltungsbedingungen in Putenhaltungsbetrieben vorkommt. Da Puten von Natur aus sehr neugierig sind, wird von ihnen alles untersucht und angepickt. Die sehr scharfen und spitzen Schnäbel können tiefgreifende Verletzungen verursachen, wenn dabei Artgenossen bepickt werden. Um die Schwere der Pickverletzungen zu mildern, werden üblicherweise die Schnabelspitzen der Puten kupiert. Die besuchten Betriebe haben mit ihrer Projektteilnahme gezeigt, dass sie an der Beendigung dieser unerwünschten Praxis interessiert sind und aktiv am Ausstieg vom Schnabelkupieren mitwirken wollen.

Durch die Untersuchungen in den Modellbetrieben wurde deutlich, dass Federpicken dauerhaft nur schwer verhindert werden kann. Auch Verringerung der Besatzdichten, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und verschiedene Aufenthaltsbereiche für die Tiere schafften keine sichere Abhilfe. Wichtig ist, dass beim spontanen Auftreten des Federpickens ein Verdunkeln der Ställe möglich ist, damit die Puten sich wieder beruhigen.

In einem Folgeprojekt wird untersucht werden müssen, welchen Einfluss das Licht, die genetische Festlegung des Pickverhaltens und weitere Haltungsbedingungen auf das Auslösen von Federpicken haben.

Weitere Informationen dazu sind einsehbar unter  https://www.mud-tierschutz.de/

Landwirtschaftsministerin Dalbert übergibt Tierschutzpreis 2018 Sachsen-Anhalt für beispielhafte Nutztierhaltung

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat am Donnerstag, 18.10.2018 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) den mit 1.500 Euro dotierten Tierschutzpreis 2018 des Landes Sachsen-Anhalt an die von Rundstedt`sche Gutsverwaltung GbR aus Schönfeld überreicht. Der zweite Platz und damit 1.300 Euro ging an den Landhof Christoph Klamroth in Thale, Ortsteil Westerhausen. Den dritten Platz teilen sich mit je 500 Euro die Agrargenossenschaft e.G. „Saaleaue“ in Könnern, Ortsteil Beesenlaublingen und der Hühnerhof Zimmermann in Zeitz, Ortsteil Nonnewitz.

Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Thema: „Beispielhafte Maßnahmen zur Schaffung unterschiedlicher Funktionsbereiche in der Haltung von Rindern, Schweinen oder Geflügel, in denen auch artgemäße Beschäftigung der Tiere möglich ist“.

Landwirtschaftsministerin Dalbert betonte in ihrer Ansprache: „Ich wünsche mir, dass von der heutigen Verleihung des Tierschutzpreises positive Signale auf die Tierhaltungen in Sachsen-Anhalt ausstrahlen, denn heute werden wir durchweg positive Betriebe kennenlernen und prämieren. Der diesjährige Tierschutzpreis bietet eine Möglichkeit, die vorhandenen guten Ansätze zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Insbesondere sollen öffentlich wirksam positive Beispiele aus diesem Tierhaltungsbereich dargestellt werden.“

Pressemitteilung und Laudationen

Tierärztliche Plattform für Tierschutz

Der Tierschutzbeauftragte des Landes nahm am 29. und 30. Juni 2018 an der Auftaktveranstaltung der Tierärztlichen Plattform für Tierschutz in Osnabrück teil.

Die Plattform ist von fünf tierärztlichen Vereinigungen

  • der Bundestierärztekammer,
  • der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft,
  • dem Bund praktizierender Tierärzte,
  • dem Bund der beamteten Tierärzte und
  • der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz

ins Leben gerufen worden, um die tierärztlichen Positionierungen zu Tierschutzthemen zu bündeln und damit deren Wirkung zu stärken.

Es hat sich herausgestellt, dass die zirka 40.000 Tierärzte Deutschlands je nach ihrer beruflichen Ausrichtung durchaus uneinheitliche Sichtweisen auf anstehende Tierschutzprobleme, insbesondere der Nutztier- und Kleintierhaltung, vertreten. Dies führt unter anderem dazu, dass Tierärzte als eigentliche Fachexperten im Tierschutz von der Öffentlichkeit, Medien und Parlamenten nur wenig gehört werden.

Überdies haben sich alle Tierärzte einem ethischen Kodex, dem Codex veterinarius, verpflichtet, nach dem ihr primäres Interesse der Gesunderhaltung und dem Wohlergehen der Tiere gelten soll.

Alle anwesenden Tierärzte haben ihre Entschlossenheit bekundet, trotz möglicher unterschiedlicher Interessenlagen gemeinsame und vor allem klare Positionen zum Tierschutz zu beziehen, den Codex veterinarius zum Leitbild ihres Handelns werden zu lassen und mit klarem Auftreten nach Außen der tierärztlichen Meinung mehr Nachdruck zu verleihen.

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Am 28. April 2018 wurde der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche begangen, wo mit unterschiedlichsten Aktionen weltweit auf das Leid der Tiere in Tierversuchen aufmerksam gemacht wurde. In Deutschland sind jedes Jahr auch tausende Tiere betroffen, die in Tierversuchen mit dem Schweregrad "schwer" verwendet werden.

Dazu Dr. Marco König, Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt: "Zirka fünf Prozent aller in Deutschland durchgeführten Tierversuche wurden in die Kategorie "schwer" eingestuft - in ihnen wurden rund 140.000 Versuchstiere schwerstem Leid ausgesetzt.

Obwohl die Europäische Union Tierversuche, die starke Schmerzen, schwere Leiden oder Ängste verursachen, grundsätzlich verbietet, erlaubt sie es den Mitgliedsstaaten, Ausnahmen hiervon zuzulassen. Dass Deutschland davon Gebrauch macht, ist aus meiner Sicht tierschutzrechtlich nicht hinnehmbar. Tierversuche mit dem Schweregrad 'schwer' müssen gesetzlich verboten werden, weil sie ethisch nicht vertretbar sind. Der Tierschutz ist im Grundgesetz fest verankert und ermöglicht es auch, die Forschungsfreiheit einzuschränken."

Stellungnahme von Dr. Marco König, Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt, zu medialen Berichten über die Schweinehaltung im „Schweinehochhaus“ Maasdorf vom 14.03.2018

In medialen Beiträgen wurde am 14.03.2018 im Fernsehen (SternTV), Rundfunk (MDR) und Zeitungen über die Schweinehaltung im "Schweinehochhaus" Maasdorf berichtet. Der dabei aufgezeigte Umgang des Stallpersonals mit den ihm anvertrauten Tieren ist schockierend und entschieden zu verurteilen. In Tierhaltungen verenden und erkranken Tiere - das ist nicht verhinderbar. Aber: das mutwillige Verletzen von Tieren und die gezeigte Art und Weise der Tötung von Ferkeln ist absolut unakzeptabel. Dabei ist nicht fehlende Sachkenntnis der Tierhalter Ursache dafür, dass Ferkel unsachgemäß getötet werden - diese Sachkenntnis wurde von Behörden in mehreren Veranstaltungen vermittelt und auch überprüft. Bei Kontrollen der Veterinärbehörden hat noch kein Schweinehalter ein Ferkel unsachgemäß getötet; das wird offenbar nur dann so durchgeführt, wenn man sich unbeobachtet fühlt. Die Tierhalter nutzen offensichtlich bewusst aus, dass kein behördliches Kontrollsystem eine permanente Überwachung aller Tierhaltungen leisten kann. Die in den Beiträgen gezeigten Aufnahmen sind völlig zu Recht Strafverfolgungsbehörden zugeleitet worden, die das Strafmaß hoffentlich angemessen festlegen werden. Es ist überdies an der Zeit, dass die Branche der Schweinehaltung - auch die sie vertretenden Verbände - gegen diese Praktiken in den eigenen Reihen konsequent vorgeht und sich davon distanziert. Auch wenn Rechtsverstöße der Tierschutzorganisationen durch Hausfriedensbruch und illegales Eindringen in Ställe schwer hinnehmbar sind, haben sie mindestens aus Tierschutzsicht ihre Berechtigung, solange die dadurch aufgezeigten Rechtsverstöße anhalten. Die wiederholte Kritik des "Schweinehochhauses" in Maasdorf wegen der Haltungsform der Schweine auf sechs Etagen ist dagegen nicht gerechtfertigt. Die beschriebene Aufstallung der Schweine in Stallabteilungen entsprechend der verschiedenen Haltungsphasen und der Durchlauf dieser Abschnitte entspricht völlig denen anderer konventioneller Schweinehaltungen. Dass die Schweine in Maasdorf Fahrstuhl fahren anstatt ebenerdig umgestellt zu werden, ist für das Tierwohl unerheblich. Eine immer wieder geforderte Schließung dieser Haltung allein aus diesen Gründen ist nicht berechtigt und auch nicht möglich. Es bleibt zukünftig zu hoffen, dass sich Verbraucher zuverlässig durch ein taugliches System der Lebensmittelkennzeichnung über die Haltungsformen der Tiere, von denen angebotene Fleischprodukte stammen, informieren können. Nur dann können Konsumenten durch ihr Kaufverhalten bewusst mit entscheiden, wie Tiere zur Herstellung von Lebensmitteln gehalten werden sollen.

Fortbildungsveranstaltung "Ausstieg aus dem Schwanzkupieren beim Schwein - Möglichkeiten und Wege"

Der Tierschutzbeauftragte des Landes und die Arbeitsgruppe "Ausstieg aus dem routinemäßigen Schwanzkupieren beim Schwein" haben am 09. November 2017 zu einer Fortbildungsveranstaltung in die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau nach Bernburg/Strenzfeld eingeladen. Über 100 Teilnehmer dokumentierten das große Interesse am Thema der Veranstaltung "Ausstieg aus dem Schwanzkupieren beim Schwein - Möglichkeiten und Wege".

Nach der Einführung in das Themengebiet gab Frau Dr. Sabine Dippel (FLI Celle) einen Überblick über die vielfältigen Ursachen der Verhaltensstörung Schwanzbeißen. Prof. Dr. Thomas Blaha (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz) referierte anschließend über die mögliche Prävention von Schwanzbeißen und gab Empfehlungen zum Kupierverzicht. Deutlich wurde in diesen beiden Vorträgen, dass ein Kupierverzicht nur schrittweise und nach umfangreicheren Vorbereitungen zur Optimierung der Haltungsbedingungen möglich ist. Andernfalls sind die Schweine nicht in der Lage, sich an wenig tiergerechte Haltungsbedingungen ausreichend anzupassen - ein überbordender Stresslevel äußert sich im Schwanzbeißen.

Die Tiersignaltrainerin Mirjam Lechner aus Herrieden schilderte sehr anschaulich und einprägsam, an welchen Tiersignalen ein schlechter Zustand und erhöhter "Frust" der Tiere erkennbar sind und woran man bevorstehendes Schwanzbeißen erahnen kann.

Im praxisorientierten Nachmittagsteil der Veranstaltung stellte der Tierschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts Dr. Marco König die bisherige Tätigkeit der Arbeitsgruppe "Ausstieg aus dem routinemäßigen Schwanzkupieren beim Schwein" und seiner Modellbetriebe vor. Dr. Manfred Weber (LLG ZTT Iden) berichtete über die Ergebnisse der ersten fünf Durchgänge mit unkupierten Schweinen in Iden und machte die Probleme in der Praxis, insbesondere beim Auftreten nicht vorhersehbarer Ereignisse, deutlich. Die Praxisberichte wurden abgerundet durch den Vortrag von Melanie Große Vorspohl (TP Alkersleben), die das Thüringer Beratungs- und Managementsystem "Caudophagie" vorstellte.

Fazit der Veranstaltung: Kupierverzicht unter konventionellen Haltungsbedingungen ist komplex und schwierig. Unvorbereiteter Kupierverzicht erzeugt erhebliche Leiden und Schäden durch Schwanzbeißverletzungen. Der Weg ist langwierig und muss mit einer grundlegenden Verbesserung von Haltungsbedingungen und Gesundheitszustand der Schweine einhergehen.

Übertragung der Zuständigkeit für den Erlass von Katzenschutzverordnungen nach § 13b Tierschutzgesetz

Zum wiederholten Male wird gegenwärtig in Sachsen-Anhalt die Übertragung der Zuständigkeit für den Erlass von Katzenschutzverordnungen nach Paragraf 13b Tierschutzgesetz geprüft. Nach Paragraf 13b Tierschutzgesetz sind die Landesregierungen ermächtigt, beim Vorliegen bestimmter nachzuweisender Bedingungen spezielle Gebiete zu Katzenschutzgebieten zu erklären. In diesen sollen zur Verminderung der Anzahl freilebender Katzen Maßnahmen angewiesen werden.

Die Zuständigkeit soll nunmehr auf die Landkreise/kreisfreien Städte übertragen werden. Ein entsprechender Gesetzesvorstoß war 2016 vom Landtag abgelehnt worden.

Tierschutzbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt

Dr. Marco König

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Leipziger Straße 58

39112 Magdeburg

Telefon: +49 391 567-1844

E-Mail: tierschutzbeauftragter(at)mule.sachsen-anhalt.de