Wölfe in Sachsen-Anhalt

Karte zur Ansiedlung des Wolfs in Sachsen-Anhalt (Stand April 2017)

Seit 2008 sind Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch.  Die erste erfolgreiche Reproduktion in Sachsen-Anhalt wurde 2009 bekannt. Damit wurde aus dem Wolfserwartungsland ein Wolfsland und die einst ausgerottete Art zählt wieder zu einem festen Bestandteil der heimischen Tierwelt. Im Monitoringjahr 2016/2017 (pdf, nicht barrierefrei) wurden elf Wolfsrudel mit insgesamt 70 nachgewiesenen Tieren festgestellt. Zwei weitere Rudel an den Grenzen zu Brandenburg (Göritz-Klepzig, drei Wölfe) und Niedersachsen (Gartow, acht Wölfe) werden diesen Bundesländern zugerechnet.
Wölfe gelten als die „Gesundheitspolizei“ des Waldes. Sie sind der natürliche Feind aller kranken und schwachen Tiere und haben so eine wichtige Aufgabe im ökologischen System. Wo der Wolf ist, haben Waldbesitzer mit weniger Verbiss durch die zu hohen Wildbestände zu kämpfen. Das reduziert die Material- und Arbeitskosten für Zäune sowie Nachpflanzungen erheblich. Und es ermöglicht zukünftig die spontane Verjüngung aller Baumarten, auch der Laubbäume wie Edellaubholz und Eichen, und hilft damit dem so wichtigen Jahrhundertprojekt Waldumbau.

Informieren und Beraten

Landesamtfür Umweltschutz

Wölfe leben heimlich und werden nur selten gesehen. Sie sind äußerst vorsichtig und gehen dem Menschen aus dem Weg. Die Furcht vor Angriffen, z.B. beim Pilze suchen im Wald, ist unbegründet. 

Als zentrale Einrichtung für das staatliche Wolfsmanagement in Sachsen-Anhalt wurde im Februar 2017 das Wolfskompetenzzentrum in Iden auf dem Gelände des Zentrums für Tierhaltung und Technik (der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau) gegründet. Mit der örtlichen Nähe beider Zentren wird ein effizienter Herdenschutz und eine umfassende Beratung bei der Wolfsprävention gewährleistet.

Monitoring

Doppelabdruck eines Wolfes

Um die Ausbreitung und den Populationsstatus der Wölfe in Sachsen-Anhalt zu dokumentieren und der Berichtspflicht gegenüber der Europäischen Kommission (gemäß Artikel 11 der FFH-Richtlinie über die Bestandssituation und den Erhaltungszustand des Wolfes) nachzukommen, wird ein flächendeckendes Monitoring in Sachsen-Anhalt durchgeführt.

Es gibt zwei Formen der Datenerfassung: das aktive und das passive Monitoring. Beim passiven Monitoring werden die Beobachtungen auf der gesamten Landesfläche erfasst und bewertet. Wohingegen beim aktiven Monitoring ausschließlich Beobachtungen auf bekannten vom Wolf territorial besiedelten Flächen und in Gebieten, bei denen vermutet wird, dass der Wolf diese Flächen besiedelt, ausgewertet werden. Die Datenerfassung findet dabei durch regelmäßige Geländebegehungen, genetische Untersuchungen von Proben, Nahrungsanalyse und den Einsatz von Wildkameras statt.

Melden von Nutztierrissen

Bei Nutztierrissen wenden Sie sich bitte direkt an das Wolfskompetenzzentrum Iden, sodass diese umgehend eine Begutachtung vor Ort durchführen kann. Beachten Sie bitte die folgenden Hinweise: Belassen Sie bitte alles so, wie Sie es vorgefunden haben und achten Sie darauf, möglichst keine Spuren zu zertreten. Lassen Sie den/die Kadaver wie vorgefunden liegen, berühren Sie ihn nicht. 

Informationen zu Ausgleichszahlungen für Schäden an Nutztieren durch den Wolf erhalten Sie durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (ALFF Anhalt).

Wenden Sie sich in dringenden Notfällen (bitte nur außerhalb der gängigen Bürozeiten), also bei Nutztierrissen oder bei tot oder verletzt aufgefundenen Wölfen, an diese Nummer: +49 162 3133949.

Entschädigen

Herdenschutzhund

Ziel eines effektiven Herdenschutzes ist, dass es gar nicht erst zu Schäden kommt. Durch Schutzmaßnahmen soll die Anzahl der Wolfsrisse an unseren Nutztieren minimiert und somit auch das Leid der Tiere gemindert werden. Das Land Sachsen-Anhalt fördert mobile Elektrozäune. Antrags- und Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt. Auch die Anschaffung von Herdenschutz-Hunden wird finanziell durch das Land unterstützt. 

Das Wolfskompetenzzentrum Iden führt kostenlose Herdenschutzberatungen durch. Dabei wird direkt vor Ort und individuell mit dem Tierhalter besprochen, welche Schutzmaßnahmen in dem konkreten Fall nötig und anwendbar sind.

Ziele des Wolfsschutzes

Der Wolf ist ein soziales Wesen und lebt meist in Rudeln.

Ziel des Wolfsschutzes in Sachsen-Anhalt ist es einen günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in einem kulturell und wirtschaftlich stark vom Menschen geprägten Umfeld zu erreichen und zu sichern, wozu Sachsen-Anhalt einen angemessenen Beitrag im Kontext mit anderen Ländern und Nachbarstaaten leistet.
Außerdem soll der Verbund zwischen den einzelnen Vorkommen in Deutschland und den angrenzenden Ländern gewährleisten werden um ein bundesdeutsches und europaweites Wolfsmanagement zu unterstützen. Die Bevölkerung soll über die tatsächlichen Risiken, die empfohlenen Verhaltensregeln, die Möglichkeiten der Prävention und des Schadensausgleichs ausreichend informiert werden, um damit Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden bzw. zu minimieren. 

Dokumente

Das Wolfskompetenzzentrum Iden (12/2017) (pdf)

Leitlinie Wolf (07/2017) (pdf, nicht barrierefrei)

Wolfsmonitoring 2016/2017 (pdf, nicht barrierefrei)

FFH Richtlinie (pdf, nicht barrierefrei)

Berner Konvention (pdf, nicht barrierefrei)

Entwurf Richtlinie Herdenschutz (pdf)

 

 

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Leitung
Andreas Berbig

Wolfskompetenzzentrum Iden

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Lindenstraße 18
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+49 (0)39390/6481