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Wölfe in Sachsen-Anhalt

Ansiedlung in Sachsen-Anhalt

Seit 2008 sind Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch.  Die erste erfolgreiche Reproduktion in Sachsen-Anhalt wurde 2009 bekannt. Damit wurde aus dem Wolfserwartungsland ein Wolfsland und die einst ausgerottete Art zählt wieder zu einem festen Bestandteil der heimischen Tierwelt.

In Sachsen-Anhalt wurden im Laufe des Monitoringjahres 2018/2019 104 Wölfe gezählt, davon 49 Welpen und 17 Jährlinge. Von den Welpen sind sechs tot aufgefunden worden, so dass das Monitoringjahr mit 98 Wölfen abschließt. Diese verteilen sich auf 15 Rudel und zwei Paare.
Mehr dazu im Monitoringbericht 2018/2019

Der zahlenmäßige Zuwachs um vier Rudeln setzt sich wie folgt zusammen: in drei Gebieten mit bisher unklarem Status wurden die Rudelnachweise erbracht. Ein Rudel - im Steckby-Lödderitzer Forst - ist hinzugekommen. Außerdem wurden zwei Paare in Tangerhütte und Havelberg nachgewiesen. Die drei Gebiete mit unklarem Status im Vorjahr, die in diesem Monitoringjahr aufgeklärt wurden, sind: Haldensleben, Stresower Heide und Coswig. Zwei Gebiete bleiben weiterhin Suchräume mit unklarem Status, das heißt, hier liegen zwar regelmäßig Wolfshinweise vor, eine abschließende eindeutige Definition als Territorium ist aber nicht möglich.

Grenzübergreifend leben zudem 29 Individuen, die von den Nachbarbundesländern gezählt werden. Das bedeutet, dass 127 Wölfe (Adulte und Jährlinge und Welpen) insgesamt belegbar Sachsen-Anhalt belaufen. Von den Fachleuten des Wolfskompetenzzentrums Iden (WZI) werden derzeit 21 von Wölfen genutzte Territorien beobachtet: 15 Rudel in Sachsen-Anhalt und zwei Paarterritorien sowie 4 grenzübergreifende Territorien.

Informieren und Beraten

Wölfe leben heimlich und werden nur selten gesehen. Sie sind äußerst vorsichtig und gehen dem Menschen aus dem Weg. Die Furcht vor Angriffen, z.B. beim Pilze suchen im Wald, ist unbegründet. 

Als zentrale Einrichtung für das staatliche Wolfsmanagement in Sachsen-Anhalt wurde im Februar 2017 das Wolfskompetenzzentrum in Iden auf dem Gelände des Zentrums für Tierhaltung und Technik (der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau) gegründet. Mit der örtlichen Nähe beider Zentren wird ein effizienter Herdenschutz und eine umfassende Beratung bei der Wolfsprävention gewährleistet.

Monitoring

Um die Ausbreitung und den Populationsstatus der Wölfe in Sachsen-Anhalt zu dokumentieren und der Berichtspflicht gegenüber der Europäischen Kommission (gemäß Artikel 11 der FFH-Richtlinie über die Bestandssituation und den Erhaltungszustand des Wolfes) nachzukommen, wird ein flächendeckendes Monitoring in Sachsen-Anhalt durchgeführt.

Es gibt zwei Formen der Datenerfassung: das aktive und das passive Monitoring. Beim passiven Monitoring werden die Beobachtungen auf der gesamten Landesfläche erfasst und bewertet. Wohingegen beim aktiven Monitoring ausschließlich Beobachtungen auf bekannten vom Wolf territorial besiedelten Flächen und in Gebieten, bei denen vermutet wird, dass der Wolf diese Flächen besiedelt, ausgewertet werden. Die Datenerfassung findet dabei durch regelmäßige Geländebegehungen, genetische Untersuchungen von Proben, Nahrungsanalyse und den Einsatz von Wildkameras statt.

Melden von Nutztierrissen

Bei Nutztierrissen wenden Sie sich bitte direkt an das Wolfskompetenzzentrum Iden, sodass diese umgehend eine Begutachtung vor Ort durchführen kann. Beachten Sie bitte die folgenden Hinweise: Belassen Sie bitte alles so, wie Sie es vorgefunden haben und achten Sie darauf, möglichst keine Spuren zu zertreten. Lassen Sie den/die Kadaver wie vorgefunden liegen, berühren Sie ihn nicht. 

Informationen zu Ausgleichszahlungen für Schäden an Nutztieren durch den Wolf erhalten Sie durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (ALFF Anhalt).

Wenden Sie sich in dringenden Notfällen (bitte nur außerhalb der gängigen Bürozeiten), also bei Nutztierrissen oder bei tot oder verletzt aufgefundenen Wölfen, an diese Nummer: +49 162 3133949.

Entschädigen

Ziel eines effektiven Herdenschutzes ist, dass es gar nicht erst zu Schäden kommt. Durch Schutzmaßnahmen soll die Anzahl der Wolfsrisse an unseren Nutztieren minimiert und somit auch das Leid der Tiere gemindert werden. Das Land Sachsen-Anhalt fördert zu 100 Prozent den Erwerb von mobilen Elektrozäunen und Zubehör sowie die Anschaffung von zertifizierten Herdenschutzhunden. Antrags- und Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt. Auch Tierverluste werden unter bestimmten Voraussetzungen zu unter 100 Prozent ausgeglichen.

Das Wolfskompetenzzentrum Iden führt kostenlose Herdenschutzberatungen durch. Dabei wird direkt vor Ort und individuell mit dem Tierhalter besprochen, welche Schutzmaßnahmen in dem konkreten Fall nötig und anwendbar sind.

Ziele des Wolfsschutzes

Ziel des Wolfsschutzes in Sachsen-Anhalt ist es einen günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in einem kulturell und wirtschaftlich stark vom Menschen geprägten Umfeld zu erreichen und zu sichern, wozu Sachsen-Anhalt einen angemessenen Beitrag im Kontext mit anderen Ländern und Nachbarstaaten leistet.
Außerdem soll der Verbund zwischen den einzelnen Vorkommen in Deutschland und den angrenzenden Ländern gewährleisten werden um ein bundesdeutsches und europaweites Wolfsmanagement zu unterstützen. Die Bevölkerung soll über die tatsächlichen Risiken, die empfohlenen Verhaltensregeln, die Möglichkeiten der Prävention und des Schadensausgleichs ausreichend informiert werden, um damit Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden bzw. zu minimieren. 

Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI)

Lindenstraße 18
39606 Iden

Herr Andreas Berbig (Leitung)
Telefon: +49 3939 06-481
E-Mail: wzi(at)lau.mlu.sacshen-anhalt.de

Notfallnummer: +49 162 3133949