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Wölfe in Sachsen-Anhalt

Ansiedlung in Sachsen-Anhalt

Seit 2008 sind Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch. Die erste erfolgreiche Reproduktion in Sachsen-Anhalt wurde 2009 bekannt. Damit wurde aus dem Wolfserwartungsland ein Wolfsland und die einst ausgerottete Art zählt wieder zu einem festen Bestandteil der heimischen Tierwelt.

Auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt siedeln 19 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare mit insgesamt 134 Tieren. Außerdem existieren vier grenzübergreifende Rudel mit weiteren 20 Tieren, deren Territorien zum Teil in den Nachbarbundesländern Niedersachsen und Brandenburg liegen. Das geht aus dem aktuellen Bericht für das Monitoringjahr 2019/2020 in Sachsen-Anhalt hervor.

Im Vergleich zum Vorjahr sind 25 Tiere hinzugekommen. Es wurden zwei Rudel ganz neu gefunden – eines nördlich von Wittenberg und eines am Golmer Berg bei Bad Schmiedeberg. Das Monitoring und die genetischen Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass diese beiden Rudel bereits im Vorjahr bestanden haben. Im Flechtinger Höhenzug hat sich ein Paarterritorium neu etabliert.

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Informieren und Beraten

Wölfe leben heimlich und werden nur selten gesehen. Sie sind äußerst vorsichtig und gehen dem Menschen aus dem Weg. Die Furcht vor Angriffen, z.B. beim Pilze suchen im Wald, ist unbegründet. 

Als zentrale Einrichtung für das staatliche Wolfsmanagement in Sachsen-Anhalt wurde im Februar 2017 das Wolfskompetenzzentrum in Iden auf dem Gelände des Zentrums für Tierhaltung und Technik (der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau) gegründet. Mit der örtlichen Nähe beider Zentren wird ein effizienter Herdenschutz und eine umfassende Beratung bei der Wolfsprävention gewährleistet.

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Monitoring

Um die Ausbreitung und den Populationsstatus der Wölfe in Sachsen-Anhalt zu dokumentieren und der Berichtspflicht gegenüber der Europäischen Kommission (gemäß Artikel 11 der FFH-Richtlinie über die Bestandssituation und den Erhaltungszustand des Wolfes) nachzukommen, wird ein flächendeckendes Monitoring in Sachsen-Anhalt durchgeführt.

Es gibt zwei Formen der Datenerfassung: das aktive und das passive Monitoring. Beim passiven Monitoring werden die Beobachtungen auf der gesamten Landesfläche erfasst und bewertet. Wohingegen beim aktiven Monitoring ausschließlich Beobachtungen auf bekannten vom Wolf territorial besiedelten Flächen und in Gebieten, bei denen vermutet wird, dass der Wolf diese Flächen besiedelt, ausgewertet werden. Die Datenerfassung findet dabei durch regelmäßige Geländebegehungen, genetische Untersuchungen von Proben, Nahrungsanalyse und den Einsatz von Wildkameras statt.

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Melden von Nutztierrissen

Bei Nutztierrissen wenden Sie sich bitte direkt an das Wolfskompetenzzentrum Iden, sodass diese umgehend eine Begutachtung vor Ort durchführen kann. Beachten Sie bitte die folgenden Hinweise: Belassen Sie bitte alles so, wie Sie es vorgefunden haben und achten Sie darauf, möglichst keine Spuren zu zertreten. Lassen Sie den/die Kadaver wie vorgefunden liegen, berühren Sie ihn nicht. 

Informationen zu Ausgleichszahlungen für Schäden an Nutztieren durch den Wolf erhalten Sie durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (ALFF Anhalt).

Wenden Sie sich in dringenden Notfällen (bitte nur außerhalb der gängigen Bürozeiten), also bei Nutztierrissen oder bei tot oder verletzt aufgefundenen Wölfen, an diese Nummer: +49 162 3133949.

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Herdenschutzförderung

Herdenschutz ist Wolfsschutz. Ziel eines effektiven Herdenschutzes ist, dass es gar nicht erst zu Schäden kommt. Durch Schutzmaßnahmen soll die Anzahl der Wolfsrisse an unseren Nutztieren minimiert und somit auch das Leid der Tiere gemindert werden. Das Land Sachsen-Anhalt fördert zu 100 Prozent den Erwerb von mobilen Elektrozäunen und Zubehör sowie die Anschaffung von zertifizierten Herdenschutzhunden.

Zusätzlich werden ab dem Jahr 2021:

  • laufende Betriebsausgaben (100 Prozent) für Zäune (bis zu 1.230 EURO je km Zaun für Schafe und Ziege; bis zu 620 EURO je km Zaun für Rinder, Hauspferde, Hausesel, Damtiere, Lamas und Alpakas
  • laufende Ausgaben (100 Prozent) für Herdenschutzhunde (bis zu 1.920 EURO pro Jahr und Hund)

gefördert.

Antrags- und Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt.

Achtung: Das gesamte Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt ist als Gefährdungsgebiet für Wolfsübergriffe festgelegt. Somit ist für Weidetierhalter, unabhängig vom Ort, eine Antragstellung auf Förderung von laufenden Betriebsausgaben von wolfsabweisenden Zäunen und zertifizierten Herdenschutzhunden möglich.

Auch Tierverluste werden unter bestimmten Voraussetzungen zu unter 100 Prozent ausgeglichen.

Das Wolfskompetenzzentrum Iden führt kostenlose Herdenschutzberatungen durch. Dabei wird direkt vor Ort und individuell mit dem Tierhalter besprochen, welche Schutzmaßnahmen in dem konkreten Fall nötig und anwendbar sind.

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Ziele des Wolfsschutzes

Die Menschen haben eine besondere Verantwortung für den Wolf. Er ist vom Aussterben bedroht. Der Einsatz lohnt sich: Die Population wächst. Gleichzeitig nehmen im Land die Rissattacken auf Weidetiere ab. Das ist ein Erfolg des Herdenschutzes.

Herdenschutz ist Wolfsschutz. Mit unserer dem Dreiklang „beraten, schützen, entschädigen“ werden die Konflikte in unserer Kulturlandschaft abnehmen. Wolfsschutz und Weidetierhaltung - das passt zusammen.

Ziel des Wolfsschutzes in Sachsen-Anhalt ist es einen günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in einem kulturell und wirtschaftlich stark vom Menschen geprägten Umfeld zu erreichen und zu sichern, wozu Sachsen-Anhalt einen angemessenen Beitrag im Kontext mit anderen Ländern und Nachbarstaaten leistet.
Außerdem soll der Verbund zwischen den einzelnen Vorkommen in Deutschland und den angrenzenden Ländern gewährleistet werden, um ein bundesdeutsches und europaweites Wolfsmanagement zu unterstützen. Die Bevölkerung soll über die tatsächlichen Risiken, die empfohlenen Verhaltensregeln, die Möglichkeiten der Prävention und des Schadensausgleichs ausreichend informiert werden, um damit Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden bzw. zu minimieren.

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Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI)

Lindenstraße 18
39606 Iden

Herr Andreas Berbig (Leitung)
Telefon: +49 3939 06-481
E-Mail: wzi(at)lau.mlu.sachsen-anhalt.de

Notfallnummer: +49 162 3133949

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