Grünes Band Sachsen-Anhalt

Historischer Erinnerungsort und Paradies der Artenvielfalt

Schild zum Grünen Band

Das Grüne Band befindet sich auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf dem Streifen zwischen Landesgrenze und Grenzsicherungsanlagen. Seit 1989 ist dort, auf dem ehemaligen Todesstreifen, ein einzigartiger Lebensraum entstanden. Rund 1.200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben im Grünen Band schützenswerte Lebensräume gefunden. Mit einer Gesamtlänge von 1.390 Kilometern läuft es durch neun Bundesländer und stellt das längste nationale Biotopverbundsystem der Bundesrepublik Deutschland dar. Rund 1.200 Tier- und Pflanzenarten der Roten Listen Deutschlands haben im Grünen Band schützenswerte Lebensräume gefunden.


Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert: „Das Grüne Band ist eine Folge der deutschen Teilung. Es stellt daher zwei Seiten derselben Medaille dar: Am Grünen Band wird die Erinnerung wachgehalten und gleichzeitig ist eine einzigartige Natur erlebbar, ein Paradies der Artenvielfalt. Es ist jetzt unsere Aufgabe, beides zu erhalten, zu sichern und erlebbar zu machen.“

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Knabenkraut

Das Grüne Band wurde 2007 in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt vom Bundesministerium für Umwelt-, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) als Leuchtturmprojekt herausgehoben und ist seit 2009 im Bundesnaturschutzgesetz verankert.


Die Bundesregierung hat 2005 entschieden, bedeutende nationale Naturschutzflächen im Bundeseigentum von der Privatisierung auszunehmen und unentgeltlich als Nationales Naturerbe an Naturschutzorganisationen zu übereignen. Rund 1.700 ha Flächen des Nationalen Naturerbe im Bereich des Grünen Bandes wurden 2011 auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.), der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der Bodenverwertungs-und -verwaltungs GmbH (BVVG) und dem Land Sachsen-Anhalt unentgeltlich an die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) übertragen.


343 Kilometer Grünes Band in Sachsen-Anhalt


Die Grenzlinie in Sachsen-Anhalt erstreckt sich über ca. 343 km und stellt damit nach Thüringen den zweitlängsten Abschnitt des Grünen Bandes in Deutschland. Das Land hat sich mit Abschluss der Vereinbarung zur Flächenübernahme verpflichtet, diesen national bedeutenden Biotopverbund zu erhalten und zu sichern.


Die Flächen des Grünen Bandes im Land Sachsen-Anhalt sind bereits zu einem beträchtlichen Anteil durch naturschutzrechtliche Kategorien des Flächen- und Gebietsschutzes gesichert. Von den Flächen des Grünen Bandes befinden sich je rund ein Drittel im Eigentum der SUNK bzw. des BUND, der öffentlichen Hand und in Privateigentum.

Das Grüne Band als Nationales Naturmonument

Storch

Es ist das erklärte Ziel der Landesregierung das Grüne Band auf dem Gebiet Sachsen Anhalts als Nationales Naturmonument auszuweisen. Ein Nationales Naturmonument ist eine neue Schutzgebietskategorie, die sowohl naturschutzfachlich schützenswerte Biotope als auch kulturhistorisch bedeutsame Objekte in ihrem Schutzzweck vereint.


2019 soll das Gesetz zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument  in den Landtag Sachsen-Anhalts eingebracht werden. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt. Unterstützt wird es dabei von einer interministeriellen Arbeitsgruppe. Die Staatskanzlei wird den historischen und erinnerungskulturellen Teil koordinieren.


Warum soll das Grüne Band als Nationales Naturmonument ausgewiesen werden?


Das Grüne Band ist mit seinen Resten der Grenzbefestigungsanlagen zu einem Zeugnis einer prägenden und einschneidenden Geschichte geworden, die es zu bewahren gilt. Zudem hat sich aus dem ehemaligen Todesstreifen ein einzigartiger Biotopverbund mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Beides zusammen - Natur und historischer Erinnerungsort – soll besser erlebbar werden und für zukünftige Generationen unbedingt bewahrt bleiben:

"Brocken-Benno" - ein Diplomat mit Wanderstab

Am 21. September 2018 wurde Benno Schmidt, vielen bekannt unter dem Namen "Brocken-Benno" zum Botschafter des Grünen Bandes Sachsen-Anhalt durch Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert ernannt.
Dalbert: "Brocken Benno und das Grüne Band - das gehört zusammen!"

Benno Schmidt, vielen bekannt unter dem Namen "Brocken-Benno" konnte als Botschafter für das Grüne Bandes Sachsen-Anhalt gewonnen werden. Unterhalb des Brockens verlief die innerdeutsche Grenze.  Den Menschen war es nicht möglich auf den Gipfel zu steigen. Heute stellt der Brocken ein Touristenmagnet für Wandernde aus nah und fern dar. Brocken-Benno ist für seine Brockenliebe und zahlreichen Brockenaufstiege über viele Jahre bekannt. Dank seiner Aktivitäten ist es gelungen, die Harzregion und insbesondere den Brocken bekannt zu machen und über die regionalen Grenzen hinaus zu befördern.

Website von Brocken-Benno


Er ist in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen als Botschafter des Harzes, als Harzklub-Wanderführer, Nationalpark-Waldführers oder Sonderbotschafter des Projektes Harzer Wandernadel engagiert und bekannt. Seiner Initiative ist die Ausweisung des Wanderweges „Harzer Grenzweg“ zu verdanken.

Website Harzer Grenzweg

Netzwerk: Kuratorium und ressortübergreifende Arbeitsgruppe

Kuratorium

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat ein Kuratorium einberufen, das im Rahmen des Gesamtprozesses die breit gefächerten Aktivitäten zur Erhaltung und Entwicklung sowie die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument in Sachsen-Anhalt unterstützend begleitet und tätig wird.

Mitglieder des Kuratoriums sind die ehemaligen Mitglieder der Landesregierung und des Landtages von Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Konrad Breitenborn, Dr. Karl-Heinz Daehre, Ulrich-Karl Engel und Dr. Manfred Püchel, die ihre politischen Erfahrungen und ihren gebündelten Sachverstand einbringen können.

Ressortübergreifende Arbeitsgruppe Grünes Band

Um die Zusammenarbeit innerhalb der Landesverwaltung zu institutionalisieren, berief man eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe Grünes Band (IMAG) zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument. Am 29. Juni 2018 eröffnete Umweltstaatssekretär Klaus Rehda die Auftaktveranstaltung für die Arbeitsgruppe mit Mitgliedern verschiedener Ministerien. Die Arbeitsgruppe tauscht regelmäßig Informationen über die einzelnen Aktivitäten aus. 

Beschluss: „30 Jahre Mauerfall – Erhalt des Grünen Bandes“

Mauerturm

Auf der 90. Umweltministerkonferenz (UMK) aller bundesdeutschen Umweltministerien wurden am 08. Juni 2018 die bisherigen Aktivitäten des Bundes und der Länder zum Erhalt und zur Entwicklung des Grünen Bandes als Erinnerungsort und Teil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems begrüßt. Man darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern die Lücken im Grünen Band sind weiter zu minimieren, um das Grüne Band vollständig erlebbar machen zu können. Der bevorstehende 30. Jahrestag der Öffnung der innerdeutschen Grenze im Jahr 2019 sollte in dem Zusammenhang hinreichende Würdigung finden.
Beschluss der 90. UMK

Dokumente

Flyer Grünes Band Sachsen-Anhalt (pdf; 3 MB)

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Info
Referat 25
Arten- und Biotop- schutz, Natura 2000,
Eingriffsregelung und Landschaftsplanung
Frau Sandra Richter

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Anschrift
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg
Telefon
Telefon: +49 (0)391/ 567-1662