Naturschutz in Sachsen-Anhalt

Die Natur und die Naturschutzgebiete in Sachsen-Anhalt sind ein in ihrer Vielfalt schützenswertes Gut. Sowohl frisches Trinkwasser, guter und fruchtbarer Ackerboden, Bestäubung von Kulturpflanzen, Lärm- oder Hochwasserschutz sind einige Beispiele für „Dienstleistungen“ einer intakten Natur und Umwelt. Diese und weitere zu sichern, zu pflegen und weiterzuentwicklen sind die zentralen Anliegen eines aktiven Natur-und Umweltschutzes verwaltet durch das Ministerium und dem Landesamt. Es existieren 198 Naturschutzgebiete in Sachsen-Anhalt. Sie machen eine Fläche von 67.057 ha und damit über 3 % der Landesfläche aus. (Stand: 16. Januar 2017).

Die Naturschutzverwaltung und viele ehrenamtlich, z.B. in  Naturschutzvereinigungen engagierte Bürgerinnen und Bürger, schützen, pflegen und entwickeln Natur und Landschaft in Sachsen-Anhalt. Grundlage der Verwaltungsarbeit sind dabei die  Naturschutzgesetze der Bundesrepublik Deutschland und des Landes. Folgende Themenschwerpunkte und Inhalte sind dabei zentral.

Naturschutz in Kulturlandschaften

blumenwiese

Eine wichtige Rolle beim Thema Naturschutz in Sachsen Anhalt spielen die sogenannte Kulturlandschaften, die historisch gewachsen und vom Menschen geprägt worden sind. Als wichtiges Element des regionalen Naturschutzes werden diese Landschaften in bestehende Naturschutzkonzepte und Naturschutzprogramme integriert. Dabei sollen die Menschen in diesen Kulturlandschaften in das Naturschutzprogramm mit einbezogen werden. Somit ist der aktive Naturschutz ein integraler Bestandteil der regionalen Entwicklung im städtischen und ländlichen Raum und deren Bewohner.

Im Interesse eines ganzheitlichen Umweltschutzprogrammes sollte die biologische Vielfalt gewahrt, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefördert, und der kulturelle Wert dieser Landschaften erhalten werden. Dabei gilt es, die Akzeptanz für Naturschutzmassnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen und diese in die Planung und Umsetzung mit einzubinden. Die Vorgaben und Regelungen des Naturschutzes sind dabei Teil der Landschaftsplanung und ihrer Einregelung.

Naturschutzförderung

In Sachsen-Anhalt werden in der derzeitigen EU-Förderperiode seit dem Juni 2008 Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekte gefördert. Körperschaften des öffentlichen Rechts, gemeinnützige Vereine, Verbände und Stiftungen können entsprechende Naturschutzprojekte bezuschusst bekommen. Gefördert werden Vorhaben, die die natürlichen Lebensräume sowie wildlebende Tier- und Pflanzenarten schützen und erhalten sollen.

  • Zu den Maßnahmen zählen insbesondere praktische Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen in den Natura 2000-Gebieten oder auf Flächen mit hohem Naturwer für den Umweltschutz.
  • Das Erstellen von Bewirtschaftungs- und Pflegekonzepten und deren Veröffentlichung

Einzelheiten zur Naturschutzförderung sind in der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Naturschutz- und Landschaftsprojekten  (Zuwendungsrichtlinie Naturschutz (pdf, nicht barrierefrei)) vom 02.09.2011 festgelegt worden.

Die schriftlichen Anträge sind beim Landesverwaltungsamt (Referat 407) in der Dessauer Straße 70 in 06118 Halle (Saale) einzureichen. Informationen zur Förderung und zu den Antragsunterlagen finden Sie auf den Seiten des Landesverwaltungsamtes unter >Referatssuche>Naturschutz, Landschaftspflege>Projektförderung.

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum 2007-2013 (EPLR) unterstützen die Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt Schutzmassnahmen. Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) werden dafür Mittel bis zu 75 Prozent der förderfähigen öffentlichen Ausgaben bereitgestellt. Insgesamt stehen dafür ca. 53 Millionen Euro EU- und Landesmittel für den Naturschutz bereit.

Biotope als Refugium des Naturschutzes

Management invasiver Arten

Biber

Gebietsfremde invasive Tier- und Pflanzenarten haben negative Auswirkungen auf die Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen sowie auf die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft.Um diese negativen Auswirkungen zu minimieren und die Ausbreitung der Populationen im Interesse des Naturschutzes einzudämmen, hat die EU mit der Verordnung 1143/2014 einen verbindlichen Rechtsrahmen geschaffen.

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Ökokonto

Der Eingriff in den Naturschutz

Mit der Ökokonto-Verordnung bietet das Land Sachsen-Anhalt einen Weg, die Eingriffsregelung im Interesse des Natur-und Umweltschutzes umzusetzen. Seit 2005 regelt diese Verordnung das Verfahren, die Zuständigkeit, den Handel sowie Bewertungs- und Anrechnungsgrundsätze für die Anrechnung vorzeitig durchgeführter Naturschutzmaßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen im Naturraum.

 Damit besteht die Möglichkeit, Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ohne Bezug zu einem konkreten Eingriff durchzuführen, diese auf dem Ökokonto gutzuschreiben und später beim Vollzug eines Eingriffs als Kompensationsmaßnahme anerkennen zu lassen.

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Landesgartenschauen

Landesgartenschauen als Event und Naturschutz

Landesgartenschauen sind Events. Sie haben dadurch ihren eigenen Reiz und sind deshalb sehr beliebt. Gartenschauen bieten den Besuchern ein vielseitiges Angebot: Garten- und Grünflächengestaltung, Lehrschauen, garten- und pflanzenbauliche Ausstellungen, zahlreiche Informationsveranstaltungen.

 Natürlich stehen Unterhaltungsprogramme und Auftritte populärer Künstler und Ensembles ebenso im Focus wie die Präsentation gärtnerischer Leistungen. Desweiteren dokumentieren sie aber auch die Landschaftspflege und Gestaltung auch unter Naturschutzgesichtspunkten. Das Präsentieren auf diesen Großereignissen ist auch das Werben für Naturschutzprojekte und deren Fortentwicklung.

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Wölfe in Sachsen-Anhalt

Der Wolf als Aushängeschild für erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen

 Seit 2008 sind Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch. Die Chronologie der Besiedlung von Sachsen-Anhalt kann der Darstellung des Landesamtes für Umweltschutz (LAU) entnommen werden. Die Ansiedelung eines Wolfbestandes kann als gelungenes Naturschutzprojekt verstanden werden.

Die erste erfolgreiche Reproduktion in Sachsen-Anhalt wurde 2009 bekannt und dokumentiert. Damit wurde aus Sachsen-Anhalt ein Wolfsland und die einst ausgerottete Art zählt wieder zu einem festen Bestandteil der heimischen Tierwelt.

Im Monitoringjahr 2016/2017 wurden 11 Wolfsrudel mit insgesamt 70 nachgewiesenen Tieren festgestellt: Ein gelungenes Beispiel für aktiven Naturschutz und erfolgreicher Ansiedelung bedrohter Tierarten.

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Biodiversität

Moor am Brocken

Biodiversität als Naturschutzziel

Die Vereinten Nationen haben im Dezember 2010 für die Jahre von 2011 bis 2020 die UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ausgerufen: Ein Prozess, bei dem das MULE Anteil nimmt.

Damit wird die zentrale Bedeutung, die der Erhaltung der biologischen Vielfalt für eine nachhaltige Entwicklung zukommt, unterstrichen. Die UN-Dekade soll entscheidend dazu beitragen, globale Biodiversitätsziele umzusetzen. Sachsen-Anhalt und das MULE helfen dabei mit, indem man sich diesen Zielen verschrieben hat.

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Naturparks

Artenvielfalt und Landschaftsschutz in Naturparks

Naturparks haben in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen: Bundesweit gibt es über 100 Naturparks.

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Anzahl der Naturparks bis 2012 stetig gestiegen und hat sich verdoppelt.

Die Naturparkfläche der sieben Naturparks von Sachsen-Anhalt beträgt derzeit mit 489.116 Hektar etwa einem Viertel der Landesfläche.

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>>> Naturschutzvereinigungen

Bund für Natur und Umwelt (BNU)
Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
Steubenallee 2
39104 Magdeburg
Tel.: 0391/5 41 34 85  
Fax: 0391/5 41 34 87
bnusachsan(at)aol.com

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Landesverband Sachsen-Anhalt
Olvenstedter Str. 10
39108 Magdeburg
Tel.: 0391/5 63 07 80  
Fax: 0391/56 30 78 29
landesgeschaeftsstelle(at)bund-sachsen-anhalt.de
info(at)bund-sachsen-anhalt.de
www.bund-sachsen-anhalt.de

Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.
Magdeburger Str. 21
06112 Halle/Saale
Tel.: 0345/2 92 86 10  
Fax: 0345/2 92 86 20
info(at)lhbsa.de

Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e.V.
Halberstädter Str. 26
39171 Langenweddingen
Tel.: 039205/4 17 57-0  
Fax: 039205/4 17-57-9
ljv.sachsen-anhalt(at)t-online.de
www.ljv-sachsen-anhalt.de

Landesverband für Landschaftspflege Sachsen-Anhalt e.V.
Bahnhofstraße 27
39288 Burg   
Tel.: 03921/72 85 43 
Fax:.03921/72 85 42
info(at)lfl-sachsen-anhalt.de  
www.lfl-sachsen-anhalt.de

Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Sachsen-Anhalt
Schleinufer 18a
39104 Magdeburg
Tel.: 0391/5 61 93 50  
Fax: 0391/5 61 93 49
Mail(at)NABU-LSA.de
www.nabu-lsa.de

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.
Landesverband Sachsen-Anhalt
Maxim-Gorki-Str. 13
39108 Magdeburg
Tel.: 0391/6 62 83 72  
Fax: 0391/6 62 83 74
sdw-sa(at)t-online.de
www.sdw.de

NaturFreunde Deutschlands                            
Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
Geschäftsstelle
Wurmtal 43 a
O6507 Stecklenberg
Tel.:  03947/27 93  
Fax.: 03947/6 57 18
info(at)naturfreunde-stecklenberg.de
info(at)naturfreundehaus-harz.de
www.Naturfreunde-Sachsen-Anhalt.de

Ornithologenverband Sachsen-Anhalt e.V.
Postfach 730107
06045 Halle/ Saale
Tel.: 0345/7 76 94 52
info(at)osa-internet.de
www.osa-internet.de

Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen
Gebirgs- und Wandervereine e.V.
Ilsenburger Straße 40
38855 Wernigerode
Tel.: 03943/694054  
Fax: 03943/694057
wanderverband-lsa(at)t-online.de
www.wanderverband-lsa.de

Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V.
Mansfelder Str. 33
06108 Halle/ Saale
Tel.: 0345/8 05 80 05  
Fax: 0345/8 05 80 06
info(at)lav-sachsen-anhalt.de
www.lav-sachsen-anhalt.de

Verband Deutscher Sportfischer (VDSF)
Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V.
Kirchenwinkel 178
39387 Oschersleben OT. Hordorf
Tel.: 03949/94 98 147  
Fax: 03949/50 00 16
lav-vdsf-sachsen-anhalt(at)freenet.de

Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg e.V.
Chausseestraße 18
39279 Loburg
Tel.: 039245/22 74
Fax: 039245/25 16
Vogelschutzwarte(at)storchenhof-loburg.de  
www.storchenhof-loburg.de

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Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

Anschrift
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg
Telefon
Tel.: +49 391 567-01
Fax: +49 391 567-1964