Abwasserbeseitigung

Was ist Abwasser?

Anlage zur Abwasserbeseitigung

Abwasser ist das durch Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser und das bei Trockenwetter damit abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie das aus dem Bereich von bebauten und befestigen Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagswasser).
Hier finden Sie Informationen wie Berichte, Daten und Regelungen zur kommunalen und industriell-gewerblichen Abwasserbeseitigung in Sachsen-Anhalt.

Benchmarking in der Wasserverwaltung

Im Rahmen von Benchmarkingprojekten vergleichen die Aufgabenträger der Wasserversorgung oder der Abwasserbeseitigung untereinander Kennzahlen ihrer Unternehmen. Benchmarking ist in der Wasserwirtschaft ein wichtiges Instrument, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuspüren und dann Kosten einzusparen. Deshalb verbindet das Land die Bewilligung von Investitionsfördermitteln mit der Teilnahme an Benchmarkingprojekten. Doch nicht ausschließlich finanzielle Aspekte sprechen für Benchmarking. Benchmarking führt auch zu einer Verbesserung der Qualität der Aufgabenwahrnehmung und zu einer höheren Kundenzufriedenheit. Den aktuellen landesweiten Kennzahlenvergleich Trinkwasserversorgung Sachsen-Anhalt finden Sie hier.

Industrieabwasser

Biohoch reaktoren

In Sachsen-Anhalt gibt es eine Vielzahl gewerblicher und industrieller Betriebe. Das Abwasser, das dort anfällt, wird direkt in ein Gewässer oder in eine öffentliche Kläranlage eingeleitet. Es kann dabei Stoffe enthalten, die nicht in die Gewässer oder Kläranlagen gelangen dürfen. Deshalb ist in der Abwasserverordnung mit ihren vielen Anhängen festgelegt, wie diese Stoffe - dem Stand der Technik entsprechend - aus dem Abwasser entfernt werden müssen.

Die Abwasserverordnung setzt auch die europäische Richtlinie über Industrieemissionen in das deutsche Wasserrecht um. Dabei wird unterschieden, welche Anforderungen an verschiedenen Stellen notwendig sind. An der Einleitstelle in Gewässer gelten besondere Vorschriften, ebenso wie vor der Vermischung mit anderenm Abwasser (bei Einleitung in eine Kläranlage) und am Ort, an dem die Schadstoffe anfallen. Für die Einleitung in eine öffentliche Kanalisation ist ggf. eine Indirekteinleitergenehmigung nach der Indirekteinleiterverordnung erforderlich.

Bürgerinnen und Bürger können sich in einer Datenbank über die Schadstoffeinleitungen in die Umwelt aus bestimmten Anlagen informieren. In dieser Datenbank, deren Grundlage das "Pollutant Release and Transfer Register" (PRTR) ist, wird ein Überblick über Luft- und Wasseremissionen von Betrieben sowie deren entsorgte Abfallmengen gegeben.

Zum Schutz unserer Gewässer gibt es für die Einleitung von Abwasser aus Industrieanlagen besondere Vorschriften. Diese finden sich u.a. in der Abwasserverordnung. Eine so genannte Indirekteinleitergenehmigung ist erforderlich, wenn Abwasser aus einer Industriebranche in eine öffentliche Kanalisation eingeleitet wird, für das in einem Anhang der Abwasserverordnung bestimmte Anforderungen vorgeschrieben werden. Anforderungen können vor der Vermischung mit anderem Abwasser gestellt sein oder für den Ort des Anfalls gelten. Durch solche Anforderungen wird sichergestellt, dass Stoffe, die in der Kläranlage nicht abgebaut werden können - und sogar den Reinigungsprozess dort stören können, bereits vor der Einleitung in die öffentliche Kanalisation aus dem Abwasser entfernt werden.

Eine Indirekteinleitergenehmigung wird durch die untere Wasserbehörde erteilt. Ist für die Industrieanlage eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz erforderlich, schließt diese Genehmigung die Indirekteinleitergenehmigung ein.

Kommunalabwasser

Kommunalabwasser ist häusliches Abwasser oder ein Gemisch aus häuslichem, gewerblichem und industriellem Abwasser mit oder ohne Niederschlagswasser. Häusliches Abwasser ist Abwasser aus Wohngebieten und den dazugehörigen Einrichtungen, vorwiegend menschlichen Ursprungs und aus den Tätigkeiten in Haushaltungen. Öffentliche Kläranlagen behandeln das Kom-munalabwasser von etwa 95% der Bevölkerung. Darin enthalten ist auch das Abwasser aus abflusslosen Sammelgruben, das per LKW in die öffentlichen Kläranlagen gelangt. Die übrigen Einwohner Sachsen-Anhalts behandeln ihr Abwasser in Grundstückskläranlagen.

>>> Lageberichte zur Kommunalabwasserrichtlinie

Die Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 21. Mai 1991 (91/271/EWG) über die Behandlung von kommunalem Abwasser (Kommunalabwasserrichtlinie), regelt für die Mitgliedstaaten verpflichtend die Einleitung, Sammlung und Behandlung von kommunalem Abwasser und von biologisch abbaubaren Industrieabwasser. Die Richtlinie ist mit der Abwasserverordnung des Bundes und in Sachsen-Anhalt mit der Kommunalabwasserverordnung (KomAbwVO) vom 18. November 1997 umgesetzt. Nach der Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten alle zwei Jahre Berichte zum Stand der kommunalen Abwasserbeseitigung veröffentlichen.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie veröffentlicht nach Artikel 16 der Kommunalabwasserrichtlinie seit 1999 alle zwei Jahre einen Lagebericht über die kommunale Abwasserbeseitigung in Sachsen-Anhalt. Hier können Sie die Lageberichte von 1999 bis 2017 (pdf, nicht barrierefrei) aufrufen.

Der Lagebericht 2017 informiert im Wesentlichen über

  • den Anschlussgrad an öffentliche Kläranlagen (KA) (Ø 95 % der Bevölkerung bzw. etwa 2,133 Mio. Einwohner) und an die öffentliche Kanalisation (einschließlich Bürgermeisterkanäle) (Ø 96,5 % bzw. etwa 2,167 Mio. Einwohner),
  • die Anzahl, Kapazität und Reinigungsleistung der Kläranlagen (224 KA ab 100 Einwohnerwerten (EW); alle KA verfügen mindestens über mechanisch-biologische Reinigungsstufen und alle in der Richtlinie geregelten KA (ab einer Ausbaugröße von 2.000 EW) halten die Reinigungsanforderungen in Artikel 5 Absatz 4 der Richtlinie ein,
  • den Klärschlammanfall (rund 59.000 Megagramm Trockenmasse in 2015) und die
    Entsorgungswege (66 % stoffliche Verwertung in 2015) sowie
  • Investitionen (etwa 5 Milliarden € seit 1990) und staatliche Zuwendungen (rd. 1,31 Milliarden €) für die Errichtung  bzw. Sanierung von Abwasseranlagen

in Sachsen-Anhalt zum Stichtag 31.12.2016.

 

 

 

>>> Anforderungen an das Einleiten

Anforderungen an das Einleiten an das Einleiten von häuslichem und kommunalem Abwasser in Oberflächengewässer

Im Rahmen von Erlaubnisverfahren zur Einleitung von Abwasser in Gewässer ist durch die zuständige Wasserbehörde zu prüfen, ob die beantragten Überwachungswerte für die Beschaffenheit des Abwassers mindestens den Anforderungen nach dem Stand der Technik entsprechen und ob aufgrund einer gewässergütewirtschaftlichen Immissionsbetrachtung weitergehende Anforderungen an die Einleitung gestellt werden müssen.

Im Runderlass vom 27.02.1015 wurde den Wasserbehörden ein einheitliches Vorgehen für die Bewertung von Einleitungen aus Abwasserbehandlungsanlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 50 Einwohnerwerten vorgegeben.

Für die Ermittlung oder die Überprüfung von Überwachungswerten sowie die Dokumentation der Ergebnisse ist der folgende Vordruck durch die Wasserbehörden zu verwenden. (die Datei Vordruck ist nicht barrierefrei)

Abwasserbeseitigungskonzepte

Unsere Gemeinden legen in Konzepten fest, wie auf ihrem jeweiligen Gebiet das Schmutz- und Niederschlagswasser beseitigt werden soll. Regelungen dazu enthält § 79 Abs. 1 des Wassergesetzes für das Land Sachsen-Anhalt (WG LSA).

In den Konzepten finden sich Informationen über die vorhandenen und die geplanten öffentlichen Anlagen zur Beseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Außerdem enthalten sie Informationen zur Abgrenzung zwischen der öffentlichen und der nicht öffentlichen Schmutzwasser- und Niederschlagswasserbeseitigung.

Regelungen zur Aufstellung der Niederschlags- und Abwasserbeseitigungskonzepte sind im Erlass vom 7. Dezember 2012  (Teil Schmutzwasser) sowie im Erlass vom 28. August 2013  (Niederschlagsbeseitigungskonzepte) enthalten.

Für das Aufstellen und die Fortschreibung der Konzepte sind grundsätzlich die vorgege-benen Muster-Deckblätter, Tabellen und Planzeichen zu verwenden. Die Unterlagen finden Sie hier.

Gemeinden oder Verbände (Abwasserbeseitigungspflichtige) können weiterführende In-formationen zum jeweiligen Abwasserbeseitigungskonzept in ihrem Zuständigkeitsbereich geben.
 

>>> Abwasserabgabe

Die Abwasserabgabe setzt Anreize dafür, dass die Gewässer nicht unnötig mit Abwasser verschmutzt werden. Sie richtet sich grundsätzlich nach der Schädlichkeit des eingeleiteten Abwassers. Die Einnahmen werden dann für solche Maßnahmen eingesetzt, die dazu beitragen, unsere Gewässer in einem guten Zustand zu erhalten – oder deren Qualität sogar noch zu verbessern. Geregelt wird die Abwasserabgabe durch das Abwasserabgabengesetz des Bundes, konkretisiert durch das Ausführungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt zum Abwasserabgabengesetz. Für die erforderlichen Erklärungen nach dem Abwasserabgabengesetz stehen landeseinheitliche Vordrucke zur Verfügung.

 

 

>>> Verbände der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung

In Sachsen-Anhalt werden die Aufgaben der Trinkwasserversorgung und der Abwasserbeseitigung von einer Vielzahl von Verbänden und Gemeinden wahrgenommen. Die Fläche und die Anzahl der ver- bzw. entsorgten Einwohner der einzelnen Aufgabenträger sind sehr unterschiedlich. Die Strukturen im Norden sind deutlich großräumiger als im Süden des Landes.

In der Tabelle sind die Zweckverbände mit Anschriften und Kontaktdaten übersichtlich dargestellt.

>>> Behördliche Überwachung

Eine wichtige Aufgabe der Wasserbehörden ist die Überwachung von Abwasseranlagen und Abwassereinleitungen. Die behördliche Überwachung ist Bestandteil der Gewässeraufsicht nach § 100 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG).

Neben der nicht angekündigten Überwachung von Abwassereinleitungen durch das staatliche Labor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (Abwasserprobeentnahme, Laboruntersuchung) und der anschließenden Bewertung der Ergebnisse durch die jeweils zuständige Wasserbehörde, werden regelmäßige Kontrollen der Abwasseranlagen (Anlagenschauen) und der dazugehörigen Betriebswasserwirtschaft durchgeführt.

Für die regelmäßigen Abwasserprobenahmen wird von den Wasserbehörden ein jährlicher Probenahmeplan aufgestellt. Die Anforderungen an die Aufstellung des Probenahmeplanes sowie die Durchführung von Abwasserprobenahmen und Laboruntersuchungen sind in einem Runderlass (RdErl. vom 26.10.2011) festgeschrieben. Muster für die Aufstellung des Probenahmeplanes, der Stammdatenhaltung und der Dokumentation der behördlichen Abwasserprobenahme und Laboruntersuchung wurde vorgegeben.

Die Mindestanforderung an die Kontrolle von Abwasseranlagen (Anlagenschauen) sind im Runderlass des MLU vom 18.04.2012 festgeschrieben. Für die Kontrolle von kommunalen Kläranlagen und für die Kontrolle von Abwasseranlagen zur Behandlung von industriellen und gewerblichen Abwasser werden Musterprotokolle zur Verfügung gestellt. Die Wasserbehörden stellen für ihren Zuständigkeitsbereich Anlagenkontrollpläne auf. Diese Pläne enthalten die Kontrolldaten der letzten und zukünftigen Kontrollen aller zu überwachenden Abwasserbehandlungsanlagen. Die Pläne werden regelmäßig aktualisiert.

Dokumente

Medikamente richtig entsorgen
Spurenstoffe von Medikamenten werden zunehmend in Gewässern nachgewiesen und können dort eine schädliche Wirkung entfalten. In die Gewässer gelangen Sie über die menschlichen Ausscheidungen. Das unten stehende Faltblatt informiert darüber, wie jeder einzelne mit einer sachgerechten Entsorgung von Altmedikamenten einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer leisten kann.

Faltblatt "Medikamente richtig entsorgen"