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Rund um die Talsperre Kelbra

Runder Tisch Talsperre Kelbra gestartet

Zur Lösung von Nutzungskonflikten um die Talsperre Kelbra ist jetzt mit einem ersten Treffen eines Runden Tisches am 26. Juni 2020 ein kommunikativer Prozess gestartet.

Die Talsperre Kelbra besteht seit fast 60 Jahren und schützt die Menschen an der Helme vor Hochwasser. Gleichzeitig wertet sie durch ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten die Region auf und schafft touristische Anziehungspunkte. Seit der Inbetriebnahme haben sich die gesellschaftlichen und die naturschutzfachlichen sowie auch gesetzlichen und nutzungstechnischen Gegebenheiten weiter entwickelt. Zu alten und bewährten Nutzungsformen und Interessen sind neue Erwartungen und notwendige Anpassungen hinzugekommen. Natur und Landschaft sind in einem dynamischen Wandel begriffen. Nutzungskonzepte und Interessenerwartungen überlagern sich. Mitunter kommt es zu offenen oder verdeckten Konflikten. Das führt zu Unsicherheiten und Spannungen bei Betreibenden und Nutzenden sowie ihren Interessenvertretenden, Anrainern, Pächterinnen und Kommunen. Diese Konflikte lassen sich jedoch nur lösen, indem darüber gemeinsam gesprochen wird und sich ein gegenseitiges Verständnis für die Positionen entwickeln kann. Der "Runde Tisch Talsperre Kelbra" soll zur besseren Kommunikation und zum besseren Verständnis des Betriebsregimes der Talsperre Kelbra beitragen.

Die konstituierende erste Sitzung des Runden Tisches fand am 12. Oktober 2020 unter Leitung eines externen Moderators statt. Dazu wurde folgende Erklärung abgegeben: Pressemitteilung (119 Kb)

Ein Video der ersten Sitzung kann hier angesehen werden: Erste Sitzung Runder Tisch am 12. Oktober 2020

Die Teilnehmer des Runden Tisches Stausee Kelbra stehen fest. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat offiziell die Mitglieder berufen. Die auf den 14. Dezember 2020 terminierte zweite Sitzung des Runden Tisches Kelbra muss pandemiebedingt leider nochmals verschoben werden. Ein neuer Termin wurde noch nicht festgelegt.

Der Runde Tisch soll mit der Präsentation der Ergebnisse Mitte 2022 abgeschlossen werden.

Begleitend zum Runden Tisch ist vorgesehen die Zwischenergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen. Dazu sind mehrere Veranstaltungen in den Jahren 2021 und 2022 geplant.

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Beginn der Einstauphase

Mit den einsetzenden Niederschlägen wurde am 23. Februar 2020 der Prozess der Restentleerung der Talsperre Kelbra beendet. Die sich abzeichnende Hochwassersituation  in der Helme erforderte die Umstellung des Betriebsregimes. Entsprechend der Steuerordnung Unstrut-Helme erfolgt derzeit der Einstau der zufließenden Wassermengen unter Nutzung des Hochwasserschutzraumes der Talsperre Kelbra,  mit dem Ziel Schäden durch Überflutungen im Unterlauf der Helme zu vermeiden.

Der Betriebsplan der Anlage sieht ab 1. März den Beginn der regelmäßigen Einstauphase vor. Diese wird sich an die derzeitige Hochwassersituation planmäßig anschließen.

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Talsperre Kelbra als Bauwerk zum Schutz vor Hochwasser

Die Talsperre ist eine Hochwasserschutzanlage, die insbesondere in den niederschlagsintensiven Wintermonaten dem Hochwasserrückhalt dient. Dadurch sollen Überschwemmungen der Helme-Unterlieger vermieden werden. Entsprechend ihrer Aufgabe für den Hochwasserschutz sieht die Nutzungsgenehmigung die vollständige Entleerung der Talsperre Kelbra im Winter vor. Dies erfolgte seit 1969 auch regelmäßig so. Seit dem Winter 2012/13 verblieb jeweils über die Wintermonate eine Restwassermenge (Winterstau) im Staubecken, außer im Winter 2014/15 und Anfang des Jahres 2017.

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Bedeutsames Feuchtgebiet und Europäisches Vogelschutzgebiet

Darüber hinaus ist der Stausee im Spätsommer/Frühherbst als Rastplatz für Kraniche und Limikolen sowie im Frühsommer/Sommer als Brutgebiet für Wasservögel ein Vogelschutzgebiet von europäischer Bedeutung. Das bedeutet, dass jede Regelung zum Betrieb der Talsperre Kelbra mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (EU-SPA) abzustimmen ist. Der Helme-Stausee ist eines der größten Rastgebiete für Kraniche in Deutschland und das bedeutendste Brutgebiet für den Schwarzhalstaucher in Sachsen-Anhalt. Wir haben die Pflicht, diese heimischen Tierarten zu schützen und ihren Lebensraum zu erhalten.

Ebenfalls zu beachten sind dabei die Anforderungen an geschützte Arten und Lebensraumtypen in den FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) der Helme an Zulauf und Auslauf der Talsperre und der Nebenhelme. Auch  die Anforderungen aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie an den Erhalt und die Verbesserung der Gewässergüte in der Helme müssen beachtet werden. Das heißt: die Gewässerqualität der Helme muss erhalten bleiben, die dort typisch lebenden Arten werden geschützt und wir tun alles, um den Lebensraum Helme zu verbessern.

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Bewirtschaftung der Talsperre mit einem nachhaltigen Hochwasserschutz

Der Betrieb der Talsperre muss  in Übereinstimmung mit den oben genannten gesetzlichen Bewirtschaftungsgrundsätzen erfolgen. Eine temporäre Entleerung des Stauraumes liegt dabei insbesondere auch im Interesse des Vogelschutzes. Durch Reduzierung des Fischbestandes soll eine Massenvermehrung von Friedfischen verhindert werden.  Größere Populationen von Kleinlebewesen wie Wasserflöhen können überleben. Sie wirken als Planktonfilter zur Minderung von Algenblüten. Das erhält und verbessert die Wasserqualität im Stausee im nächsten Sommer. Die Einhaltung der Gewässergüte ist maßgebliches Kriterium dafür, um im kommenden Spätsommer/Frühherbst Wasser  schadlos in die Helme ablassen zu können. Die Einhaltung der Gütekriterien wird dabei kontinuierlich durch den Gewässerkundlichen Landesdienst überwacht. Nur durch die Absenkung können rechtzeitig Schlammflächen als Rastplätze für Kraniche zur Verfügung stehen.

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Maßnahmen zum Ausgleich verschiedener Nutzerinteressen

Eine Facharbeitsgruppe erarbeitet derzeit Lösungen für die Konflikte, die bei der Steuerung der Talsperre entstehen können. Dazu gibt es viele Gespräche mit den Beteiligten. Neben dem Naturschutz, Gewässerschutz und dem Tierschutz werden die Interessen des Freizeitsports und der Erholung berücksichtigt. Angeln und Segeln wird unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich sein. Darüber hinaus ist geplant, den Tourismus in der Region beispielsweise durch den Bau eines Vogelbeobachtungsturms aktiv zu unterstützen. Lösungen für konkrete Probleme werden vor Ort mit den Beteiligten gefunden.

Das Ablassen der Talsperre führt nicht zu einem Fischsterben. Während das Wasser aus dem Stausee abgelassen wird, kommen die Fische in das Ablassbecken unterhalb der Talsperre. Dort werden sie im Auftrag des Talsperrenbetriebs abgefischt und in andere Gewässer umgesetzt. Einige Fische schwimmen in die Helme, einige verbleiben in den Restmengen im Stausee.

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