Wasserversorgung

Die öffentliche Wasserversorgung ist traditionell Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. In § 50 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz - WHG ist dies gesetzlich geregelt. Die Trinkwasserversorgung ist in Sachsen-Anhalt eine Pflichtaufgabe der Gemeinden im eigenen Wirkungskreis.

Stand der öffentlichen Wasserversorgung in Sachsen-Anhalt

Das Bild zeigt einen Trinkwasserbrunnen auf einer Wiese.

Die Qualität der öffentlichen Wasserversorgung in Sachsen-Anhalt weist ein hohes Niveau auf. Trinkwasser steht in guter Qualität und in ausreichender Menge zur Verfügung.Trinkwasser darf grundsätzlich an die Bevölkerung nur abgegeben werden, wenn die Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) eingehalten sind. Die Zuständigkeit für diese Verordnung liegt beim Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt. Die Überwachung der Einhaltung der Anforderungen der TrinkwV 2001 erfolgt durch die Gesundheitsämter der Landkreise und Kreisfreien Städte.

In Sachsen- Anhalt wird der Trinkwasserbedarf zu zwei Dritteln aus Grund- und zu einem Drittel aus Oberflächenwasservorkommen gedeckt. Das Trinkwasseraufkommen im Land Sachsen-Anhalt betrug im Jahr 2013 insgesamt 133,7 Mio. m³/a.
Der Anschlussgrad an die öffentliche Wasserversorgung in Sachsen-Anhalt liegt heute bei 99,9 %.

Seit 1990 ist der spezifische Wasserverbrauch der Bevölkerung in Deutschland stetig ge-sunken. Diese Tendenz zeigt sich in Sachsen-Anhalt in besonderem Maß. Darüber hinaus ist auch der gewerbliche und industrielle Wasserbezug aus dem öffentlichen Netz stark zurückgegangen. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass in Trockenperioden sehr hohe Ver-brauchsspitzen auftreten.

Anlagen für die Wassergewinnung, -aufbereitung oder -speicherung sind durch einen sin-kenden Verbrauch in ihrer Auslastung in ähnlichem Maß betroffen wie die Verteilungsnet-ze. Die Anzahl der Wasserversorgungsanlagen hat sich in Sachsen-Anhalt von rund 700 Anlagen im Jahr 1990 auf 129 Anlagen im Jahr 2013 reduziert. Die Erneuerung und Sa-nierung von Wasserspeichern und Verteilungsnetzen wird in den nächsten Jahren ein vor-dringliches Thema sein.

Die Struktur in der öffentlichen Wasserversorgung ist aus der Kommunalisierung der ehe-maligen Volkseigenen Betriebe der Wasserversorgung hervorgegangen. Dies hat dazu geführt, dass die grundsätzlich sinnvolle gemeinsame Aufgabenerledigung in vielen Ge-meinden auseinandergefallen ist. Für die öffentliche Wasserversorgung ist neben Zweck-verbänden eine Vielzahl von Einzelgemeinden selbst zuständig, die die Aufgabe entweder in Eigenregie erledigen oder sich zur Erledigung Dritter bedienen.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt hat ein Leitbild zur Errei-chung effizienterer Strukturen der Aufgabenträger der öffentlichen Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung in Sachsen-Anhalt erarbeitet, das Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Ver- und Entsorgungsstruktur sein soll.
 

>>> Wasserentnahmeentgelt

Die Wasserentnahmeentgeltverordnung für das Land Sachsen-Anhalt (WasEE-VO LSA) ist am 30.12.2011 in Kraft getreten. Danach erhebt das Land Sachsen-Anhalt für die Benutzung eines Gewässers durch

•    Entnehmen oder Ableiten von Wasser aus oberirdischen Gewässern,
•    Entnehmen, Zutagefördern, Zutageleiten oder Ableiten von Grundwasser
ein Wasserentnahmeentgelt.

Das Landesverwaltungsamt ist für die Erhebung des Wasserentnahmeentgelts zuständig. Erstmals wurde es im Jahr 2013 für das Jahr 2012 erhoben. Die Einnahmen aus dem Wasserentnahmeentgelt werden vollständig für wasserwirtschaftliche Zwecke eingesetzt.

Die wichtigsten Regelungen der WasEE-VO LSA finden Sie in der INFORMATION (pdf, nicht barrierefrei) zum Wasserentnahmeentgelt. Weitergehende Informationen zu Ansprechpartnern, Formularen und Anträgen sind auf der Internetseite des Landesverwaltungsamtes eingestellt.

Trinkwassernotversorgung

Das Bild zeigt eine nostalgische Handpumpe auf einer Pflasterfläche.

Die Trinkwassernotversorgung in Deutschland wurde ursprünglich für den Verteidigungsfall konzipiert. Daher ist der Bund für die Durchführung von Vorsorgemaßnahmen zur Sicherstellung des lebensnotwendigen Trinkwasserbedarfs der Bevölkerung im Verteidigungsfall verantwortlich. Allerdings hat sich die Bedrohungslage in den vergangenen 20 Jahren verändert. Bedrohungen gehen heute eher von terroristischen Angriffen oder Naturkatastrophen als von kriegerischen Auseinandersetzungen aus.

Die Trinkwassernotversorgung ist so konzipiert, dass die Zivilbevölkerung und die Streitkräfte bei Ausfall der öffentlichen Wasserversorgung unmittelbar über einfach zu bedienende Brunnenanlagen im Verbrauchsgebiet versorgt werden können. Damit stellt sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit in der Wasserversorgung dar.

Die Maßnahmen für die Notwasserversorgung werden nach dem Gesetz über die Sicherstellung von Leistungen auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft für Zwecke der Verteidigung (Wassersicherstellungsgesetz - WasSG) vom 24. August 1965, BGBl I S. 1225 durchgeführt.

Planung und Realisierung der Einzelmaßnahmen werden von den Landkreisen und kreisfreien Städten durchgeführt. Die Maßnahmen werden vom Bund (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) finanziert.

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Referat 23

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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